Sterneneltern Achim

Raum fürs Trauern

Seit knapp einem Jahr sind die Sterneneltern Achim auch ein Verein. In diesem Jahr wollen sie einen weiteren Schritt gehen und suchen eigene Räumlichkeiten. Denn die Nachfrage nach Beratungen wächst stetig.
17.01.2019, 17:11
Lesedauer: 2 Min
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Raum fürs Trauern
Von Elina Hoepken

Im Frühjahr vergangenen Jahres haben die Achimer Sterneneltern den Schritt gewagt und einen eigenen Verein ins Lebens gerufen. Aus den sieben Gründungsmitgliedern sind mittlerweile 24 geworden – Tendenz steigend. Und nicht nur die Mitgliederzahlen schnellen in die Höhe, auch die regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppe finden immer mehr Anklang. Räumlich stoßen die Verantwortlichen deshalb langsam an ihre Grenzen. Seit der Gründung der Gruppe im Jahr 2014 trifft sie sich regelmäßig jeden ersten Montag im Monat in den Räumen des Bürgerzentrums Achim. Anfänglich seien die Betroffenen in kleinen Gruppen von bis zu fünf Personen gekommen.

„Mittlerweile sind wir im Schnitt bei 20 Menschen“, sagt Stefanie Gebers, Vorsitzende des Vereins. Die Sterneneltern Achim sind eine Anlaufstelle für Eltern, deren Kinder vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. „Als wir die Selbsthilfegruppe ins Lebens gerufen haben, hätten wir nie gedacht, dass die Resonanz so groß sein würde“, gibt Gebers zu. Mittlerweile kämen aber Betroffene aus der ganzen Region zu den Treffen nach Achim. Ähnliche Angebote gibt es sonst nämlich nur in Bremen, Oldenburg oder Hamburg.

Großer zeitlicher Aufwand

Weil die Nachfrage inzwischen so groß ist, werden die Betroffenen bei den Treffen mittlerweile in zwei bis drei Gruppen aufgeteilt, die alle einen eigenen Raum benötigen. Bisher deckt das Bürgerzentrum diesen Bedarf noch ab. „Jedoch ist es ein riesiger logistischer und zeitlicher Aufwand, alle vier Wochen die Materialien zu Hause einzupacken, zu transportieren, auf- und schließlich wieder abzubauen.“ Hierbei handele es sich etwa um Bücher aus der eigenen kleinen Bibliothek zum Verleih, Kerzen, Informationsmaterialien und Trostutensilien. „Insgesamt kommen durch diese Vor- und Nachbereitung bestimmt zwei Stunden zusammen“, schätzt Gebers. „Zeit, die wir für andere Vereinsarbeit sparen könnten.“

Aus diesem Grund sind die Sterneneltern nun auch auf der Suche nach eigenen Räumlichkeiten für den Verein. Denn neben der Begleitung der Betroffenen zählt auch die Aufklärungsarbeit zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeit. Das Material für den Besuch von Messen lagert aktuell noch bei den Mitgliedern zu Hause. Doch auch dort ist eine Grenze erreicht. „Unsere Dachböden platzen schon aus allen Nähten“, sagt Gebers.

Neues Domizil bestenfalls in Achim

Die neuen Räume wollen sie bestenfalls in Achim finden. „Das würde für uns als Organisatoren, die wir alle aus Achim und Umgebung kommen, die Arbeit schon sehr erleichtern.“ Zumal einige der Beratungsgespräche derzeit ebenfalls bei den Mitgliedern zu Hause stattfinden. Der Verein bietet nämlich nach einer entsprechenden Diagnose für die Eltern bereits in der Akutsituation Gespräche an. „Das sind meist sehr spontane Termine“, erklärt Gebers. So schnell seien die Räume im Bürgerzentrum aber oft nicht frei, weshalb man ausweichen müsse. „Das ist sicherlich nicht ideal, weil bei den Treffen in unseren privaten Wohnungen auch einfach die emotionale Abgrenzung fehlt“, sagt Gebers.

Daher hofft sie, dass im Jahr 2019 eine passende Immobilie für den Verein gefunden werden kann. Denn die Sterneneltern haben für die Zukunft noch einiges vor. „Wir wollen gerne unser Aktivbegleitungsteam noch weiter vergrößern“, sagt Gebers. „Unsere Vision ist es, dass wir irgendwann ähnlich wie ein Hospiz arbeiten können und aus einem große Pool an ausgebildeten Leuten Begleiter zu den betroffenen Familien schicken können.“

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