Handball-Oberliga

SG Achim/Baden: Ohne Hitze kein Feuer

Die SG Achim/Baden kassiert nach drei Spielen wieder eine Niederlage. Sie verliert mit 25:26 gegen den HC Bremen. Durch die Pleite rutscht die SG wieder auf einen Abstiegsplatz.
15.12.2019, 16:01
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
SG Achim/Baden: Ohne Hitze kein Feuer
Von Florian Cordes

Eine hohe Betriebstemperatur erreichen, ein Feuer entfachen und es dann zur Leistungsexplosion kommen lassen. Diese Szenario hätte Tobias Naumann am Sonnabend gerne von seiner Mannschaft im Heimspiel gegen den HC Bremen gesehen. Doch der Trainer der SG Achim/Baden vermisste bei seinem Team die nötige Temperatur und das Feuer, sodass es auch nicht zur Leistungsexplosion kam. Seine Mannschaft spielte zwar nicht schlecht, aber insgesamt nicht gut genug: Die SG verlor mit 25:26 (14:12) und ist in der Handball-Oberliga Nordsee wieder in die Abstiegszone gerutscht.

Tobias Naumann hatte bereits vor dem Spiel kein gutes Gefühl. Beim Warmmachen habe er gemerkt, dass es gegen die Bremer in manchen Bereichen nicht so passen könnte, wie es vonnöten gewesen wäre, um auch im vierten Spiel in Folge ungeschlagen zu bleiben. „Vor allem hat dann in der Deckung das Feuer gefehlt, gerade im Vergleich zu unserem Wettkampf vor dem Spiel gegen den HC“, erinnerte Naumann an den starken Auftritt bei der HSG Delmenhorst aus der Vorwoche. An der Delme gewann die SG überraschend mit 32:26. „So wie gegen Delmenhorst müssen wir immer auftreten. Es ist ärgerlich, dass uns das gegen den HC nicht gelungen ist“, sagte der Coach der Gastgeber.

SG-Routinier Florian Block-Osmers erinnerte nach der knappen und ärgerlichen Heimniederlage ebenfalls an das Spiel gegen Delmenhorst. Er deutete an, dass er den absoluten Willen bei seinem Team vermisst habe: „Keiner muss denken, dass wir jetzt jeden Gegner aus der Halle schießen, nur weil wir zuvor einen starken Gegner geschlagen haben.“ Der Rückraumspieler machte noch einen weiteren Punkt aus, warum es gegen den HC die neunte Saisonniederlage gesetzt hat: „Wir haben uns genügend Chancen erarbeitet, werfen in den entscheidenden Phasen aber die Bälle weg. Wir haben uns aus diesem Spiel viel mehr erhofft.“

Obwohl Trainer und Routinier mit der Leistung haderten, war der Sieg für die Heimsieben stets im Bereich des Möglichen. Besonders Mitte der ersten Halbzeit deutete einiges auf einen Erfolg der SG Achim/Baden hin. Nach einer ausgeglichen Anfangsphase erspielte sich die Naumann-Truppe – angetrieben von einem lautstarken Publikum – eine Drei-Tore-Führung (10:7/19.). Zur Kabinenbesprechung sollte es elf Minuten später mit einem Zwei-Tore-Vorsprung gehen.

Bereits darüber ärgerte sich Naumann. „Wir schaffen es nicht, über die gesamte Spielzeit konstant aufzutreten. Das war auch in der ersten Halbzeit der Fall. Da wurden im Aufbau zu viele Fehler gemacht.“ Und die Fehler sollten sich nach dem Seitenwechsel bei der SG häufen. Hinzu kam dann noch, dass sich die Bremer steigerten, besonders in der Deckung trat der HC in Durchgang zwei aggressiver auf. „Wir standen nach der Pause hinten wesentlich besser“, sagte Björn Wolken, der den HC gemeinsam mit Spielertrainer Marten Franke betreut. „Da hat unsere 6:0-Abwehr so funktioniert, wie wir es wollen. Wir wollten uns zurückkämpfen.“ Das sei geglückt.

Zudem steigerte sich Gästekeeper Luca Prieß. Mitunter wurde der Torhüter zum Hexer, als er freie Würfe der Achimer parierte. „Er war am Ende ein Faktor“, lobte Wolken den Keeper. Aufgrund der Steigerung der Gäste und der schwächelnden Chancenverwertung der Gastgeber lagen die Bremer im zweiten Durchgang meist vorne – allerdings knapp. So blieb es bis in die Schlussphase spannend. Als Florian Block-Osmers viereinhalb Minuten vor dem Abpfiff per Siebenmeter zum 23:23 getroffen hatte, schien das Pendel wieder in Richtung der Achimer auszuschlagen. Doch eben nur scheinbar: Die Bremer antworteten mit zwei Toren in Folge. Jan Wolters hielt die SG aber weiter im Spiel und traf zum 24:25.

Zu diesem Zeitpunkt waren noch 110 Sekunden auf der Uhr. Die Gäste spielten ihren folgenden Angriff lange aus. Für so manchen Achimer durften sie sich zu lange in der Offensive aufhalten. Doch die Schiedsrichter hielten sich strikt an die Regel und ließen den Gästen ihre sechs Pässe, nachdem sie passives Spiel angezeigt hatten. Den Angriff schloss Lennart Koppe ab: Er traf aus dem Rückraum zum 26:24 für den HC. Der 25. SG-Treffer durch Kevin Podien fiel anschließend zu spät. „Klar: Am Ende haben alle gekämpft“, sagte Naumann. Doch das alleine sollte diesmal nicht genügen. Die Betriebstemperatur war nicht hoch genug, um ein Feuer zu entfachen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+