Holzbauunternehmen Kahrs hat in kürzester Zeit in Fischerhude einen Mobilbau für 32 Flüchtlinge errichtet

Richtfest an der Vereinsturnhalle

Fischerhude. 38 Meter lang, elf Meter breit – das sind die Maße für die mobile Flüchtlingsunterkunft, die in Windeseile auf dem Grundstück der Fischerhuder Vereinsturnhalle an der Landstraße entstanden ist. Am Freitag trafen sich zahlreiche Bürger, Politiker und die Vertreter der Baufirma Holzbau Kahrs aus Otterstedt auf dem Areal, um das Richtfest für den in Holzrahmenbauweise errichteten Mobilbau zu feiern.
19.03.2016, 00:00
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Richtfest an der Vereinsturnhalle
Von Lars Köppler
Richtfest an der Vereinsturnhalle

Zahlreiche Fischerhuder Bürger sowie Politiker und Verwaltungsangestellte aus dem Ottersberger Rathaus waren am Freitag zum Richtfest des Mobilbaus auf das Gelände der Vereinsturnhalle gekommen. Mitarbeiter der Holzbaufirma Kahrs vollführten die Zeremonie.

Björn Hake

38 Meter lang, elf Meter breit – das sind die Maße für die mobile Flüchtlingsunterkunft, die in Windeseile auf dem Grundstück der Fischerhuder Vereinsturnhalle an der Landstraße entstanden ist. Am Freitag trafen sich zahlreiche Bürger, Politiker und die Vertreter der Baufirma Holzbau Kahrs aus Otterstedt auf dem Areal, um das Richtfest für den in Holzrahmenbauweise errichteten Mobilbau zu feiern.

Bürgermeister Horst Hofmann und Jürgen Buthmann-von Schwartz vom Fachdienst Ordnung und Soziales zeigten sich beeindruckt von dem zügigen Verlauf der Arbeiten, die das Unternehmen bisher geleistet hat. Schließlich sei der Auftrag erst am 11. Februar vom Verwaltungsausschuss erteilt worden, sagte das Duo bei der Zeremonie. Für Zimmerermeister Harm Claus war es besonders im planerischen Bereich mit den zuständigen Behörden eine große Herausforderung, das optisch ansprechende Konstrukt innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden zu stampfen. Auch der Platz an der Halle habe gerade so eben ausgereicht. „Viel größer hätte es nicht werden dürfen“, sagte Claus, der die 16 Doppelzimmer mit seinen Kollegen so konstruiert hat, dass jederzeit mit einfachen Handgriffen die Räume in Familienzimmer umgewandelt werden können.

Einzug im April

32 Flüchtlinge sollen in diesem Frühjahr in den Schlichtbau einziehen. Mit der Belegung werde Anfang bis Mitte April gerechnet. „Das geschieht in Absprache mit dem Landkreis Verden“, informierte Horst Hofmann, der die Gemeinde und Bürger im Zuge der Flüchtlingskrise weiterhin gefordert sieht, die Gäste. „Wir werden aufgrund der recht hohen und auch in Zukunft nicht absehbaren Größenordnung an Flüchtlingen gefordert sein, Unterkünfte zur Unterbringung bereitzustellen“, stellte Jürgen Buthmann-von Schwartz fest. Allein im ersten Quartal 2016 seien dem Landkreis Verden 1200 Flüchtlinge zur regulären Aufnahme zugewiesen worden.

Ziel des Landkreises ist es, die für die Behausung der Schutzsuchenden umfunktionierten Sporthallen wieder für ihren ursprünglichen Zweck nutzen zu können. Bevorzugt setzt die Ottersberger Gemeindeverwaltung auch weiterhin auf die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnungen mit selbstständiger Haushaltsführung. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft immer noch eine große Lücke. „Weil Wohnungen in dem benötigten Umfang nicht ausreichend zur Verfügung stehen, können wir in absehbarer Zeit auf Sammelunterkünfte nicht verzichten“, teilte Horst Hofmann mit.

Mit dem Mobilbau auf dem Areal der Fischerhuder Vereinsturnhalle ist zwar ein erster Schritt getan, doch eine Dauerlösung soll und kann dies nicht sein. „Die Unterkünfte sind allein aus baurechtlichen Gründen nur eine zeitlich befristete Lösung“, erklärte der Bürgermeister, der in Absprache mit dem Landkreis dennoch weiterhin auf der Suche nach geeigneten Grundstücke ist, auf denen vorübergehend Mobilbauten entstehen können. Mit dem Neubau in Fischerhude betreten Gemeinde und Landkreis laut Hofmann „Neuland“. Der Bürgermeister habe die knappe Zeit intensiv genutzt, um mit allen Beteiligten – darunter auch das Deutsche Rote Kreuz als Koordinator für Großunterkünfte – zu einer durchdachten Lösung zu kommen. Die in den Schlichtbau in Fischerhude einziehenden Flüchtlinge erhalten demnach ein Zimmer mit Doppelstockbett, Kühlschrank und Schrankfach für Küchenutensilien.

Hinzu kommen zwei Küchen mit jeweils zwei Herden und einer Spüle, zwei Nassbereiche mit zwei fest eingebauten Modulen, die aus dem Schiffbau stammen. In diesem Modul ist jeweils Waschtisch, WC und Dusche enthalten. Die Flächen seien abwaschbar und mit Bodeneinlauf versehen. Die Entlüftung wird über einen Feuchtesensor geregelt. Weiterhin stehen den Menschen vier Waschmaschinen und Trockner sowie zwei unterschiedlich große zusätzliche Aufenthaltsbereiche in der Unterkunft zur Verfügung. „Es wird dabei darauf geachtet, dass die Menschen in diesen Unterkünften ein hinreichendes Maß an Privatsphäre erhalten und sich ebenfalls selbst versorgen können“, sagte Horst Hofmann. Angetan war auch Anwohnerin Minka Straube, die selbst in der Flüchtlingshilfe aktiv ist. „Ich finde das gut. Wir müssen etwas für diese Menschen tun, und das in würdiger Form.“

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