Online-Petition aus Achim

Uphuser Eltern kämpfen für Leitungsduo

Weil am Stichtag acht Kinder zu wenig die Grundschule Uphusen besucht haben, verliert diese die Konrektorstelle, nachdem sie besetzt wurde. Dagegen protestieren die Eltern nun mit einer Online-Petition.
12.01.2021, 16:54
Lesedauer: 3 Min
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Uphuser Eltern kämpfen für Leitungsduo
Von Kai Purschke

Nachdem jüngst eine Online-Petition aus Achim-Uphusen, die die Forderung nach einer Fußgängerampel beinhaltete, für Furore sorgte (wir berichteten), ist nun die nächste Petition aus Uphusen gestartet worden. Auch diese Online-Unterschriftensammlung ist unter www.change.org erreichbar. Sie wurde von Eltern der Grundschule Uphusen am Sonntag initiiert und verzeichnete bereits am Dienstagnachmittag rund 360 Unterstützer. Ihr Ziel: der Erhalt des Leitungsteams an der Grundschule Uphusen. Ihr Adressat: das Regionale Landesamt für Schule und Bildung.

Die Eltern hoffen auf Einsicht der Behörde, die über die Personalien an Schulen entscheidet. Am 1. Februar 2020 hatte Doris Trettin die Leitungsstelle als Rektorin in Uphusen übernommen. Zum 1. August war die Position des Konrektors offiziell ausgeschrieben. Nina Recke trat diese Stelle an „und wurde von Schuldezernent Jörg Rokitta in dieser Funktion begrüßt“, heißt es von den Eltern. Aber: „Nun wird ihr die versprochene Konrektorenstelle aufgrund der aktuellen Schülerzahlen aberkannt.“ Zusätzlich zu diesem Verlust verliere sie mit dieser Entscheidung ihre generelle Befähigung, das Amt einer Konrektorin auszuüben, da die im Februar 2020 abgeleistete Prüfung nur ein Jahr Gültigkeit habe. „Die Landesschulbehörde ist nicht bereit, diese Frist zu verlängern“, monieren die Eltern. Zudem entgehe Rektorin Doris Trettin eine Besoldungszulage.

Was für Unverständnis bei den Eltern sorgt: Beides geschieht, da die Anzahl der Kinder an der Grundschule Uphusen das Mindestmaß von 181 „um sechs Schüler“ unterschreite. Dabei weise die Statistik schon zum Schuljahr 2021/2022 eine ansteigende Schülerzahl über die geforderten 181 Schüler hinaus aus. „Es geht also darum, die bereits erfolgreich und ambitioniert gestartete Teamarbeit an unserer Schule für ein Halbjahr zu überbrücken und fortzuführen“, appellieren die Eltern an die Behörde.

Landesamt macht wenig Hoffnung

Bianca Trogisch, Sprecherin des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung, sagte auf Nachfrage dazu: „Wir nehmen die Sorgen der Eltern ernst und halten ihr Anliegen auch für absolut nachvollziehbar. Auch ist uns bewusst, dass die persönliche Situation der betroffenen Lehrkräfte sehr schwierig ist.“ Aber es sei festzuhalten, dass sich Stellenbesetzungen nach der Schülerzahl richten. Diese werde jährlich zum Stichtag 1. September aufgestellt. Laut Behörde waren es an der Grundschule Uphusen am 1. September 2019 exakt 161 Schüler, genau ein Jahr später am Stichtag waren es 173 Schüler. Aber: „Die Stelle der Konrektorin darf erst wieder besetzt werden, wenn die notwendige Schülerzahl von 181 mindestens ein Jahr vorgelegen hat und voraussichtlich weitere drei Jahre vorliegen wird“, erklärte Trogisch – dafür waren am Stichtag acht Kinder zu wenig an der Schule.

Die Besetzung der Konrektorstelle komme frühestens zum 1. August 2022 bei zukünftig erfüllten Voraussetzungen in Betracht. Ausnahmen gibt es nicht. Auch keine Besoldungszulagen für Rektorin Doris Trettin, denn die Schülerzahl liege eben unter 181. Dass die Konrektorstelle überhaupt ausgeschrieben und die Besetzung vorangetrieben wurde, sei auf eine zu positive Schülerzahlenprognose des Schulträgers zurückzuführen – vor 2019 wurden regelmäßig mehr als 180 Schüler in Uphusen unterrichtet.

Befürchtungen der Eltern

Die Eltern befürchten, dass wegen Bürokratie beide Führungskräfte „unsere Schule verlassen, um das angestrebte Amt an anderer Stelle ausüben zu können“. Dabei seien die Lehrer, Eltern und Kinder froh gewesen, dass nach langjähriger Leitung durch Bärbel Haverkamp und Astrid Degenhardt „sofort ein neues, engagiertes und harmonisierendes Leitungsteam gefunden wurde“. Da bereits zum Jahresende Schulsekretärin Gunda Schablow in den Ruhestand ging, befürchten die Eltern im schlimmsten Fall „große Defizite in der reibungslosen Umsetzung von schulischen Verwaltungs-und Haushaltsaufgaben“.

Bianca Trogisch: „Wir prüfen derzeit im Gespräch mit den beiden betroffenen Lehrkräften, ob für sie eine unkomplizierte Lösung möglich ist“. Unabhängig vom Ausgang der Gespräche werde die Schule „auch weiterhin professionell und engagiert geleitet“.

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