Entwürfe sind vom Tisch

Sparkasse stoppt Neubau-Pläne in Achim

Bis 2023 wollte die Kreissparkasse Verden ihren Neubau in Achim präsentieren und hatte dies der Stadt auch zugesichert. Nun sind alle Entwürfe erstmal vom Tisch, den geplanten Neubau wird es nicht geben.
17.01.2020, 13:52
Lesedauer: 2 Min
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Sparkasse stoppt Neubau-Pläne in Achim
Von Kai Purschke
Sparkasse stoppt Neubau-Pläne in Achim

Das alte Sparkassengebäude (links im Bild) wird vorerst weiter genutzt, die Neubaupläne sind vom Tisch – ebenso die Anbindung an die Marktpassage (rechts im Bild).

Björn Hake

Auf eine Anfrage des ACHIMER KURIER zum Stand der Planungern für ihren Neubau in Achim hat die Kreissparkasse Verden nun am Freitagmittag geantwortet, dass sie das neue Sparkassengebäude am Gieschenkreisel nicht bauen wird. „Die bisherigen Entwürfe sind endgültig vom Tisch“, heißt es in einer Stellungnahme. Bis auf Weiteres werde die Kreissparkasse an den bekannten Standorten bleiben. Deshalb haben erste notwendige Verschönerungsmaßnahmen der Geschäftsstelle in der Obernstraße 51 bereits begonnen. Das Immobiliencenter bleibt weiterhin in der Obernstraße 33. Das Firmenkundengeschäft soll künftig personell wie räumlich sogar erweitert werden. „Achim ist ein wichtiger Standort der Kreissparkasse Verden. Und das wird auch in Zukunft so bleiben“, erläutert Matthias Knak.

Eventuell später ein anderes Gebäude

Das ehemalige Scherf-Grundstück am Gieschenkreisel gehört der Kreissparkasse. Wenn die Bauarbeiten an den Wohngebäuden an der Apfelwiese abgeschlossen sind, soll es vorerst Grünfläche werden. „Perspektivisch wird auf diesem Grundstück ein neues Gebäude entstehen“, erwartet Knak. Eine Bebauung ist laut städtebaulichem Vertrag vorgesehen. Abweichungen davon würden mit der Stadt Achim eng abgestimmt, versichert Knak. Ob und in welchem Ausmaß dort ein Sparkassengebäude entsteht, sei jedoch offen. Denkbar ist nach Angaben der Sparkasse etwa auch ein weiteres Wohngebäude, in dem sich später auch eine Sparkassenfiliale befinden könnte.

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Rolle rückwärts

Die Rolle rückwärts ist perfekt, auch die bereits vom Architekturbüro veröffentlichen Pläne für den Neubau sind nun hinfällig. „Diese Tatsache ist den vielen Veränderungen im Bankwesen geschuldet“, heißt es dazu vom Geldinstitut. „In der digitalen Welt verändern sich die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden rasant. Heute ist nicht absehbar, wie das Bankgeschäft der Zukunft aussehen wird. Wir sind überzeugt, dass der Bedarf an Gebäude, Raum und Technik in ein paar Jahren anders sein wird. Deshalb halten wir es nicht für ratsam, heute in Stein zu meißeln, was übermorgen vielleicht obsolet ist,“ erläutert Knak die Entscheidung. Vertraglich hatte die Sparkasse der Stadt Achim zugesagt, dass der Neubau bis 2023 stehen soll.

Sparkasse: „Passt nicht in die Zeit“

Für Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen, die offenbar am Donnerstagabend informiert wurden, kam die Nachricht überraschend. „Das ist ein schwerer Schlag ins Kontor“, betonte Ditzfeld, die Politiker hätten erstaunt und zum Teil verärgert reagiert. Bereits in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 28. Januar werde Matthias Knak nochmal öffentlich die Beweggründe der Sparkasse darlegen. „Wir müssen uns dann Gedanken machen, wie es nun weiter gehen soll, müssen komplett neu denken“, sagte Ditzfeld. Er überlegte bereits, ob die Sparkasse ihre Fläche vielleicht verkaufen und so den Weg für einen anderen Investor freimachen könne.

Für die Innenstadtentwicklung ist dies wahrlich keine gute Nachricht, denn eigentlich sollte die Sparkasse mit dem Neubau ihr Bestandsgebäude in der Fußgängerzone aufgeben, dass dann mit der benachbarten Marktpassage verbunden werden sollte, um mehr Flächen für den Einzelhandel zu schaffen. Ein weiterer Grund für den Rückzug der Sparkasse: "Die Errichtung eines repräsentativen Neubaus passt nicht in eine Zeit, in der wir unseren Kunden keine Zinsen mehr auf ihre Spareinlagen zahlen“, betont Knak.

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