Schulwegsicherheit in Achim

Jeden Tag gibt es kritische Situationen

Kritische Situationen, hervorgerufen durch Autos, durch Baustellen, nicht eindeutige Beschilderungen, aber auch durch Schüler, die kreuz und quer fahren, sind in Achim alltäglich. Darüber wurde nun geredet.
17.09.2020, 15:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Gisela Enders

Das Thema Schulwegsicherheit beschäftigt in Achim eine Vielzahl von Personen. Zum einen besorgte Eltern, zum anderen Lehrer und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Fragen und Wünsche auf deren Umsetzbarkeit zu prüfen haben. „Ziemlich oft müssen wir leider feststellen, dass Vorschläge – mögen sie auch noch so sinnvoll sein – aus verschiedenen Gründen keine Chance auf Realisierung haben“, bedauert Stefan Schuster. Im Rahmen einer Gesprächsrunde, die nun auf Einladung des Ortsverbands „Bündnis 90/Die Grünen“ im Kasch stattgefunden hat, versprach der städtische Verkehrsplaner aber, jedem Hinweis nachzugehen und für Verbesserungen zu sorgen, wo immer sich eine Gelegenheit biete.

Lennart Quiring hatte sich für die Moderation des Abends zur Verfügung gestellt. Dem Uesener, dessen Shirt den Pädagogen als „Erdenbewohner“ auswies, liegt die Sicherheit der Mädchen und Jungen am Herzen, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg zur Schule machen und dabei vielerlei Gefahren ausgesetzt sind. Besonders die Situation im Verlauf der Desma-/Bergstraße findet der Cato-Lehrer bedenklich und hoffte darauf, mit Unterstützung der Anwesenden Einfluss nehmen zu können auf Veränderungen „raus aus dem Chaos“. Jeden Tag beobachte er kritische Situationen, hervorgerufen durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen, nicht eindeutige Beschilderungen, aber auch durch Schüler, die, ohne nachzudenken, einfach „kreuz und quer fahren“.

Zahlreiche Knotenpunkte

Zu Beginn der gut zweistündigen Veranstaltung benannte Stefan Schuster weitere Knotenpunkte, die an diesem Abend jedoch nicht zur Debatte standen. Im Einzelnen erwähnte er die Situation in Uphusen (Supermarkt Netto), in Uesen (Supermarkt Lidl) und an der Uesener Brückenstraße, wo Schülerlotsen im Einsatz sind und eine gewisse Sicherheit gewährleisten. Als besonders problematisch bezeichnete aber auch er den Bereich rund um Desma- und Bergstraße, wo Rad fahrende Schüler, zum Beispiel aus der Steubenallee kommend, „sich ihren Weg erobern und der Straßenverkehrsordnung keinerlei Beachtung schenken“. Dazu kämen der Busverkehr sowie zu Stoßzeiten ein hohes Aufkommen an Autofahrern und Fußgängern. „Es sollte nicht erst etwas passieren, bevor die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten tätig wird“, sagte der Verkehrsplaner und setzt auf Hinweise und Unterstützung durch die Anwesenden.

Irreführende Verkehrsschilder kamen noch einmal durch Quiring ins Gespräch, im Wege stehende Müllgefäße stören eine weitere Gesprächsteilnehmerin. Christine Vornholt, Mitglied der Grünen, könnte sich indes vorstellen, den Lkw-Verkehr aus dem Bereich zu verbannen. Zudem wies sie auf rücksichtsloses Fahren vieler Bürger hin und beklagte die Anzahl der Elterntaxis, die wegen Corona wieder vermehrt unterwegs sind. Axel Gröning, stellvertretender Leiter der IGS Achim, erkannte auch in der angrenzenden Waldenburger Straße beängstigende Zustände.

Umfangreiche Ideensammlung

Bevor Quiring die Gesprächsteilnehmer aufforderte, ihre Vorschläge zur Eindämmung der vielfältigen Gefahren auf Kärtchen an Pinnwänden zu fixieren, brachte er seine Hoffnung auf das Zustandekommen eines Gesprächsergebnisses zum Ausdruck, das insgesamt zu einer Verbesserung der Lage führen könnte. Mehr Polizeipräsenz zu Stoßzeiten, farbig markierte Fahrradspuren, ein zweiter Zebrastreifen vor dem Kasch, die temporäre Umwandlung beider Verkehrswege in Einbahnstraßen, ein wiederholter Elternaufruf, ihre „Taxis“ in der Garage zu lassen, die Installation einer weiteren Ampel für Radfahrer und Fußgänger an der Desma-Kreuzung. Auf bunten Kärtchen fanden diese sowie andere Anregungen der knapp 20 Gäste Platz. Eine der Ideen ließe sich im Übrigen ohne finanziellen Aufwand umsetzen: der rücksichtsvolle Umgang aller Verkehrsteilnehmer miteinander.

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