Theater-AG des Cato-Gymnasiums

Schwerer als gedacht

Mit den Rechten von Kindern setzte sich die Theater-AG des Cato-Gymnasiums in ihrer neuesten Inszenierung auseinander. Dafür bekam sie viel Lob aus dem Publikum und sogar von der Autorin des Stückes selbst.
27.05.2019, 15:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke
Schwerer als gedacht

In dem Theaterstück werden Themen behandelt wie Vorurteile, Mobbing und Gewalt an Kindern. Schnell wird klar, dass es in der Welt von Minderjährigen nicht immer friedlich zugeht.

Björn Hake

Kinder und ihre Rechte: Das war das beherrschende Thema der neusten Inszenierung der Theater-AG des Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums. Nach der Premiere am Sonnabend gab „Cato_Act“ – wie sich die AG nennt – noch einmal eine zweite Aufführung am vergangenen Sonntagnachmittag. Das Stück trug den Titel „Unser gutes Recht“ und stammt aus der Feder von Gabi Seba.

Spielleiterin Elli Brauner hatte nach eigenen Angaben selber schon positive Erfahrungen mit einer Inszenierung des Werkes vor einigen Jahren gemacht. Vor einer moderat gefüllten Aula im Cato-Gymnasium ging es für die Theatergruppe am Sonntag nun also in die zweite Runde. Und bei der Aufführung war dieses Mal sogar die Autorin höchstpersönlich im Publikum anwesend.

Gespräche auf dem Skaterplatz

Das Stück beginnt auf einem Skaterplatz. Eigentlich sollte es ein lustiger Tag dort werden. Doch als ein Kind auf zwei bunte Gestalten trifft, die sich selbst als Kasper vorstellen, ändert sich plötzlich alles. Nach einem ersten Zögern entbrennt zwischen den Dreien eine lebhafte Diskussion über die Rechte von Kindern. Es werden Themen behandelt wie Vorurteile, Mobbing und Gewalt an Kindern. Schnell wird klar, dass es in der Welt von Minderjährigen nicht immer so friedlich zugeht, wie es scheint. „Ich finde, das Leben ist manchmal total schwierig, besonders für Kinder“, heißt es beispielsweise an einer Stelle in dem Stück.

Trotz dieser sehr ernsten Themen versuchte „Unser gutes Recht“ auch mal einen leichtherzigen Ton anzuschlagen. Besonders die beiden Kasper sorgten für viel Erheiterung im Publikum. Neben der Rahmenhandlung auf dem Skaterplatz gab es jedoch auch zwischen den Gesprächen immer wieder eingeschobene Szenen. In diesen wurden die angesprochenen Themen wie Kinderarbeit oder auch das Mobbing an Schulen noch einmal deutlich gezeigt.

Es waren gerade diese Szenen, in denen die Mitglieder von „Cato_Act“ selbst kreativ geworden sind. So musste mit zum Teil einfachsten Mitteln eine Szenerie dargestellt werden. Ein Fußball reichte dabei beispielsweise aus, um einen ganzen Sportplatz zu erschaffen, und aus einem Stapel Kartons wurde schnell eine Rampe für Skateboards. Die Rollenverteilung fiel großzügig aus. Jedes Kind übernahm, unabhängig von Alter oder Geschlecht, gleich mehrere Rollen. So wurden selbst die Hauptrollen in der Mitte der Geschichte ausgetauscht.

Auch Szenen aus eigener Feder

Obwohl die Idee und der größte Teil des Textes von Gabi Seba stammten, hatte die Theatergruppe des Gymnasiums dem Werk auch ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Viele der eingeschobenen Szenen stammten aus der Feder der Kinder. „Ich schwöre, ich habe nichts daran revidiert“, versprach Elli Brauner. Die Schauspieler bekamen während der Probenphase gruppenweise Themen zugewiesen und schrieben daraufhin ihren Text und die passenden Regieanweisungen selber. Nach Angaben der Spielleiterin seien gerade die Rechte von Kindern etwas, das die Schüler sehr bewege. Vor allem an der aktuellen politischen Lage und Aktionen wie „Fridays for Future“ könne man sehen, wie auch Minderjährige sich für ihre eigenen Rechte einsetzen würden.

Am Ende der Aufführung gab es Lob von allen Seiten für die Mitglieder von „Cato_Act“. „Ich bin wahnsinnig stolz, dass das immer wieder klappt“, sagte Brauner. Ein ganz besonderes Kompliment gab es von der Autorin Gabi Seba. „Die beste Inszenierung, die ich seit 20 Jahren gesehen habe", lobte sie am Ende. Das wichtigste Feedback kam aber wahrscheinlich von den anwesenden Freunden und Verwandten der Darsteller. „Das war wirklich ganz toll“, waren die begeisterten Rückmeldungen.

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