Sport Stacking

Deutsche Teilnehmer des TSV Achim räumen bei Weltmeisterschaft ab

Drei deutsche Sport Stacker des TSV Achim sind für Deutschland bei der nachgeholten Weltmeisterschaft angetreten. Das Trio räumte bei der virtuellen Veranstaltung gleich mehrfach ab.
19.04.2021, 18:00
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Deutsche Teilnehmer des TSV Achim räumen bei Weltmeisterschaft ab
Von Maurice Reding
Deutsche Teilnehmer des TSV Achim räumen bei Weltmeisterschaft ab

Beim Sport Stacking werden mehrere Becher im höchsten Tempo auf- und wieder abgestapelt.

Marius Becker/dpa

Als Timo Böhm im Jahr 2019 den Vorsitz der World Sport Stacking Association (WSSA) Deutschland und damit auch das Amt des Bundestrainers übernahm, dachte der Achimer nicht im Stillen daran, dass die kommende Weltmeisterschaft der Sport Stacker nicht wie geplant über die Bühne gehen kann. Corona war zu dem Zeitpunkt noch ganz weit weg. Doch ein Jahr später überrollte die Pandemie die Welt. So musste auch die geplante Sport-Stacker-WM verschoben werden, die eigentlich in Singapur hätte stattfinden sollen. Vom 5. bis 11. April wurde die WM nun virtuell nachgeholt.

„Es ist alles ganz anders gewesen“, war das Turnier für Timo Böhm in der Form komplett neu. Das habe bereits mit der Vorbereitung angefangen. „Das Training und die Wettkämpfe im Vorfeld fanden bereits virtuell statt“, erzählt der erfahrene Sport Stacker. Für Böhm kam hinzu, dass die WM seine erste als WSSA-Vorsitzender sowie Bundestrainer war. „Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn alles normal gewesen wäre. Wir wollen uns aber nicht beschweren, denn wir können unseren Sport trotz Corona ausüben“, weiß der Achimer das Privileg richtig einzuschätzen.

Böhm und 63 weitere Sport Stacker aus ganz Deutschland ließen sich von der Herausforderung, eine virtuelle WM zu veranstalten, nicht abschrecken. Für sieben Turniertage mussten die Teilnehmer drei Vorrunden-Videos aufzeichnen und im Internet hochladen – je ein Video für das Einzel, die Staffel und das Doppel. Mehrere Schiedsrichter überprüften die Vorrunden-Videos auf Gültigkeit. Alle Zeiten vom deutschen Team waren gültig, allerdings reichte nicht jede zum Finaleinzug. Die Konkurrenz, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich aus dem asiatischen Raum, war bei der WM immens hoch und stark, wie Böhm berichtete. Um allen 600 Wettkämpfern, die sich über vier Kontinente erstreckten, eine möglichst faire Teilnahme zu ermöglichen, wurde die WM in drei Zeitzonen ausgetragen. Die asiatischen Sport Stacker starteten bereits frühmorgens deutscher Zeit in den Wettkampf. Gegen späten Abend trugen die Teilnehmer des amerikanischen Raumes ihren Wettbewerb aus. Dazwischen war Europa dran.

Die Teilnehmer des TSV Achim – bestehend aus Timo Böhm, Rebecca Ernst und Sabrina Obenlüneschloß – freuten sich gemeinsam mit Dennis Schleußner (Berlin), Markus Pondruff (Kassel) und Boris Konrad (Kranenburg) über einen Finaleinzug in der Staffel AK35+. Trotz einiger Nervosität setzten sie sich durch und holten den Weltmeistertitel. Auch im Doppel reichte es in der Vorrunde für Böhm und Pondruff für einen dritten sowie für Ernst und Obenlüneschloß für einen zweiten Platz. Im Finale belegten Böhm und Pondruff den vierten Rang. Ernst und Obenlüneschloß hatten diesmal starke Nerven und setzten die Vorrundenersten Schleußner und Konrad unter Druck. Diese schafften es nicht, ihre Vorrundenzeit nochmals abzurufen, sodass die Stackerinnen des TSV Achim den WM-Titel einheimsten.

Timo Böhm und die anderen Teilnehmer mussten ihre Vorrunden-Videos mit der Kamera aufzeichnen und dann einreichen. Mehrere Schiedsrichter überprüften die Videos auf ihre Gültigkeit. Für den Achimer war es die erste WM in seiner Funktion als Bundestrainer.

Timo Böhm und die anderen Teilnehmer mussten ihre Vorrunden-Videos mit der Kamera aufzeichnen und dann einreichen. Mehrere Schiedsrichter überprüften die Videos auf ihre Gültigkeit. Für den Achimer war es die erste WM in seiner Funktion als Bundestrainer.

Foto: FR

Im Einzel der Master 2 männlich (35 bis 44 Jahre) freute sich Timo Böhm über Finaleinzüge im 363 und Cycle. Auch während seiner Finals unterstützte er in seiner Funktion als Bundestrainer tatkräftig das gesamte Team. Trotz dieser zusätzlichen Belastung belegte er im 363 den siebten und im Cycle den fünften Platz. Bei den Master 2 weiblich (35 bis 44 Jahre) traten Ernst und Obenlüneschloß in allen drei Disziplinen im Finale an. Im 333 belegte Rebecca Ernst Rang acht, im 363 und Cycle holte sie sogar die Vizeweltmeisterschaft. Obenlüneschloß toppte die Ergebnisse, in dem sie sich in allen drei Einzeln auf Platz eins positionierte.

Als Besonderheit fand ein individueller Kopf-an-Kopf-Wettkampf statt. Dabei traten pro Altersklasse je zwei Stacker gegeneinander an. Derjenige mit der schnelleren Zeit kam eine Runde weiter. Bei diesem Modus traten in der AK M2 männlich in Europa sechs Stacker gegeneinander an. Timo Böhm musste in der ersten Runde gegen Alberto Méndez Escobar aus Spanien antreten und gewann sein Duell mit 2:1. In der zweiten Runde traf er auf Dennis Schleußner und musste sich gegen den späteren Gewinner mit 0:2 geschlagen geben.

In der weiblichen AK M2 gab es fünf europäische Teilnehmerinnen. Rebecca Ernst und Sabrina Obenlüneschloß trafen hier im Finale aufeinander. Das Duell der beiden deutschen Teilnehmerinnen entschied Obenlüneschloß für sich. Auch im Vergleich mit den Wettkämpferinnen in den anderen Zeitzonen gewann sie.

Timo Böhm zog ein durchweg positives Fazit des virtuellen Turniers. „Die WM war schöner und besser als wir uns das vorgestellt haben. Es war zwar zeitintensiver alles zu koordinieren, aber das Feeling kam trotzdem auf. Der internationale Austausch war toll“, freute sich der Bundestrainer aus Achim. Ob die Stacking-WM im kommenden Jahr in Singapur ausgetragen werden kann, bleibt zunächst fraglich. „Ich würde es mir aber wünschen“, sagt Böhm. Bis dahin darf er sich mit den anderen Stackern über die WM-Titel in diesem Jahr freuen.

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