Präventionsrat Achim

Einer für alle

Der Plan besteht schon länger, nun soll er nach personellen Problemen und der Corona-Zwangspause im nächsten Jahr umgesetzt werden: Der Achimer Präventionsrat möchte endlich ein Verein sein.
10.09.2020, 16:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Kai Purschke
Einer für alle

Die hauptamtlichen Akteure des Achimer Präventionsrates wie (von links) Rainer Ditzfeld, Katja Brammer, Gesa Kaemena und die neue Geschäftsführerin Mareike Hosang hoffen, dass das Gremium im Jahr 2021 zu einem Verein werden kann.

Björn Hake

Neues Jahr, neuer Anlauf: Nachdem es bisher mit der schon länger angestrebten Umwandlung des Präventionsrats der Stadt Achim in einen Verein nicht geklappt hat, setzen die Verantwortlichen nun auf das kommende Jahr. Verantwortlich sind in erster Linie Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die neue Geschäftsführerin Mareike Hosang sowie diverse haupt- und ehrenamtliche Akteure. „Erst hatten wir die personellen Schwierigkeiten im Vorstandsbüro, dann kam die Corona-Pandemie“, begründete der Rathauschef, warum es mit der Vereinsform noch nichts geworden ist, die eigentlich schon im Frühjahr 2019 festgezurrt sein sollte.

„Nun aber“ lautet das Motto, denn die Stadtverwaltung sei dabei, diverse Vereinssatzungen zu sichten und einen Entwurf zu erarbeiten. Als eigenständiger Verein könne der Präventionsrat für seine vielfältige Arbeit leichter als bisher Spenden annehmen oder vom Amtsgericht Achim verhängte Geldstrafen, die an gemeinnützige Vereine zu entrichten sind, bekommen. Schließlich wirkt der Präventionsrat mit seinen Arbeitsgruppen Gewalt, Kinder/Jugend/Schulen, Medien, Migration/Integration, Öffentlichkeitsarbeit, Offene Sporthalle, Senioren und Sucht in so ziemlich alle Bereiche des täglichen Lebens hinein. „Und da sind 5000 Euro, die jährlich zur Verfügung stehen, oft nicht genug“, merkte Kontaktpolizistin Katja Brammer an, die allein in drei der genannten Arbeitsgruppen aktiv ist.

Arbeit lief hinter den Kulissen weiter

Mareike Hosang, die aus der freien Wirtschaft beruflich und mit einem Umzug auch privat nach Achim gewechselt ist, arbeitet seit dem 1. September als Vollzeitkraft im Bürgermeisterbüro und ist nun auch dafür verantwortlich, dass die Sitzungen des Präventionsrats zweimal im Jahr wieder einberufen werden. „Das lag ja zuletzt wegen der beschriebenen Probleme brach. Und die nächste Sitzung wird wegen der Hygieneauflagen auch noch nicht öffentlich sein können“, sagte ihr Chef Rainer Ditzfeld. Gesa Kaemena, die bei der Stadtverwaltung für Kinder- und Jugendarbeit zuständig ist, betonte, dass zwar diverse Veranstaltungen des Gremiums abgesagt werden mussten, „aber die Arbeit hinter den Kulissen ging natürlich weiter“.

Zum Teil hatten die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Veranstaltungen schon terminiert und fertig organisiert, daher wird ein Teil davon je nach Corona-Situation nachgeholt – und auch neue Ideen werden schon diskutiert, die auf der nächsten Sitzung zur Sprache kommen sollen. So schwebt Polizistin Katja Brammer vor, das Thema Schulbusbegleitung anzuschieben. „Das stand schon mal, hat dann aber wegen der Eltern nicht geklappt“, blickte sie zurück. Sie hält aber Schüler, die als Streitschlichter in den Schulbussen agieren, für ein notwendiges Projekt. Für die Achimer Senioren seien bereits Veranstaltungen von Karsten Döhrmann in der Pipeline, der – auch auf Plattdeutsch – die Senioren in Seminaren vor Abzockern wie Engeltricksern und falschen Wasserwerkern warnt.

„Vom Kind bis zum Senior“

Darüber hinaus gibt es regelmäßig pädagogisches Kindertheater, Projekte gegen Gewalt, Teamtage für alle Fünftklässler, Radfahrkurse insbesondere für Migrantinnen, den Tag des Einbruchschutzes, offene Sporthallen für Jugendliche, das Bürgerbus-und-Taxi-Projekt, Technikkurse für Senioren und Aktionen zur Alkohol- und Drogenprävention. „Das Schöne am Präventionsrat ist ja auch, dass wir uns um die gesamte Bevölkerung in Achim kümmern – vom Kind bis zum Senior“, findet Bürgermeister Ditzfeld. Nicht umsonst heißt es in der Geschäftsordnung des Präventionsrats unter anderem, dass er die Lebensqualität in Achim erhalten und entwickeln soll.


Alle, die sich vorstellen können, sich im Präventionsrat ehrenamtlich zu engagieren, können sich mit ihren Ideen und Fragen per E-Mail an die Adresse praeventionsrat@stadt.achim.de wenden.

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