Fußball Oberliga

Schwierige Übergangsphase beim TB Uphusen

Beim TBU sind die jüngeren Ereignisse noch nicht vergessen, der Blick muss aber nach vorne und somit auf den FC Hagen/Uhtlede gerichtet werden.
11.10.2019, 15:18
Lesedauer: 3 Min
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Schwierige Übergangsphase beim TB Uphusen
Von Patrick Hilmes
Schwierige Übergangsphase beim TB Uphusen

Kapitän Ole Laabs und der TB Uphusen sind schon länger ins Stolpern geraten. Im ersten Spiel nach der Entlassung des Trainers fand sich der Mannschaftsführer zudem auf der Bank wieder.

Björn Hake

Achim. Eine Fußballmannschaft, die sich seit geraumer Zeit in sportlicher Misslage befindet – eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Die Konsequenz des Oberligisten TB Uphusen hieß am Ende: Trainerentlassung. Fabrizio Muzzicato musste seinen Posten räumen. Nun befindet sich der Klub vom Arenkamp in der schwierigen Übergangsphase, die jüngeren Ereignisse sind natürlich noch nicht aus den Köpfen verbannt, doch der Blick muss nach vorne gerichtet werden.

Für den Trainer und die sportliche Leitung sind solche Situationen unbestritten schwierig. Der Coach muss sein Projekt mehr oder weniger unfreiwillig beenden, und der Verein hat die Entscheidung zu fällen sowie die Konsequenzen zu tragen. Die dritte Komponente ist dabei die Mannschaft, die bisher noch nicht gehört wurde und für die solche Ereignisse verzwickt sind. Das kann auch Uphusens Kapitän Ole Laabs bestätigen: „Jeder konnte sich ja eins und eins zusammenzählen. Daher kam die Entscheidung nicht überraschend, aber irgendwie war sie trotzdem ein Schlag ins Gesicht. Es ist immer unangenehm, wenn ein Trainer gehen muss. Für die, die schon länger mit Fabrizio gearbeitet haben, ist es nochmals zusätzlich eine blöde Situation. Denn es war ja nicht Fabrizios Schuld, dass wir in dieser Lage stecken. Er hat die Sachen immer gut analysiert und sich auch zur Vorsaison deutlich gesteigert. Natürlich gibt es Kleinigkeiten, die nicht passen. Aber das gibt es überall. Wir als Mannschaft haben einfach nicht das umsetzen können, was er von uns gefordert hat. Ich kann nicht für alle sprechen, aber für viele: Keiner wollte das, viele hatten das Gefühl, Fabrizio hängen zu lassen.“

Nichtsdestotrotz, jetzt ist beim TBU die Zeit nach Fabrizio Muzzicato angebrochen. Der Trainereffekt blieb im ersten Spiel unter Interimscoach Sven Apostel aber aus (1:2 gegen MTV Eintracht Celle). Der vorläufige Trainer hat aber dennoch Positives vermerkt. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns alleine in der ersten Halbzeit vier Chancen erspielt, das war gegen Oldenburg und Delmenhorst noch ganz anders“, betont Apostel. Doch auch er weiß, dass weiterhin das Offensivspiel beim TBU krankt. Einer der entscheidenden Faktoren seien dabei die Köpfe der Spieler. „Sie werden täglich mit der Situation konfrontiert, dann nutzt du deine Chancen gegen Celle nicht konsequent und gerätst wieder in Rückstand. Die Celler, die bestimmt zwischen Platz drei und fünf landen werden sowie teils seit zehn Jahren zusammenspielen, können sich dann zurückziehen. Und wir sollen dann in unserer Lage das Spiel machen? Da spielt der Kopf eine sehr große Rolle“, analysiert Apostel, der sich im Übrigen die dauerhafte Rolle als Chef-Coach aus privaten Gründen nicht vorstellen kann. Sobald ein Muzzicato-Nachfolger gefunden sei, rücke er wieder zurück auf seinen alten Posten als Co-Trainer.

Apropos Kopf: Nach einer Entlassung des Coaches liegt die Verantwortung entsprechend vermehrt auf den Schultern der Mannschaft und damit einhergehend auf denen des Kapitäns. Das bestätigt auch Ole Laabs: „Ja, die Last liegt nun auch mehr auf dem Kapitän, doch das war gegen Celle Lindi (Rilind Neziri, Anm. d. Red.).“ Der eigentliche Kopf der Mannschaft wirkte gegen den MTV gar nicht mit. Ole Laabs musste erstmals in seiner Zeit am Arenkamp ein Spiel über 90 Minuten von der Bank aus verfolgen. Apostel begründete Laabs Reservistenrolle mit seinen gesammelten Trainingseindrücken und verwies ebenso auf taktische Beweggründe, da Celle über schnelle Offensivkräfte verfügt. Der Natur eines Spielers entsprechend schmeckte dem Mannschaftsführer diese Entscheidung natürlich weniger. „Ich hätte natürlich gerne auf dem Platz gestanden, das will ich immer. Aber manchmal sieht der Trainer etwas, was Spieler nicht sehen. Und er kann auch nicht den Tenor aller treffen. Zudem ist der Erfolg wichtiger als die Belange Einzelner“, gibt sich Laabs diplomatisch.

Im kommenden Spiel am Sonntag vor heimischer Kulisse gegen den FC Hagen/Uthlede (Anpfiff um 15 Uhr) dürften die Attribute des bulligen Kapitäns aber wieder vonnöten sein, gilt der FC doch als kampfstarke Truppe. Aber eines geht in einer solchen Übergangsphase ebenfalls mit einher: Es müssen auch unbequeme Entscheidungen getroffen werden, damit die weitere Saison des TB Uphusen nicht verläuft wie die vergangenen.

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