Seniorenbeirat Achim Im Einsatz für die ältere Generation

In diesem Jahr steht erneut die Wahl des Senioren- und Behindertenbeirats an. Die ehrenamtliche Tätigkeit bringt gewisse Anforderungen und Aufgaben mit sich, wie die aktuellen Mitglieder erklären.
05.07.2021, 11:30
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Im Einsatz für die ältere Generation
Von Philipp Zehl

Alle fünf Jahre steht die Wahl des Senioren- und Behindertenbeirats in Achim auf dem Programm, so auch in diesem Jahr. Ziel und gleichzeitig Aufgabe des Beirats ist es, die Bürgerinnen und Bürger Achims bei Bedarf zu unterstützen und sich um deren Anliegen zu kümmern.

Das vergangene Jahr sei für alle eine ungewohnte Zeit gewesen, die so bislang keiner gekannt habe, erklärt Bürgermeister Rainer Ditzfeld und verweist auf die Pandemie. "Dennoch haben die Mitglieder des Beirates erneut viel Herzblut reingesteckt." Dabei mussten Christiane Knof-Grotevent, Konrad Ollmann und Horst Schalla – allesamt Beiratsmitglieder – auch Rückschläge verkraften: Alle geplanten Veranstaltungen wurden gestrichen. "Dies war jedoch die richtige Entscheidung", bekräftigt Ditzfeld.

Er hofft, dass möglichst viele Kandidaten-Vorschläge aus allen Bereichen für die nun anstehende Wahl eingereicht werden. "Jeder soll mitmachen im Rahmen seiner Möglichkeiten", sagt der Bürgermeister. Vergangene Projekte des Seniorenbeirats seien unter anderem der barrierefreie Zugang zum Ratssaal gewesen. Jedoch sei Ditzfeld auch aufgefallen, dass das ehrenamtliche Engagement bei vielen Corona- und altersbedingt nachlasse – beispielsweise beim Achimer Bürgerbus, wo etliche Fahrer weggefallen sind (wir berichteten).

Verlässliche Ansprechpartner

"Umso wichtiger ist es, dass es verlässliche Ansprechpartner für Seniorinnen und Senioren gibt", findet er. Ähnlich sieht es Christiane Knof-Grotevent vom Seniorenbeirat: "Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist gut – besonders mit dem Bauamt bei verschiedenen Projekten", resümiert sie. Dabei nickt der Seniorenbeirat alle Vorschläge nicht nur ab, sondern gibt auch mal Kontra: Bei einem Bauprojekt am Bahnhof, wo ein Fahrstuhl gefehlt habe, habe man dies unverzüglich moniert, erklärt sie.

Viele der Anregungen des Beirats würden übernommen. Dazu zählen die Umsetzung von barrierefreien WCs und Parkplätzen. "Jedoch werden die Vorschläge, die das Rathaus betreffen, bisher nicht so umgesetzt, wie gewünscht", sagt Knof-Grotevent. Nichtsdestotrotz sei man auf einem guten Weg. Für Knof-Grotevent ist es wichtig, dass der Seniorenbeirat durch die verschiedenen Mitglieder innerhalb der Bevölkerung gut vernetzt ist. Die anfallende Arbeit werde auf die einzelnen Mitglieder aufgeteilt, beispielsweise gebe es ein Orga-Team, erklärt sie.

Im vergangenen Jahr fanden Corona-bedingt lange Zeit keine Beratungsstunden in Präsenz statt. Die Online-Beratung habe dagegen nicht sonderlich eingeschlagen, ergänzt Konrad Ollmann. Jedoch habe sich dies seit Juni etwas gelegt. Durch das Impfen würden sich viele Senioren wieder mehr trauen. Aus diesem Grund plant das Team bereits eine Adventsfeier. "Wir wissen jedoch natürlich nicht, wie die Lage im Winter sein wird."

Besuch von Fortbildungen

"Die Leute sollen sich gut überlegen, ob sie die Zeit aufwenden können", sagt Konrad Ollmann im Bezug auf das Ehrenamt. Die Arbeit sei sehr zeitintensiv, da jeder sich aktiv einbringen müsse. Fehlendes Hintergrundwissen sei dabei kein Ausschlussfaktor, wissen die drei Senioren. "Dafür gibt es Fortbildungen", sagt Christiane Knof-Grotevent, die gemeinsam mit ihren Mitstreitern an etlichen Seminaren teilgenommen hat. Corona-bedingt fanden diese in der Vergangenheit lediglich online statt. Dies sei nicht so gut gewesen, findet Ollmann.

Ollmanns Aussagen bestätigt auch Horst Schalla: "Wenn muss man 100 Prozent geben, keine 90." In der Vergangenheit habe er sich für die Senioren bei der Sparkasse eingesetzt: "Für viele Senioren ist das Sparkassen-Schließen furchtbar gewesen." Aus diesem Grund habe man einen Servicetag für ältere Menschen angeregt. "Ohne die Mitarbeiter in den Filialen ist man in mancher Situation aufgeschmissen", sagt Schalla. Besonders ältere Personen seien auf die Hilfe der Mitarbeiter angewiesen. Durch die Schließung "lässt die Sparkasse die Kunden im Regen stehen", moniert er. Viele seien ohnehin verunsichert.

Sicher dagegen ist sich Bürgermeister Ditzfeld, dass Achim in diesem Jahr besser aufgestellt ist, was die Pandemie betrifft. Durch die vielen Testzentren und das Voranschreiten der Impfkampagne werde den Senioren etwas mehr Sicherheit vermittelt, sagt er. "Einen Teil dazu beigetragen habe auch der Seniorenbeirat, der Impfpatenschaften übernommen hat", erklärt Svenja Meyer von der Freiwilligenagentur der Stadt Achim und ergänzt, dass für den Beirat "keine Einzelkämpfer gesucht werden, sondern die Gruppenarbeit im Vordergrund steht."

Zur Sache

Der Seniorenbeirat

Mitglieder müssen Bürger der Stadt Achim und mindestens 55 Jahre alt sein oder einen Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent besitzen. Weiter müssen die Interessenten sesshaft in Achim sein. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und dauert dementsprechend bis Ende 2026. Ein früheres Ausscheiden sei jederzeit möglich. Für die Tätigkeit seien vor allem Teamfähigkeit und Kreativität erwünscht. Die Wahl findet am 13. Oktober statt und Bewerbungen müssen bei der Freiwilligenagentur der Stadt Achim bis zum 4. September eingehen.

Weitere Informationen haben im Achimer Rathaus: Martina Jansen, Zimmer 157, Telefon: 0 42 02 / 9 16 01 65, E-Mail: m.jansen@stadt.achim.de und Svenja Meyer, Zimmer 157, Telefon: 0 42 02 / 9 16 01 61, E-Mail: s.meyer@stadt.achim.de.

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