Verden als Vorbild

Neues Leben für Achimer Leerstände

Das Projekt „Probierstadt Verden“ läuft seit Sommer dieses Jahres. Die SPD-Fraktion will sich das nun zum Vorbild nehmen und auch in der Achimer Innenstadt leer stehende Ladenlokale zu Pop-up-Stores machen.
23.11.2020, 16:32
Lesedauer: 2 Min
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Neues Leben für Achimer Leerstände
Von Elina Hoepken

Weniger Leerstand, eine attraktivere Innenstadt und eine Chance für neue Geschäfte. Diese drei großen Ziele hat sich kurz zusammengefasst das Projekt „Probierstadt Verden“ gesteckt. Seit Sommer dieses Jahres läuft die Aktion in Verden, bei der die Verwaltung in der erweiterten Innenstadt leer stehende Läden und Geschäfte befristet zum aktuellen Mietpreis angemietet und deren Nutzung dann öffentlich an interessierte Untermieter ausschreibt. Start-ups oder auch andere kreative und etablierte Anbieter aus Einzelhandel, Dienstleistung, Handwerk sowie Kunst und Kultur können sich dann mit ihren Ideen und Konzepten für die Läden bewerben, um ihnen neues Leben einzuhauchen.

Diejenigen, die die Stadt mit ihrer Bewerbung überzeugen, können dann ihre Geschäftsideen temporär und mietfrei in ausgewählten Geschäftsflächen in der Innenstadt umzusetzen. Die Nutzung der sogenannten Pop-up-Stores soll den Bewerbern jeweils für ein bis drei Monate ermöglicht werden. Bei Start-ups ist eine Nutzung für bis zu sechs Monaten geplant.

Leerstand in Fußgängerzone

Ein Projekt, das sich zumindest die SPD-Mindermann-Gruppe auch gut für die Stadt Achim vorstellen könnte. Denn auch hier ist insbesondere in der Fußgängerzone der Leerstand schon seit Längerem ein Problem und auch immer wieder Thema in zahlreichen politischen Diskussionen. Die SPD will sich nun offenbar Verden zum Vorbild nehmen. In einem entsprechenden Antrag an Bürgermeister Rainer Ditzfeld bittet die SPD-Mindermann-Gruppe die Verwaltung darum, zu prüfen, ob ein solches Projekt in Zukunft auch in Achim umgesetzt werden könnte.

„Die wesentlichen Vorteile dieses Modells sind der Wegfall von Leerständen, Chancen für neue Betriebe und der Betrieb eines Ladengeschäfts mit geringem Risiko (auf Probe)“, schreibt SPD-Fraktionsmitglied Paula Kramann-Akdogan in dem Antrag. „Außerdem kann es positive Auswirkungen auf das Verbundenheitsgefühl der Stadt haben.“ Ähnlich wie die Stadt Verden, die natürlich auch hofft, dass sich das ein oder andere neue Angebot im Anschluss an die Test-Phase dauerhaft in der Innenstadt etabliert, hoffen auch die Achimer Antragssteller auf neuen Schwung für die Innenstadt.

Noch einige Ungewissheiten

Bereits an diesem Dienstag, 24. November, soll in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, der ab 17 Uhr öffentlich im Ratssaal tagt, gemeinsam mit den anderen Fraktionen über den Vorschlag der SPD diskutiert werden. Die Stadtverwaltung steht einer Prüfung, ob das Projekt „Probierstadt“ auch in Achim durchgeführt werden kann, nach eigenen Angaben in jedem Fall grundsätzlich positiv gegenüber. Es gibt allerdings auch noch einige Ungewissheiten.

So ist das Angebot „Probierstadt Verden“ als Projekt im Rahmen des Programms „Zukunftsräume Niedersachsen“ gefördert worden. Die Stadt hatte sich dafür beworben und im Frühjahr dieses Jahres auch den Zuschlag bekommen. Eine Finanzspritze von 102 024 Euro hatte Verden daraufhin zur Umsetzung des Projektes vom Land Niedersachsen bekommen. Wie genau die Rahmenbedingungen aussehen, unter denen das Projekt sowohl finanziell, personell als auch inhaltlich durchgeführt wird, will die Achimer Wirtschaftsförderung nach Rücksprache mit dem Verdener Projektleiter im Rahmen der Ausschusssitzung am Dienstag aufzeigen und dabei auch Stellung dazu nehmen, inwieweit eine Umsetzung des Projektes auch für Achim möglich ist.

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