Förderschul-Neubau in Achim

Standortwechsel nimmt Gestalt an

Die Helene-Grulke-Schule soll von Cluvenhagen in einen Neubau nach Achim an der Steuben-Allee umziehen. Nachdem der politische Beschluss dafür ein Jahr zurückliegt, geht es nun einen Schritt weiter.
15.08.2019, 15:30
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Standortwechsel nimmt Gestalt an
Von Kai Purschke
Standortwechsel nimmt Gestalt an

Der Architektenentwurf beinhaltet diese perspektivische Skizze des Neubaus der Förderschule in Achim, die allerdings unmaßstäblich ist.

Ahrens Architekten/Stadt Achim

September 2018: Der Verwaltungsausschuss der Stadt Achim beschließt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans Nr. 320 „Steubenkaserne“, damit die Stiftung Waldheim an der Steuben-Allee eine neue Förderschule bauen kann. August 2019: Es kommt nun zur öffentlichen Auslegung – knapp ein Jahr später. „Wir scharren mit den Hufen und haben die ganze Zeit darauf gewartet. Endlich geht es weiter“, sagt Katharina Englisch, Sprecherin der Waldheim-Gruppe. Da sich der Planungsstand ihres Arbeitgebers nicht verändert habe, könne sie zum Vorhaben Förderschul-Umzug nach Uesen auch weiterhin nichts Neues sagen.

Für die Achimer Stadtverwaltung erklärt Heiner Heitzhausen, dass die Zeit ins Land gegangen sei, „weil noch Detailfragen mit der Stiftung Waldheim abgestimmt werden mussten, damit das Ganze auch eins zu eins so umgesetzt werden kann“. Dafür soll die vorgeschriebene öffentliche Auslegung nun die Basis bilden. In der Zeit von Montag, 19. August, bis zum 18. September liegen der Planentwurf und die Begründung im Rathaus Achim, Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung (Zimmer 323), während der Besuchszeiten (montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr, dienstags zusätzlich bis 18 Uhr) aus. Die vollständigen Planunterlagen stehen ab dem 19. August Interessierten auch online auf www.achim.de als Download zur Verfügung. Jeder Interessierte, ebenso die sogenannten Träger öffentlicher Belange, könne in dieser Zeit Einsicht nehmen und eine Stellungnahme abgeben, also auch Bedenken anmelden.

„Danach werden die Eingaben geprüft und abgearbeitet und eventuell wird eine weitere Auslegung notwendig. Falls die nicht erforderlich ist, kann der Satzungsbeschluss gefasst werden“, erklärt Fachmann Heitzhausen das Prozedere. Erst wenn die Ratspolitiker den Satzungsbeschluss gefasst haben, kann die Stiftung Waldheim den Bauantrag stellen. Heitzhausen schätzt, dass dies im Oktober dieses Jahres geschehen könne, wenn alles optimal läuft. Parallel soll mit dem Verfahren auch eine „nicht benötigte öffentliche Verkehrsfläche“ westlich der Uesener Feldstraße als Teilbereich im Bebauungsplan aufgehoben werden. Die Verwaltung betont, dass Bürger oder Institutionen Stellungnahmen nur während der Auslegungsfrist abgeben können und, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen unberücksichtigt bleiben könnten. Die Ausgleichsmaßnahmen sollen übrigens außerhalb des Plangebietes im Kompensationsflächenpool Wittkoppenberg in Baden passieren.

Die Bebauungsplanänderung für die Fläche an der Steuben-Allee ist, wie berichtet, notwendig geworden, damit die Förderschule „Geistige Entwicklung“ überhaupt gebaut werden kann. Denn die bisher im Bebauungsplan festgesetzte Grundstücksfläche, die überbaut werden darf, ist dafür zu schmal. Sie soll nun um zwei Meter gen Süden ausgedehnt werden. Und, weil die bisher maximal zulässige Gebäudelänge von 50 Metern von dem Neubau überschritten würde, muss auch diese Festsetzung geändert werden.

Der beabsichtige Schulneubau soll auf fünf Klassen ausgerichtet sein und Platz für die Helene-Grulke-Schule bieten. Denn aufgrund der „veränderten Bedarfe im Betreuungsangebot“, wie es die Stiftung Waldheim ausdrückt, bestehe akuter Raumbedarf für den Bereich Tagesförderstätten, ein Angebot für Menschen im Erwachsenenalter. Dieser Bedarf soll am bisherigen Standort der Helene-Grulke-Schule in Cluvenhagen erfüllt werden. Das Schulkonzept mit einer Standortschule, die sich dann an der Steuben-Allee befinden wird, und sogenannten Kooperationsklassen an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I im Landkreis Verden bleibt bestehen. Zusammen genommen sind es dann ein gutes Dutzend Klassen und auf so viele sollen auch die zentralen Räume (Bewegungshalle, Lehrerzimmer, Verwaltung) im Neubau in Achim ausgerichtet sein.

Jede Klasse besteht aus durchschnittlich sieben Schülern, die von zwei Lehrkräften und einer pädagogischen Mitarbeiterin betreut werden. Neben den Klassen- und Gruppenräumen sollen in dem sehr langen Neubau Pflegebäder, Fachräume für Werken, ein Musikraum, Räume für therapeutische Angebote, eine Lehrküche, ein Hauswirtschaftsraum für den entsprechenden Unterricht, eine Sporthalle, ein Computerraum sowie Verwaltungszimmer entstehen. Jede der fünf Klassen soll neben einem ebenerdigen Unterrichtsraum einen benachbarten Gruppenraum und eine Terrasse bekommen. In direkter Nähe zum Eingangsbereich sollen sich später die Sporthalle und die Mensa befinden.

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