Sommerworkshops HKS Schräge Kunst

Voll belegt waren in dieser Woche die Workshops der Hochschule für Künste im Sozialen. Zu den Ergebnissen gehörten bunte Vogelmasken und Raketen.
28.07.2017, 17:49
Lesedauer: 2 Min
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Schräge Kunst
Von Marius Merle

Ottersberg. Den letzten Feinschliff brauchen einige der „schrägen Vögel“ an diesem Tag noch. Mit bunten Farben erhalten die Masken das perfekte Erscheinungsbild. Bis zu diesem Schritt haben die Teilnehmer des Maskenbau-Workshops der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg bereits einige Arbeit in ihr Stück investiert. „Zunächst ging es um den plastischen Prozess“, erklärt Kursleiter Hans-Joachim Reich. Dafür wurde die Maske mit Ton modelliert, es folgte das Bekleben mit Maskenpapier, bevor das Werk aufgeschnitten wurde, um den Ton zu entfernen. Der Prozess endete mit dem Zusammenkleben. Nach Abschluss des „malerischen Prozesses“ am Freitag soll kommende Woche der „darstellende Prozess“ folgen. Denn die Kursteilnehmer wollen mit ihren Masken als „schräge Vögel“ in Rotenburg bei La Strada auftreten.

Insgesamt fünf Workshops haben an der HKS diese Woche stattgefunden. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf“, sagt Kursleiterin und Organisatorin Ariane Weidemann. Alle Kurse waren mit insgesamt etwa 40 Teilnehmern voll und es gab auch viele interessierte Besucher. Mittags gab es – spontan initiiert – ein gemeinsames Kochen. „Echte Urlaubsatmosphäre“, befindet Weidemann. Der Großteil der Teilnehmer kam aus Bremen und Ottersberg, aber aus Essen oder Borkum wurde für die Workshops ebenfalls angereist. „Auch Bewerber der Hochschule waren dabei, die ihre Bewerbungsmappe dadurch vervollständigt haben“, erzählt Weidemann. Für diese ging es im Anschluss am Freitag direkt noch zur Zulassungsprüfung. Insgesamt sei es ein sehr gemischtes Teilnehmerfeld gewesen.

Das zeigt sich auch beim Maskenbau-Workshop. Zwischen zwölf und 75 Jahren ist dort jedes Alter vertreten. Auch in Sottrum lebende Flüchtlinge sind darunter. „Es handelt sich zudem um ein inklusives Projekt“, sagt Reich. Denn wenn es zu La Strada geht, werden auch Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe dabei sein und sich als schräge Vögel präsentieren. Schräg sind auf dem Campus am Wiestebruch in der Woche derweil nicht nur die Masken. Im offenen Workshop für Malerei und Zeichnung von Weidemann haben die Teilnehmer unter anderem blind – sprich, ohne auf das Papier zu schauen, – Gesichter gezeichnet. Das durchaus spannend anzusehende Ergebnis: schräge Mundwinkel, asymmetrische Augenpartien und deformierte Nasen. Ein Hauch Surrealismus an der HKS.

Auch für die Kleinsten bot die Hochschule wieder einen Workshop an. „Der ist immer schon voll, bevor wir überhaupt die Flyer fertig haben“, betont Weidemann die hohe Nachfrage. Dieses Mal hieß es „auf dem Weg zu neuen Planeten“. Dafür wandelten die Mädchen und Jungen einen Raum mal eben zum „Ottersberger Raketenzentrum“ um und werkelten an einer eigenen Rakete. „Ich habe zusammen mit meinem Freund Luca den Motor zusammengebaut“, sagt Liam, zeigt stolz das Werk und erklärt mit vollem Eifer, wo sich Antriebsdüsen, Lüftungsklappen und Co. befinden und wie sie funktionieren. „Am Schönsten fand ich, dass jeder eine Aufgabe hatte, aber wir trotzdem ein Team waren“, berichtet ein anderer junger Nachwuchsastronaut. Für das perfekte optische Erscheinungsbild wurden natürlich auch Treibstoffflaschen, Helme und Moonboots gebastelt – alles dank Farbe und Alufolie im Metallic-Look. Ein Starttermin der Rakete steht indes noch nicht fest. Dafür war eine Woche Workshop dann wohl doch zu wenig.

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