Freiwilliges Soziales Jahr Rundumbetreuung für Leseratten

Franziska Johanning absolviert seit Anfang des Monats ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Achimer Stadtbibliothek. In ihrer täglichen Arbeit will sie den Fokus vor allem auf die jungen Besucher legen.
20.09.2018, 17:41
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Von Gisela Enders

Folieren und makulieren: „Das waren Aufgaben, die ich nach meinem Dienstantritt in der Achimer Stadtbibliothek zunächst zu bewältigen hatte“ beschrieb Franziska Johanning ihren Einsatz am Anfang des Monats. Während das Folieren keiner näheren Erläuterung bedurfte, hielt sie für das Makulieren erklärende Worte bereit: „Der Begriff wird für das Aussortieren von überalterten oder aus anderen Gründen nicht mehr genutzten Medien, sowohl aus den Regalen als auch aus den Computer-Dateien, verwendet." Seit Anfang September absolviert Johanning ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Achimer Stadtbibliothek.

Er sei sehr froh, in Franziska Johanning eine Kraft gefunden zu haben, die einerseits mit großer Begeisterung bei der Sache sei und sich zum anderen hervorragend in das vorhandene Team eingefügt habe, zeigte sich Bibliotheksleiter Stephan Leenen erfreut über den Neuzugang. Drei weitere Kandidatinnen hätten sich seinerzeit um den Job bemüht, der letztendlich der jungen Frau aus Tostedt zugesprochen wurde. Wesentliche Unterschiede zwischen den Bewerberinnen habe es nicht gegeben, erklärte der Bibliotheksleiter. Die Entscheidung sei ihm damals nicht leicht gefallen.

Ihr Abitur hat die 19-Jährige bereits im vergangenen Jahr abgelegt und sich im Anschluss daran auf eine Reise durch mehrere europäische Länder begeben. Während dieser Zeit habe sie sich Klarheit über ihre berufliche Zukunft verschaffen wollen, was letztendlich nicht so recht gelungen sei. „Nun gebe ich mir ein weiteres Jahr und hoffe, bald zu einem Entschluss zu kommen."

In Teamarbeit mit berufserfahrenen Kolleginnen betreut Franziska Johanning zukünftig Leserinnen und Leser, die auf der Suche nach Klassikern und Neuerscheinungen in der Stadtbibliothek sind. Neben der klassischen Ausleihe von Büchern gibt es dort seit mehreren Jahren ergänzende Angebote. Dazu gehören zum Beispiel Lesungen angesagter Autoren und auch Rückzugsorte, in denen die Besucher in Bücher hineinschnuppern können, die vielleicht später zur Lieblingslektüre oder wieder verworfen werden.

Ganz besonders am Herzen liege ihm die Arbeit mit Kindern, erwähnte Leenen einen weiteren Schwerpunkt in der Bibliotheksarbeit. Im Zeitalter von Handy und Playstation sehe er großen Handlungsbedarf und freue sich auf Projekte, die die FSJlerin für die Zukunft plant. „Ich überlege noch, was ich in Angriff nehmen werde“, ließ sie sich nicht in die Karten blicken, versprach jedoch, ihr besonderes Augenmerk auf die jungen Besucher der Bücherei zu richten.

Schon jetzt trifft Franziska Johanning regelmäßig auf Leser der jüngsten Generation. Unter der Obhut von Mehmet Ates treffen sich im Bürgerzentrum an der Magdeburger Straße einmal wöchentlich Mädchen und Jungen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, um von ihr Geschichten zu hören und sie auch selbst zu lesen. „Das seit zweieinhalb Jahren bestehende und überaus erfolgreiche Lesemaus-Projekt zeigt deutlich, was Kinder bei intensiver und zielgerichteter Förderung zu leisten vermögen“, sagt der Sozialarbeiter. Die Teilnehmer, die alle im Alter zwischen sieben und elf Jahren sind, würden kontinuierlich Fortschritte machen. Die feste Gruppe von mittlerweile 13 Kids sei mit Eifer dabei und zeige hervorragende Kenntnisse. „Und, wer erst am Anfang steht, wird von den Fortgeschrittenen geduldig begleitet“, freut sich Stepahn Leenen über die Fortführung der Arbeit durch Franziska Johanning.

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