Erhebung in Deutschland Achim übergibt Aufgaben für den Zensus 2022 an den Landkreis

Beim letzten Zensus im Jahr 2011 hatten die Stadt Achim und der Landkreis Verden noch eine gemeinsame Erhebungsstelle eingerichtet. Für den kommenden Zensus konnte Achim aber nicht das nötige Personal finden.
10.10.2021, 12:50
Lesedauer: 3 Min
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Achim übergibt Aufgaben für den Zensus 2022 an den Landkreis
Von Elina Hoepken

Deutschland wird wieder einmal gezählt. Nach 2011 steht in diesem Jahr die nächste statistische Erhebung, der sogenannte Zensus an. Ursprünglich war die Durchführung des bundesweiten Zensus schon für das Jahr 2021 vorgesehen. Wegen der Belastungen durch die Corona-Pandemie hat der Bundestag im Herbst 2020 allerdings beschlossen, den Zensus um ein Jahr auf das Jahr 2022 zu verschieben. Die ersten Vorbereitungen müssen jedoch schon jetzt beginnen.

Da die Stadt Achim als einzige Kommune im Landkreis Verden über 30.000 Einwohner hat, ist sie laut Gesetz auch als einzige selbst für die Erhebung ihrer Zensusdaten verantwortlich, für alle anderen Gemeinden und die Stadt Verden ist indes die Kreisverwaltung zuständig. Bereits 2011 hatte die Stadt Achim allerdings von ihrem Recht Gebrauch gemacht, mit dem Landkreis zusammen eine gemeinsame Erhebungsstelle einzurichten. Doch dieses Mal will Achim noch einen Schritt weiter gehen und die Aufgaben im Zusammenhang mit dem Zensus komplett an den Landkreis Verden übergeben.

Erfolglose Personalakquise

"Entgegen der Regelung in 2011 ist es der Stadt Achim trotz umfänglicher Bemühungen nicht gelungen, eigenes Personal zur Ausstattung der Erhebungsstelle, welches die besonderen qualifizierten gesetzlichen Anforderungen des Zensusgesetzes 2022 erfüllen kann, zu akquirieren", begründet die Verwaltung ihre Pläne in einer Vorlage, die für die kommende Sitzung des Rates am 14. Oktober auf der Tagesordnung steht. Anders sehe das indes bei der Kreisverwaltung selbst aus.  "Der Landkreis Verden verfügt durch die Auflösung des Impfzentrums Ende September in Verden über entsprechendes Personal." Der Landkreis habe sich daher bereit erklärt, die notwendigen personellen und sächlichen Ressourcen auch für Achim mit zu übernehmen.

Die Stadt Achim und der Landkreis Verden beabsichtigen daher, von der Delegationsmöglichkeit auf den Landkreis Verden Gebrauch zu machen, um eine möglichst wirtschaftliche Erledigung der Zensus-Aufgaben zu gewährleisten. Die Kreisverwaltung sei auf diese Weise nach eigenen Angaben in der Lage, jedwede erforderlichen Ressourcen flexibel und effizient zu planen und einzusetzen. Zudem habe das nun geplante Vorgehen den Vorteil, dass es im gesamten Kreisgebiet nur eine zentrale Stelle gibt, welche die Aufgaben des Zensus 2022 erfüllt. Es würden sich somit weder innerhalb noch außerhalb der Kommunen Unklarheiten in Bezug auf Zuständigkeiten ergeben.

Keine Nachteile für Achimer

Die räumliche Einrichtung der Erhebungsstelle erfolgt wie bereits 2011 in den Räumen des Landkreises Verden. "Nachteile für Achimer Bürger entstehen dadurch nicht, da die sogenannten Erhebungsbeauftragten jeweils vor Ort bei den Befragungen tätig werden. Lediglich die Koordination der Erhebung erfolgt zentral in Verden", erklärt die Achimer Verwaltung.

Für die Stadt Achim stelle die Übertragung der Zensus-Aufgaben an den Landkreis "im Hinblick die besonderen Anforderungen an die sogenannte räumliche, technische und organisatorische Abschottung vom Rest der Verwaltung, der sehr hohen Anforderungen an den Datenschutz und die personellen Vertretungserfordernisse bei Urlaub und Krankheit, die wirtschaftlichste und effizienteste Weise der Aufgabenerledigung dar". Ob das der Rat auch so sieht, wird sich in der kommenden Sitzung entscheiden, wenn die Mitglieder über die Vorlage abstimmen müssen.

Info

Zensus 2022

Der Zensus ist eine statistische Erhebung, mit der ermittelt wird, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. Anders als bei einer traditionellen Volkszählung, bei der alle Bürger direkt befragt werden, stützt sich der Zensus auch im Jahr 2022 auf bereits bestehende Verwaltungsregister. In erster Linie liefern die Melderegister der Kommunen die Ausgangsdaten. Um die Qualität der Datenbasis zu verbessern, wird in einer Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis ein Teil der Bevölkerung zusätzlich direkt befragt.

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