Handball-Oberliga

Und wieder ist bei Fabian Balke von der SG Achim/Baden Geduld gefragt

Nach seinem Comeback bei der SG Achim/Baden wird Fabian Balke von der Corona-Krise ausgebremst.
23.03.2020, 06:00
Lesedauer: 4 Min
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Und wieder ist bei Fabian Balke von der SG Achim/Baden Geduld gefragt
Von Florian Cordes

Achim. Ganz plump ausgedrückt, hat sich Fabian Balke einen ziemlich schlechten Moment für sein Comeback ausgesucht. Gerade erst hatte sich der Kreisläufer der SG Achim/Baden nach einer langen Verletzung – er zog sich vor Saisonbeginn einen Achillessehnenriss zu – in der Handball-Oberliga zurückgemeldet, da muss er schon wieder pausieren. Über den Grund muss nicht mehr groß gesprochen werden: Wegen der Corona-Krise ruht der Handballsport seit vergangener Woche komplett und wird dies auch noch bis mindestens 19. April tun.

Als der Handballverband Niedersachsen (HVN) am 12. März den Spielbetrieb in sämtlichen Ligen ausgesetzt hat, zeigte Balke eine natürliche Reaktion. Er war enttäuscht. Schließlich ist er durch und durch Sportler. Andererseits sei er jedoch nicht komplett von dem Entschluss des HVN überrumpelt worden. „So ganz unvorbereitet war man ja nun auch nicht“, findet der 29-Jährige. Schließlich war es eben nur eine Frage der Zeit, bis auch der Amateursport von der aktuellen Krise eingeholt wird, nachdem sich das Coronavirus in Deutschland zunehmend ausgebreitet hat. Nun hat die SG Achim/Baden noch sechs Spiele zu absolvieren, wenn die Aussetzung der Saison zu Ende ist. Sofern die laufende Spielzeit überhaupt fortgesetzt wird. „Niemand weiß derzeit, wie es weitergeht“, sagt Fabian Balke. Allzu viele Gedanken darüber möchte sich der Kreisläufer aber auch gar nicht machen. Spekulieren möchte er nicht. „Zudem ist Sport jetzt eine absolute Nebensache. Es gibt nun Dinge, die viel größer sind. Es ist notwendig, dass die Verbreitung des Virus eingedämmt wird.“

Doch nicht nur der Spielbetrieb an sich ist zurzeit lahmgelegt. Trainieren dürfen die Handballer von SG-Trainer Tobias Naumann ebenfalls nicht. Zumindest nicht in der Halle. Dennoch müsse sich er irgendwie fit halten, erklärt Balke. „Wir haben einen individuellen Plan vom Trainer bekommen. Zumindest die Kondition müssen wir ja halten. Und laufen gehen ist ja weiterhin möglich.“ Nach seinem monatelangen Ausfall hätte er nun gerne wieder daran gearbeitet, die Abstimmung und die Bewegungen mit seinen Mitspielern im Training wiederzufinden. „Aber das ist jetzt nun einmal nicht möglich“, bedauert Balke. Daher ist nun wieder Geduld gefragt.

Genauso sieht es bei der Fortsetzung der Saison aus: Aufgrund der aktuellen Krise muss sich Fabian Balke gezwungenermaßen mit dem Gedanken anfreunden, dass er während der Serie 2019/2020 nur zu einem einzigen Einsatz gekommen ist. Seine Rückkehr auf die Oberliga-Bühne feierte Balke, der mit der SG Achim/Baden auch schon in der 3. Liga gespielt hat, am 7. März. Die Achimer gastierten an diesem Tag beim VfL Fredenbeck. Geplant sei Balkes Einsatz in der altehrwürdigen Geestlandhalle jedoch gar nicht gewesen. „Dass ich gespielt habe, kam mehr oder weniger aus der Not heraus“, erzählt der erfahrene Kreisläufer. „Ich hatte mich eigentlich darauf vorbereitet, dass ich gegen den VfL nur als Zuschauer auf der Bank sitze.“

Dann kam es aber doch anders: Malte Meyer, der die lange Ausfallzeit Balkes für sich persönlich nutzte und den Routinier im bisherigen Saisonverlauf sehr gut am Kreis und in der Deckung vertrat, bekam in Fredenbeck bereits in der neunten Minute eine Zeitstrafe aufgebrummt.

Kurz nachdem Meyer wieder das Feld betrat, musste er dieses erneut verlassen – die Schiedsrichter gaben dem jungen Kreisläufer die zweite Zeitstrafe. Zudem war mit Erik Schmidt ein weiterer SG-Kreisläufer angeschlagen. Und so entschloss sich Tobias Naumann dazu, Fabian Balke nach Ablauf der Strafe auf die Platte zu schicken. Das Warten auf den ersten Saisoneinsatz ging für Balke unerwartet zu Ende.

Der erfahrene Handballer legte gegen Fredenbeck eine gute Leistung hin. Das spiegelte sich auch in den Zahlen wider. Denn bei seiner Rückkehr erzielte Balke fünf Treffer für die Achimer. Die 22:31-Niederlage beim früheren Bundesligisten verhinderten diese Tore aber nicht.

Vom Trainer bekam Balke Anfang März trotzdem viel Lob: „Fabian hatte sich vor der Partie fit gemeldet, daher habe ich ihn in ziemlich kaltes Wasser geworfen. Er hat das Vertrauen aber mit einer sehr guten Leistung zurückgezahlt. Man hat ihm kaum angemerkt, dass er so viele Monate nicht dabei war.“ Der Rückkehrer selbst sei ebenfalls zufrieden gewesen, stellte aber auch zwei seiner Mitspieler in den Vordergrund: „Ich habe schon davon profitiert, dass Florian Block-Osmers und Tobias Freese auf dem Feld waren. Wir kennen uns seit so vielen Jahren, da weiß man, wie sich der andere bewegt. In der Deckung habe ich dagegen schon gemerkt, dass das Training fehlt.“

Sobald das Trainingsverbot in den Hallen aufgehoben ist, will Balke intensiv daran arbeiten, seinen Rückstand aufzuholen und den Rhythmus wiederfinden. Derzeit bleibt ihm aber nur die Freude darüber, dass seine Leidenszeit wegen seiner Verletzung vorüber ist. In den vergangenen Monaten musste er mit seiner Ferse so einiges durchmachen. Anfang August 2019 hatte die SG Achim/Baden mitgeteilt, dass sich Balke die Achillessehne gerissen hatte. Für die Achimer war dies der nächste Rückschlag. Denn wenige Wochen zuvor, musste sich Tobias Freese nach einer Kreuzbandruptur operieren lassen. Der Rückraumspieler kehrte Anfang des Jahres ins Spielgeschehen zurück.

Einer Operation musste sich auch Fabian Balke unterziehen. Danach musste er einen dicken Stiefel tragen, der beinahe einem Ski-Schuh ähnelte. „Das Fußgelenk musste zu der Zeit versteift werden. Denn die Sehne durfte auf keinen Fall bewegt werden“, erklärt Balke. Nach acht Wochen wurde sein Fuß schließlich „befreit“. Doch die Arbeit begann dann erst so richtig: Es standen Physiotherapie und Muskelaufbau an. „Was mich zudem sehr beschäftigte, war mein Fußgelenk, weil es kaum bewegt wurde. Der Achillessehne selbst ging es dagegen recht gut. Insgesamt habe ich die monatelange Pause aber gut überstanden“, sagt Balke. Die Verletzung ist überwunden, aber dennoch heißt es für den Kreisläufer jetzt ein weiteres Mal: Es ist Geduld gefragt.

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