Einschulungserfahrungen in Achim

Plötzlich Grundschüler

Im Kindergarten beste Freundinnen, nach der Einschulung getrennt - so dürfte es einigen neuen Grundschülern in Achim ergangen sein. Daher haben wir mit zwei Mädchen gesprochen, denen dies passiert ist.
30.08.2019, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Lukas Warnecke
Plötzlich Grundschüler

Emmi (links) und Mirabella waren zusammen im Kindergarten und haben nun zwei Wochen Grundschule hinter sich.

Björn Hake

Die Einschulung stellt für viele Kinder einen großen Schritt in ihrem Leben dar. Plötzlich ist nichts mehr wie zuvor und es gilt, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Emmi Michaelis und Mirabella Wachholz, beide sechs Jahre alt, gehören zu den neuen Erstklässlern, die jetzt in Achim eingeschult wurden und nun zwei Wochen Grundschule hinter sich haben. Zuvor hatten die Beiden für mehr als drei Jahre gemeinsam die Kindertagesstätte „Am Stadtwald“ besucht und sind dort beste Freundinnen geworden. Ihre Einschulung konnten sie jedoch nicht zusammen feiern, denn sie sind an verschiedenen Schulen aufgenommen worden. Emmi besucht die Grundschule Baden und Mirabella die Grundschule Uesen. Da nicht nur sie dieses Schicksal ereilt hat, hat unsere Redaktion mit ihnen über ihre ersten Erfahrungen im neuen Lebensabschnitt gesprochen.

Die Nachricht der Trennung traf bei beiden Mädchen auf großes Unverständnis, erzählen ihre Mütter Meike Michaelis und Melanie Wachholz. Bei der Verabschiedung am letzten Kindergartentag flossen daher Tränen. Emmi kann sich noch besonders gut daran erinnern, was sie an diesem Tag gemacht hat: „Ich hab sie umarmt und wollte sie nicht mehr loslassen.“

Die ersten paar Schultage verliefen für die Mädchen ziemlich aufregend. Nicht alles ist so, wie die Kinder es sich vorgestellt haben. Vor allem die schiere Größe der Schulen überrascht beide Abc-Schützen. Auch die vielen Freiheiten, die es noch im Kindergarten gab, gehören jetzt der Vergangenheit an. „Da muss man machen, was die Lehrer sagen“, erzählen die Erstklässler. Schon alleine, den Stift richtig zu halten, kann da zu einer großen Aufgabe werden.

Die Trennung von alten Freunden mussten beide Mädchen ganz unterschiedlich verarbeiten. Während Mirabella ein paar alte Kameraden aus dem Kindergarten mit in die Klasse nehmen konnte, kannte Emmi niemanden in der neuen Schule. Das änderte sich jedoch gleich bei der Einschulung, wo sie mit ihrer Sitznachbarin direkt Freundschaft schloss. Auch darin, was das Beste am neuen Schulalltag ist, sind die Mädchen sich nicht einig: Emmi findet am meisten Gefallen am großen Schulhof, während Mirabella sich am meisten über ihre Klassenlehrerin freut.

Solange sich Emmi und Mirabella zurückerinnern können, sind sie bereits Freunde gewesen. Ihre Eltern wissen, dass sie vor allem in ihrem letzten Jahr im Kindergarten eng zusammengewachsen sind. Über diese Verbindung hat sich auch zwischen den Müttern Meike Michaelis und Melanie Wachholz eine enge Freundschaft entwickelt. Die begann zunächst während des Abholens am Mittag in oft minutenlangen Gesprächen in der Kita. Regelmäßig waren die Vier dann zusammen essen. Beide Mädchen haben zusammen das Schwimmen gelernt und übers Kindertanzen sogar kleinere Auftritte gemeinsam beim Achimer Stadtfest bestritten.

„Ich kann das gar nicht so genau sagen“, antwortet Emmis Mutter auf die Frage, warum die beiden Mädchen so gut zusammenpassen. Sie seien vor allem sehr rücksichtsvoll zueinander und jeder würde die Wünsche des anderen beim Spielen beachten. „Somit begegnen sich die Beiden immer auf Augenhöhe“, sagt Mama Meike.

Und doch mussten sie nach dem Kindergarten getrennt werden, aber das war den Eltern von vornherein klar. Emmi hat noch zwei ältere Geschwister, somit besitzt die Familie Michaelis bereits einiges an Erfahrung mit Einschulungen. Die Familien leben in verschiedenen Schulbezirken, somit wurde eine gemeinsame Einschulung unmöglich. Für die Kinder sowie auch für die Mütter war diese Situation nicht einfach. „Es ist schon selten, dass sich zwei Mädchen so verstehen und dann auch die Mütter“, findet Mirabellas Mutter Melanie.

Das soll aber natürlich auch so bleiben, denn trotz neuer spannender Erfahrungen und neuer Freunde sind die Mädchen sich einig: Sie wollen auf jeden Fall ihre enge Freundschaft erhalten. Wenn sie nun bei einer Nachmittagsverabredung zusammensitzen, ist es gleich wieder wie früher. Während die Mütter sich über das Neueste im jeweiligen Familienleben austauschen, erzählen sich die Kinder gegenseitig alles über die neue Schule. „Willst du mal wissen, wer meine Lieblingslehrerin ist?“, fragt Emmi beispielsweise ihre Freundin.

Trotz der engen Beziehung sind beide Familien traurig, sich nicht immer noch jeden Tag zu sehen. Deswegen wird jede Chance genutzt, sich zu treffen. Schon wenige Wochen nach der Einschulung werden Mirabella und Emmi wieder einen Sportkurs zusammen besuchen: Aus dem ehemaligen Kindertanzen ist inzwischen richtiges Hip-Hop-Tanzen geworden.

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