Haushalt Langwedel

Sparkurs mit Ausnahmen

Durch den Neubau der Oberschule ist der Flecken Langwedel auf Sparkurs. An gezielten Stellen soll aber auch 2018 wieder Geld investiert werden.
08.01.2018, 17:55
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Sparkurs mit Ausnahmen
Von Marius Merle
Sparkurs mit Ausnahmen

Hier wird sich in diesem Jahr einiges tun: Das Umfeld des Etelser Bahnhofs soll komplett umgestaltet werden.

Björn Hake

Langwedel. Satte elf Millionen Euro waren 2017 für den Neubau der Oberschule an Kosten auf den Flecken Langwedel zugekommen. Auch wenn die Restausgaben für das Projekt bis zur Fertigstellung im Sommer nicht mehr an diese Dimensionen herankommen, so gilt auch für dieses Jahr: Der größte Haushaltsposten bleibt die neue Oberschule. Fast 1,5 Millionen Euro für den Bau und knapp 800 000 Euro für die Erstausstattung der neuen Schule sind einkalkuliert und damit die mit Abstand kostspieligsten geplanten Investitionen in Langwedel 2018. Sie tragen auch dazu bei, dass im Entwurf des Finanzhaushaltes eine dicke rote Zahl steht: ein Minus von etwas mehr als 4,3 Millionen Euro. Auch im Ergebnishaushalt ist nicht von einem Ausgleich auszugehen. Etwa 1,4 Millionen Euro sind dort als negatives Gesamtergebnis von der Verwaltung einkalkuliert. Der Haushaltsentwurf wird an diesem Donnerstag, 11. Januar, in der Sitzung des Finanzausschusses erstmals öffentlich von der Politik beraten (ab 18 Uhr im Sitzungsraum).

Durch den insgesamt mehr als 15 Millionen Euro teuren Schulneubau ist der Flecken fast zwangsweise zum Sparen verurteilt, um den Schuldenberg nicht noch weiter wachsen zu lassen. Ziel des Flecken ist es im Übrigen, die durch den Schulneubau veranlassten Darlehensaufnahmen in einem Zeitraum von 20 Jahren zu tilgen. Doch trotz des Sparkurses sind in Langwedel auch für dieses Jahr einige Investitionen geplant. Am meisten Geld wird dabei nach dem Schulneubau für die Umgestaltung der Nord- und Südseite des Bahnhofes Etelsen in die Hand genommen. Diese soll erfolgen, sobald die von der Bahn geplante Aufstellung einer Lärmschutzwand in Etelsen und Cluvenhagen abgeschlossen ist. Bis Mai soll diese laut der Verwaltung stehen, sodass dann umgehend mit dem Umbau des Bahnhofumfeldes begonnen werden könnte. „Eigentlich ist das ein Neubau. Das Gelände wird man nicht mehr wiedererkennen“, kündigt Bürgermeister Andreas Brandt an. Fast 500 000 Euro sind für dieses Projekt eingeplant.

Brandt kann sich auch vorstellen, an dem Bahnhof die erste öffentliche Elektrotankstelle im Flecken zu errichten. „Irgendwo müssen wir ja anfangen“, befindet das Gemeindeoberhaupt. Kosten entstehen auch in diesem Jahr weiter durch die Umsetzung des Spielplatzkonzeptes. Dieses Mal geht es um die Ausstattung des Spielplatzes am Mohnblumenweg in Etelsen. „Ein Leuchtturmprojekt“, betont Brandt, für das der Flecken 100 000 Euro in die Hand nehmen will. Auch sonst stehen einige Projekte in 2018 auf der Agenda. So sollen etwa der Breitbandausbau in Völkersen und Haberloh oder die Planungen für die neuen Wohngebiete in Etelsen und Völkersen vorangetrieben werden. So stellt Brandt trotz des derzeit begrenzten finanziellen Spielraumes fest: „Das reicht dann auch.“

Zumal ein anderer Posten im Haushalt 2018 einen neuen Höchststand erreichen wird. Bei den Personalkosten wird erstmals die Sieben-Millionen-Euro-Marke geknackt. Kein Wunder in Zeiten von gesetzlichem Krippenplatzanspruch: Im Laufe des vergangenen Jahres hat der Flecken laut Brandt 14 neue Erzieherinnen eingestellt. Immerhin ist der Platzbedarf nach der Fertigstellung der Krippe am Lindenweg im vergangenen Jahr derzeit gedeckt. Der Bau einer weiteren Einrichtung – die Krippe am Lindenweg hatte rund 1,5 Millionen Euro gekostet – wäre angesichts des Sparkurses derzeit auch kaum zu stemmen.


Der Haushaltentwurf 2018 wird nach der Sitzung im Finanzausschuss in allen politischen Gremien in öffentlicher Sitzung besprochen. Den Anfang machen die Ortsräte:
Holtebüttel (15. Januar, ab 18 Uhr im Schützenhaus), Völkersen (15. Januar, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Grashoff 's), Daverden (16. Januar, ab 18 Uhr im Sitzungsraum des Rathauses), Langwedel (16. Januar, ab 19.30 Uhr im Sitzungsraum) un d Etelsen (18. Januar, ab 18 Uhr in der Grundschule). Es folgen die Fachausschüsse, die jeweils um 18 Uhr im Sitzungsraum beginnen: Schulausschuss (22. Januar), Sozialausschuss (23. Januar), Kulturausschuss (24. Januar), Feuerschutzausschuss (25. Januar) und Bauausschuss (29. Januar).

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