Projekt Achim-West

Ein halbes Jahr Verzögerung

Hinter den Kulissen wird das Mammut-Projekt Achim-West weiter vorbereitet. Allerdings kam es zu einem halben Jahr Verzögerung, Achim und Bremen warten nun auf ein neues Gutachten.
12.07.2020, 17:29
Lesedauer: 2 Min
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Ein halbes Jahr Verzögerung
Von Kai Purschke
Ein halbes Jahr Verzögerung

Über die Autobahn 1 soll mit dem Projekt Achim-West bei Vitakraft eine neue Brücke gebaut werden, um die Verkehrssituation zu verbessern. An der A 27 soll dagegen eine Brücke "verlegt" werden.

Björn Hake

Es ist still geworden um das Mammut-Projekt Achim-West, das zunächst mal 140 Millionen Euro verschlingen wird. Hinter den Kulissen aber werde auf allen Ebenen intensiv gearbeitet, sagt Projektleiter und Achims Erster Stadtrat Bernd Kettenburg. Das betrifft sowohl die einzelnen Verfahren als auch die Gespräche mit dem großen Nachbarn Bremen, der das Projekt in der gemeinsamen Achim-West Entwicklungsgesellschaft (AWE) mit realisieren und am Ende auch mit daran verdienen soll. Wie viel und zu welchen Teilen – das soll ein weiteres Prognos-Gutachten klären, dessen Veröffentlichung bevorstehe.

Das Gutachten wird in Achim und Bremen sehnsüchtig erwartet, zumal der Vertrag zwischen den beiden Nachbarn über ihr deutschlandweit seltenes Projekt noch nicht unterschrieben ist. Kettenburg rechnet damit, dass der Senatsbeschluss in Bremen dazu wohl im Herbst ansteht. Er spricht weiterhin davon, dass sich Achim und Bremen „auf Augenhöhe“ in der Gesellschaft begegnen wollen. Und so schwebt die Frage der Finanzierung noch über allem, da die Finanzierungslücke von 23 Millionen Euro noch nicht geschlossen ist. Im Jahrespressegespräch kurz vor Weihnachten hatte Kettenburg noch die Hoffnung geäußert, dass bis zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres der Vertrag unterschriftsreif ausgehandelt sei.

Allein, dass nunmehr das dritte Quartal angebrochen ist, zeigt, dass eine Verzögerung eingetreten ist. Die Frage, ob der Achimer Stadtrat das Projekt Achim-West nun wirklich realisieren will, wenn klar sei, wie die Finanzierungslücke geschlossen werden kann, soll das Gremium laut Kettenburg wohl im zweiten Quartal 2021 beantworten. „Neben der finanziellen Frage geht es aber auch um eine Verkehrsentlastung für Uphusen und fürs Bremer Kreuz“, erinnert Kettenburg. „Ein halbes Jahr Verzögerung ist bereits drin“, hält Kettenburg fest.

Zum einen habe dies an der Corona-Krise gelegen, zum anderen musste die Projektgesellschaft teilweise nacharbeiten. Vor einem Jahr hatte die AWE den Planfeststellungsantrag beim Landkreis Verden eingereicht, dann tauchte im September 2019 eine neue Verordnung zum Bodenschutz auf, wie Kettenburg schildert, und so mussten die Unterlagen angepasst werden, die im Frühjahr 2020 nachgereicht worden sind. „Darin geht es um die Zwischenlagerung und Entsorgung des Bodens“, beschreibt es der Projektleiter. Ebenso musste die Frage detailliert beantwortet werden, wie der geplante Trog vor einer Überschwemmung geschützt werden soll.

Außerdem geht es in einem Parallelverfahren noch um die beiden geplanten Autobahnbrücken: Eine über die Autobahn 1 bei Vitakraft und eine über die Autobahn 27, die die jetzige Brücke, die zum Oyter See führt, ersetzen soll. „Sie muss abgerissen werden“, sagt Kettenburg. Weil sie zu alt und abgängig sei und fürs Projekt falsch stehe. Ihr Ersatz soll dann 100 bis 150 Meter entfernt davon gebaut werden.

Auch laufen noch die Planfeststellungsverfahren zur geplanten Autobahnabfahrt Achim-West, für die die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verantwortlich sei und auf Bremer Seite werde noch an den Planungen zur Fortführung der Planstraße auf Bremer Boden gearbeitet. „Parallel sind diese korrespondierenden und sich bedingenden Planverfahren auf den Weg gebracht worden“, fasst Kettenburg zusammen. Das gilt auch für die Planungen der Deutschen Bahn, mit der bereits durchgesprochen werden musste, wie die Bauarbeiten an der Bahnstrecke bis Ende 2024 verlaufen und wie die Sperrungen anfallen könnten.

Das alles, obwohl noch gar nicht entschieden ist, ob das Projekt überhaupt realisiert werden soll. Diese Tatsache führt auch zur Besonderheit, dass die Suche nach Kampfmitteln im Boden oder die archäologischen Prüfungen noch nicht stattgefunden haben.

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