Handball-Oberliga

SG Achim/Baden mit zu vielen Schwächephasen

Die SG Achim/Baden verliert nach großem Kampf mit 23:27 gegen den abgezockten Tabellenführer OHV Aurich. Stolz war Trainer Tonias Naumann auf sein Team aber dennoch.
31.03.2019, 12:33
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Von Niklas Johannson
SG Achim/Baden mit zu vielen Schwächephasen

Tobias Naumann sah im Grunde ein gutes Spiel seiner SG. Für den Sieg reichte es aber nicht, weil sich das Team zu viele Schwächephasen gegen den Spitzenreiter aus Ostfriesland leistete.

Björn Hake

Achim. Die Handballer der SG Achim/Baden haben wirklich alles in die Waagschale geworfen, um Spitzenreiter OHV Aurich die erste Niederlage der Saison anzuhängen. Doch aufgrund einer sehr abgezockten Schlussphase der Gäste verlor die Mannschaft von Tobias Naumann nicht unverdient mit 23:27 (11:11) und bleibt in der Oberliga Nordsee auf dem siebten Tabellenplatz hängen. „Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, sie hat sich zerrissen“, sagte Naumann.

In der Anfangsphase wirkte der Gastgeber sehr nervös und lag relativ zügig mit 1:6 hinten. Das erste SG-Tor aus dem Spiel heraus warf Fabian Balke erst in der zehnten Minute. Der Angriff agierte ideenlos gegen die stabil stehende Auricher Abwehr. Ganz anders die Gäste: Die zeigten tolle Spielzüge. Es war zu Beginn ein Klassenunterschied. Naumann reagierte prompt und nahm beim Stand von 2:7 bereits nach zwölf Minuten die erste Auszeit. Und die sollte positive Auswirkungen auf das Achimer Spiel haben. „Wir sind nicht gut rein gekommen ins Spiel. Nach so einem Start kannst du gegen ein Spitzenteam auch mal richtig auf den Koffer kriegen“, betonte Naumann und ergänzte: „Wir haben dann aber taktisch einige Dinge verändert, die gut gegriffen haben.“

Nach der Auszeit verlor Aurich im Angriff den Faden, verwarf einfache Würfe und machte technische Fehler. Durch drei Treffer in Serie des Toptorschützen Kevin Podien (8 Tore) und ein Tor von Max Borchert stand es nur noch 7:9 (22.). Die Gäste scheiterten in dieser Phase auch immer wieder an SG-Torwart Arne von Seelen, der viele einfache Würfe der Gäste glänzend parierte, sodass anschließend Balke und Borchert den 10:10-Ausgleich markierten und die Halle zum Toben brachten. „Wir wussten, dass es hier schwierig werden würde. Und wenn es dann nicht gut läuft, kommt natürlich auch das Publikum ins Spiel“, erklärte OHV-Coach Arek Blacha die Schwächephase seines Teams. Zur Halbzeit erkämpfte sich die SG tatsächlich ein 11:11.

Im zweiten Durchgang zeichnete sich ein ähnlicher Beginn ab wie im ersten. Eine erneute Durststrecke von neun Minuten ohne Tor brachte die Achimer wieder mit vier Toren ins Hintertreffen. Jan Wolters erlöste die rund 350 Zuschauer, davon circa 75 aus Aurich, mit einem Tor aus dem Rückraum zum 12:15. Weitere Treffer vom sehr agilen und oft vom Pech verfolgten Marvin Pfeiffer (traf viermal Aluminium) und den überragenden Podien brachten die Gastgeber wieder in Schlagdistanz – 14:15. Als von Seelen eine Glanzparade zeigte und der Tempogegenstoß von Erfolg gekrönt war, drohte die Partie mit der lautstarken Unterstützung der SG-Fans tatsächlich komplett zu kippen. Aurich verzweifelte inzwischen an von Seelen, der nun famos hielt. Nach dem ersten Tor von Steffen Fastenau, der zuvor viele Fahrkarten geworfen hatte, führte die SG mit 17:16 (46.).

Im Angriff funktionierte jetzt alles bei Achim. Durch einen herrlichen Heber von Florian Block-Osmers erhöhte die SG auf zwei Tore Vorsprung. Dem großen Favoriten drohte in der Tat die erste Saisonniederlage. Doch nach einem weiteren Treffer von Fastenau zum 20:18 folgte die dritte Schwächephase des Außenseiters, die bestraft werden sollte. „Wir hatten hinten raus Probleme und haben einfache Fehler gemacht, in dem wir oft zu schnelle Entscheidungen getroffen haben, anstatt das Tempo rauszunehmen“, ärgerte sich Naumann.

Die Schlüsselminute der Partie sollte die 53. sein: Aurichs Sven Seidler traf aus fast unmöglichem Winkel zum 21:21, Michele Zysk vergab im Gegenzug aus besserer Position und ein Wurf von Jannes Hertlein wurde von van Seelen aus Sicht der Schiedsrichter ganz knapp hinter der Linie gehalten – eine strittige Situation, die wilde Proteste von den Rängen auslöste. „Die Schiedsrichter haben ihre Linie nicht gehalten. Ein, zwei Sachen habe ich nicht verstanden“, haderte Naumann, dessen Team in den letzten zehn Minuten lediglich zwei magere Törchen erzielte – zu wenig, um den Tabellenführer zu schlagen. „Das Ergebnis ist schon gerecht. Trotzdem ist es schade, weil wir unseren Kampfgeist auf die Zuschauer transportiert haben“, betonte Naumann.

Auf der SG-Bank blickte man auch lange nach dem Spiel noch in enttäuschte Gesichter. Doch letztlich haben sich die Gastgeber eine Schwächephase zu viel erlaubt.

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