Liliane Skalecki und Biggi Rist veröffentlichen ihren vierten Krimi mit Kommissar Hölzle „Rabenfraß“ führt in den Harz

Lilienthal·Bremen. Wenn es weitergehen soll mit Karriere und Berühmtheit, dann geht’s nach Hollywood. Für Hölzle soll es auch weitergehen.
09.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulrike Schumacher

Wenn es weitergehen soll mit Karriere und Berühmtheit, dann geht’s nach Hollywood. Für Hölzle soll es auch weitergehen. Aber nicht in den Bergen vor Los Angeles. Hölzle goes Harz. Und das auch nur, weil er sich erholen muss. Damit es danach weitergehen kann. Aber weil der Hauptkommissar auch im Urlaub nicht vom Dienst lassen kann, hat er gleich wieder einen Fall an der Backe. Seinen vierten. Den ersten löste er vor unserer Haustür, in den Wümmewiesen. Die nächsten in Bremen, und nun kommen Goslar, Wernigerode und Quedlinburg ins Spiel.

Hölzle – Vorname Heiner – ist der Fantasie zweier Frauen entsprungen, die beim gemeinsamen Reitvergnügen in den Borgfelder Wümmewiesen ihre kriminalistische Ader entdeckten. „Die Themen fallen einem ja tagtäglich ins Auge“, sagen Liliane Skalecki und Biggi Rist. Im Jahr 2012 legten sie mit „Schwanensterben“ ihren ersten Kriminalroman vor. Nun ist im Gmeiner-Verlag der vierte Fall für Hauptkommissar Hölzle erschienen. Titel: „Rabenfraß“.

Schon in Buch Nummer drei, „Mordsgrimm“, war Hölzles Sehnsucht nach Erholung angeklungen. „Er will wandern, Abstand gewinnen und seine Ruhe haben“, erklärt Biggi Rist. Ziemlich langweilig für einen Krimi, weshalb dem Bremer Ermittler auch schon am ersten Tag eine Leiche vor die Füße fällt. „Eine junge Frau wird enthauptet aufgefunden“, berichten die beiden Autorinnen. „Alle Indizien deuten darauf hin, dass der Ehemann der Mörder ist. Doch Hölzle hat Zweifel.“

Inspiration im Scharfrichter-Haus

Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und stolpert über länger zurückliegende Todesfälle. Je mehr er gräbt, in Zeitungsarchiven blättert und sich bei den Dorfbewohnern seines – frei erfundenen – Urlaubsorts Marode umhört, desto tiefer taucht er ein ins mörderische Geschehen und findet dabei zurück zu seiner verloren geglaubten Intuition. Die muss ihm auch helfen, denn Hölzle ermittelt überwiegend allein. Nur für kurze Zeit hat er eine Rechtsmedizinerin an seiner Seite, die den Kommissar mit pfiffigen Ideen unterstützt. Und auch sein Bremer Kollege Harry kommt ins Spiel, weil eines der Opfer aus dem Blockland stammt. Aber ansonsten bilden Clausthal-Zellerfeld, Braunlage oder Ilsenburg die Kulisse für Hölzles vierten Fall.

Sie wollten auf diese Weise gern die Landesgrenzen verlassen, sagen Liliane Skalecki und Biggi Rist, um mit ihren Büchern auch jenseits von Bremen Leser zu gewinnen. So hoffen die Autorinnen, dass eine Gegend, die vom Tourismus lebt, ihnen dabei hilft. Um am Kriminalroman zu schreiben, sind sie selbst für ein paar Tage in den Harz gefahren und haben Eindrücke gesammelt.

Treu geblieben sind die Autorinnen ihrem Stil, die Fälle an historischen Begebenheiten zu orientieren. Der Titel „Rabenfraß“ deutet auf die Hinrichtungsarten des Mittelalters hin. Die reichten vom Rädern, Ertränken und Verbrennen bis zum Begraben bei lebendigem Leibe. Den Rest erledigten die Raben.

Auf die Idee für diesen Krimi seien sie während der Criminale, eines Treffens der Krimiautoren, in Nürnberg gekommen. Auf dem Programm habe auch der Besuch einer Ausstellung über Hinrichtungen im Mittelalter gestanden, erzählt Biggi Rist. Dafür blickten sie sich im Wohnhaus eines einstigen Scharfrichters um. Auch Hölzle interessiert sich für diese dunkle Vergangenheit und besorgt sich – als Urlaubslektüre – das Tagebuch eines Henkers. Es ist in Kursivschrift in den Krimi, der für 12,99 Euro im Buchhandel erhältlich ist, eingebunden. Ob Hölzle erholt nach Bremen zurückkehrt? Vielleicht nicht, denn die letzten Sätze für das fünfte Buch der beiden Autorinnen aus Lilienthal und Bremen sind gerade geschrieben worden. Darin löst nicht Hölzle, sondern eine Gärtnerin auf der Insel Mainau den Fall. Aber Hölzle komme auch wieder, versichern die beiden Frauen. Die Idee für Krimi Nummer sechs gebe es schon.

Eine Lesung der Autorinnen aus dem Buch „Rabenfraß“ beginnt am Donnerstag, 11. Februar, um 19 Uhr in der Buchhandlung Leuwer am Wall in Bremen. In der Pusta-Stube am Blocklander Deich lesen Liliane Skalecki und Biggi Rist am Sonntag, 21. Februar, ab 18 Uhr.

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