Katholische Sternsinger

Segen auf anderen Wegen

Die Corona-Pandemie macht auch vor der segensreichen Arbeit der Sternsinger in Achim und Verden nicht halt und zwingt diese, ihren Segen auf anderen Wegen zu erteilen. Segenstüten ersetzen dabei den Hausbesuch.
10.01.2021, 15:54
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders und Jörn Dirk Zweibrock

Hilfe für Kinder in aller Welt. Trotz oder gerade wegen Corona sei die Unterstützung notleidender Kinder in diesem Jahr ganz besonders wichtig, ist aus dem Team derer zu hören, die sich in der Achimer St.-Matthias-Gemeinde ihre Gedanken gemacht haben, wie die Sternsinger-Aktion trotz anhaltender Pandemie durchgeführt werden könnte. Zogen bisher um den 6. Januar herum prächtig gewandete Könige durch das Achimer Stadtbild und brachten als Segensbringer Freude in die Haushalte, so fehlte der Farbtupfer in diesem Jahr.

Kreativität war also gefragt, und so erhielten am Sonnabend zahlreiche Gemeindemitglieder im Einzugsbereich der katholischen Kirche Segenstüten als Dank für ihre Spende. Nutznießer des Geldes werden Kinder in der Ukraine sein, die nach bewaffneten Konflikten zwischen Regierungseinheiten und Separatisten immer noch auf der Flucht sind oder in wirtschaftlich äußerst schwierigen Verhältnissen leben. Ausgeteilt wurden die kleinen Präsente von mehr als zehn Helfern, die sich im Anschluss an die Aussegnung durch Pastor Sebastian Chenceril am Sonnabendvormittag von der Meislahnstraße aus auf den Weg zu den einzelnen Familien gemacht hatten. Liebevoll verpackt wurden Segensaufkleber, Kreide, der Hausbesuchstext und ein von den Kindern gebastelter Stern überreicht. Ein Link zum Sternsinger-Lied im Internet komplettierte die kleine Gabe.

„Öffne die Herzen der Menschen und helfe, das Licht des Glaubens in die Welt zu tragen“, formulierte Chenceril seine Hoffnung auf ein gutes Jahr und segnete die Geschwister Theo, Clara und Moritz Combé, die, mit goldenen Kronen bestückt, in diesem Jahr die Heiligen drei Könige gaben. Die Geschichte rund um die Monarchen aus dem Morgenland sei gemeinsam gelesen worden, erklärte Mutter Anne Combé, und der 13-jährige Theo freue sich sehr, seinen jüngeren Bruder Moritz in das festliche Ritual einführen zu dürfen.

Die Corona-Pandemie macht derweil auch in Verden vor dem traditionellen Dreikönigssingen nicht halt. Somit kann die Sternsingeraktion in diesem Jahr auch nicht wie gewohnt in der Verdener Propsteigemeinde St. Josef ablaufen. „Hausbesuche mit Kindergruppen wird es nicht geben“, betont Propst Matthias Ziemens. In den vergangenen Jahren haben der Verdener Eberhard Walther und seine Sternsinger auch jeweils die Bürgermeister in den Rathäusern sowie die Menschen in den Seniorenheimen besucht.

Das diesjährige Anliegen wird jedoch in den Heiligen Messen am Sonntag thematisiert. "Gegen eine Spende verteilen wir in den Gottesdiensten bunte Taschen mit den klassischen Sternsinger-Utensilien wie Aufklebern und Kreide", verrät Ziemens. Der Erlös und die sonntägliche Kollekte kämen wieder der Sternsingeraktion zugute. Bei der Erteilung des christlichen Haussegens werden die Buchstaben C, M und B sowie die Jahreszahl traditionell mit Kreide über die Eingangstüren geschrieben. Hinter den drei Lettern verbirgt sich die Segensbitte Christus Mansionem Benedicat, also Christus segne dieses Haus. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind, die drei Kreuze für den Segen "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes". In den vergangenen Jahren haben wir an die Haustüren auch schon manchmal einen Sticker geklebt", erinnert sich Susanne Gröper. Sie hat die Verdener Sternsinger vor der Pandemie immer gründlich auf ihre große Mission vorbereitet. Mit ihren Kronen und königlichen Gewändern erinnern die Sternsinger alle Jahre wieder an die Heiligen Drei Könige, die zum Jesuskind an die Krippe kamen. Das Kindermissionswerk Die Sternsinger setzt sich mit der jährlichen Sternsingeraktion weltweit für Kinder in Not ein. 2021 steht die Ukraine im Mittelpunkt.

Laut Schätzungen des Projektpartners Caritas Ukraine wachsen dort rund zwei Millionen Kinder bei einem Elternteil, bei Großelten, Verwandten oder in Pflegefamilien auf. Die Eltern arbeiten oft im Ausland, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. „Die meisten lassen ihre Kinder schweren Herzens zurück und hoffen, mit genügend Ersparnissen wieder nach Hause zurückkehren können“, erzählt Ziemens. Unter www.sternsinger.de (Materialien) gibt es Lieder der Sternsinger.

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