Bassener Dorfmuseum Sonderausstellung mit historischen Dokumenten

Oyten-Bassen. Elisabeth Lübkemann muss anno 1931 eine strebsame und gute Schülerin gewesen sein. Das jedenfalls belegt das alte Zeugnisbuch aus jenen Tagen, das die Besucher des Bassener Dorfmuseums in Blocks Huus am Sonntag studieren konnten.
08.03.2010, 05:00
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Sonderausstellung mit historischen Dokumenten
Von Lars Köppler

Oyten-Bassen. Elisabeth Lübkemann muss anno 1931 eine strebsame und gute Schülerin gewesen sein. Das jedenfalls belegt das alte Zeugnisbuch aus jenen Tagen, das die Besucher des Bassener Dorfmuseums in Blocks Huus am Sonntag studieren konnten. Das Team um Museumssprecher Wilhelm Kruse hatte zu einer Sonderausstellung mit historischen Dokumenten und vergilbten Klassenfotos eingeladen.

Note zwei in allen Fächern steht da in altdeutschen - in Schönschrift geschriebenen - Lettern hinter ihrem Namen. Ein guter Schnitt, wenn man bedenkt, wie streng die Schulregeln damals waren. 'Alle Schüler sitzen anständig gerade, mit dem Rücken angelehnt, in Reihen hintereinander' oder 'Jedes Kind legt seine Hände geschlossen auf die Schultafel', heißt es da im knallharten Regelwerk. Kippeln mit dem Stuhl, lachen oder flüstern - all das war strikt verboten. Daran kann sich auch Siegfried Jansen als Zeitzeuge noch lebhaft erinnern.

'Das ist meine Fibel', sagt der Oytener und blickt erstaunt auf das Werk, das ihn damals als Erstklässler begleitet hat und in dem jetzt seine extra aus Sachsen-Anhalt angereiste Schwägerin Dora Zwingenberg blättert. 'Die heutigen Generationen können die Schrift gar nicht mehr lesen', sagt Siegfried Jansen, dessen Fibel mit Bildern aus Zeiten der Nazis und der Hitler-Jugend gespickt ist. Aber auch andere stumme Zeugen aus längst vergangenen Epochen wie zum Beispiel das Monatsbuch aus der Schule Bockhorst/Schaphusen konnten im Dorfmuseum begutachtet werden.

Interesse fanden auch die vielen anderen historischen Gegenstände wie Möbel, Werkzeuge oder Geräte, die als Arbeitserleichterungen im Alltag heute undenkbar wären. 'Spielzeug war damals Luxus', erinnert sich Siegfried Jansen. Aber auch an den ungemütlichen und kalten Blech-Bottich, in dem Mütter ihre Kinder wie ihn damals gewaschen haben sowie an die alte Wäschemangel hat er noch gute Erinnerungen.

'Wichtig ist, dass wir Besucher in unserem Dorfmuseum haben, die sich für diese alten Dinge interessieren', sagt Wilhelm Kruse. Zu den neuesten Attraktionen des Museums gehört ein großes Gemälde von Fritz Hayl. Eine Dorfchronik sei außerdem in Arbeit. Das Dorfmuseum in der oberen Etage des Dorfgemeinschaftshauses öffnet jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr seine Türen.

Separate Termine können telefonisch unter den Rufnummer 04207/ 1286 (Wilhelm Kruse) oder 04207/ 1059 (Ursula Ehlers) vereinbart werden.

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