Großer Zulauf bei Bürgergespräch in Hagen-Grinden / Architekt wäre gerne eingeladen worden Polo-Anlage: Viele Fragen unbeantwortet

Langwedel-Hagen-Grinden. Mit so viel Zulauf hatten die Gastgeber nicht gerechnet: Statt der erwarteten Handvoll Menschen kamen am Donnerstag rund 30 Hagen-Grindener in den Drosselhof. Sie hofften auf detaillierte Informationen zu der geplanten Polo-Anlage. Doch damit konnten die Etelser Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher und die übrigen SPD-Mitglieder im Ortsrat nicht dienen. Sie wussten auch nicht mehr, als in der Beratungsvorlage für die Kommunalpolitiker steht.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Polo-Anlage: Viele Fragen unbeantwortet
Von Anke Landwehr

Langwedel-Hagen-Grinden. Mit so viel Zulauf hatten die Gastgeber nicht gerechnet: Statt der erwarteten Handvoll Menschen kamen am Donnerstag rund 30 Hagen-Grindener in den Drosselhof. Sie hofften auf detaillierte Informationen zu der geplanten Polo-Anlage. Doch damit konnten die Etelser Ortsbürgermeisterin Irmtraud Kutscher und die übrigen SPD-Mitglieder im Ortsrat nicht dienen. Sie wussten auch nicht mehr, als in der Beratungsvorlage für die Kommunalpolitiker steht.

'Uns ging es darum, vor der Ortsratssitzung am kommenden Mittwoch die Meinung der Bürger einzuholen', so Wolfgang Ewert. Beispiele wie Stuttgart 21 zeigten, dass die gesetzlich geregelten Beteiligungsprozesse nicht mehr ausreichen. 'Die Menschen wollen schon früher einbezogen werden.' Ein eindeutiges Stimmungsbild hat das Ortsratsmitglied am Donnerstagabend nicht ausmachen können. 'Aber ich habe das Gefühl, dass die Polo-Anlage nicht grundsätzlich abgelehnt wird.' Um sich ein Urteil bilden zu können, seien allerdings noch zu viele Fragen offen.

So seien Bedenken laut geworden, dass der Bau einer neuen Reithalle auf dem Gelände bei Überschwemmungen den Wasserabfluss beeinträchtigen könne. Die gesamte Insel zwischen Weser und Langwedeler Kanal ist Überschwemmungsgebiet. Große Hindernisse wie die Halle könnten die Fließrichtungen verändern, hieß es.

Weil niemand Genaueres wusste, konnten auch Fragen nach der Zahl der zu erwartenden Besucher und nach ausreichenden Parkplätzen nicht beantwortet werden. Ebenso wenig war zu klären, ob die Polo-Anlage ein in sich geschlossener 'Schickimicki'-Betrieb werden solle und womöglich sogar ein Hubschrauber-Landeplatz zu erwarten sei.

Einer, der darauf hätte antworten können, wäre Architekt Jens Abramowsky gewesen. 'Ich bin leider nicht eingeladen worden, sonst wäre ich gerne gekommen', erklärte er gestern auf Anfrage. Er hoffe nun, dass er die Pläne bei der Ortsratssitzung vorstellen könne, das sei aber noch nicht abgesprochen. Abramowsky: 'Schade, wenn so ein tolles Projekt an fehlender Kommunikation scheitern würde.'

Die Kosten für die Polo-Anlage, die auf der alten Hofstelle Hagener Straße 8 und auf zugepachteten Flächen entstehen soll, wollte der Architekt nicht nennen. Er erklärte aber, dass bei der Auftragsvergabe Firmen aus der Region bevorzugt würden, wenn der Preis stimme. Ein Landeplatz für Hubschrauber sei nicht vorgesehen.

Abramowsky betonte ein weiteres Mal, dass Polo in Hagen-Grinden nicht als elitärer Sport betrieben werden solle. Und er bestätigte, dass es sich bei den Investoren und Bauherren um Gerhard Hesterberg und Peter Hoedemaker handelt. Hesterberg ist gebürtiger Langwedeler, hat vor rund 50 Jahren in das renommierte Bremer Herrenausstatter-Geschäft Stiesing eingeheiratet und ist in der Gemeinde schon häufiger als Investor aufgetreten, zuletzt bei der Erweiterung des Seniorenzentrums in Langwedel. Hoedemaker, ein gebürtiger Niederländer, ist Geschäftsführer der Firma Kaefer Isoliertechnik in Bremen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+