Jugendliche machen schon vorab ihre Kreuze / Ergebnisse im Netz Probewahl an der Hauptschule

Achim. Schlangestehen für die Stimmabgabe: Wovon Politiker nur träumen können, wurde gestern an Achims Hauptschule Wirklichkeit. Bei einer Juniorwahl konnten die Jugendlichen aus den neunten und zehnten Klassen bereits zwei Tage vor der Landtagswahl ihre Kreuze bei den bevorzugten Politikern und Parteien machen. Natürlich fließen die Stimmen nicht in das offizielle Wahlergebnis ein. Ziel des Projektes soll sein, der Politikverdrossenheit entgegen zu wirken. "Die Schüler lernen, dass zur Demokratie auch gehört, wählen zu gehen. Dass Wahlen ein wichtiger Schritt sind, um sich politisch zu beteiligen", sagt Lehrer Dominik Lerdon.
19.01.2013, 05:00
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Von Christian Butt

Achim. Schlangestehen für die Stimmabgabe: Wovon Politiker nur träumen können, wurde gestern an Achims Hauptschule Wirklichkeit. Bei einer Juniorwahl konnten die Jugendlichen aus den neunten und zehnten Klassen bereits zwei Tage vor der Landtagswahl ihre Kreuze bei den bevorzugten Politikern und Parteien machen. Natürlich fließen die Stimmen nicht in das offizielle Wahlergebnis ein. Ziel des Projektes soll sein, der Politikverdrossenheit entgegen zu wirken. "Die Schüler lernen, dass zur Demokratie auch gehört, wählen zu gehen. Dass Wahlen ein wichtiger Schritt sind, um sich politisch zu beteiligen", sagt Lehrer Dominik Lerdon.

In der achten Klassenstufe beschäftigen sich die Jugendlichen erstmals mit politischen Themen. "Anfangs mit der Lokalpolitik, beispielsweise wie ein Bürgermeister arbeitet. In den Monaten darauf kommen Landes- und Bundespolitik an die Reihe", erklärt der Pädagoge.

Über die bevorstehenden Wahlen haben die Schüler nicht nur im Unterricht geredet. "Wir haben uns auch im Internet über die Parteien und ihre Ziele informiert", sagt der 16-jährige René Rendant. Zwar darf der Zehntklässler morgen noch nicht wählen, aber er würde es gerne. "Ich möchte mit darüber entscheiden, wer in den Landtag kommt", betont der Schüler. Außerdem sagt er, dass Nichtwähler indirekt extremen Parteien wie der NPD nutzen. "Die möchte ich aber auf keinen Fall im Parlament sehen", erklärt René Rendant. "Ich bin nun bald mit der Schule fertig und möchte eine Ausbildung beginnen. Deshalb lag mir dieses Thema am Herzen und ich habe mich informiert, wie die Politiker mehr Ausbildungsstellen schaffen möchten", sagt Naif Al-Tameemi.

"Wenn ich 18 bin, werde ich auf jeden Fall wählen gehen, denn ich empfinde es als eine Pflicht", kündigt die 15-jährige Vivian Menke an. Sie weiß schon lange, welche Direktkandidaten und welche Parteien sich zur Wahl stellen. "Die von der SPD und CDU angesprochenen Themen finde ich sehr interessant. Andere Parteien haben aber manchmal komische oder unrealistische Forderungen", sagt die Schülerin. Als Beispiel nennt sie eine christliche Partei, die sich streng an der Bibel orientiert. "Das finde ich nicht gut", so Vivian Menke.

"Wer etwas verändern möchte, muss wählen gehen", fordert Silas Sackmann. Sein Klassenkamerad Anton Sudor ist bereits 18 und hat für Sonntag den Gang zum Wahllokal fest eingeplant. "Ich weiß auch schon, welche Partei ich wählen werde. Bei meiner Entscheidungsfindung hat mir der Wahlomat im Internet sehr geholfen. Dort kann man seine Interessen eingeben, und die Homepage vergleicht dies mit den Wahlprogrammen", sagt Anton Sudor.

Was die Schüler gewählt haben, wird, um die Landtagswahl nicht zu beeinflussen, erst Sonntag um 18 Uhr auf der Internetseite www.juniorwahl.de veröffentlicht.

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