Fußball-Testspiel

TB Uphusen verliert komplett den Faden

Wieder einmal kassierte der TB Uphusen vier Tore in einem Vorbereitungsspiel. Nach dem 6:4 beim SV Hemelingen gab es für den Oberligisten nun eine 1:4-Pleite beim FC Verden 04 – trotz starker Anfangsphase.
09.08.2020, 15:50
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Von Nico Brunetti
TB Uphusen verliert komplett den Faden

TBU-Flügelspieler Bastian Helms, hier im Zweikampf mit Verdens Richard Sikut, gehörte am Sonnabend zu den positiven Erscheinungen beim Oberligisten.

Björn Hake

Christian Ahlers-Ceglarek hatte in der zweiten Halbzeit keinen Spaß mehr. Daraus machte er auch kein Geheimnis, immer wieder schüttelte er den Kopf und schlug die Hände vors Gesicht. Eine Unzufriedenheit, für die der Trainer des Fußball-Oberligisten TB Uphusen auch allen Grund hatte. Seine Mannschaft spielte am Sonnabend nämlich eine unterirdische zweite Hälfte, weshalb der favorisierte Gast im Testspiel beim Landesligisten FC Verden 04 mit 1:4 (1:1) unterlag.

Wieder einmal kassierten die Uphuser damit in der Vorbereitung vier Gegentreffer, zuvor war das schon beim 6:4-Sieg gegen den Bremen-Ligisten SV Hemelingen der Fall gewesen. Über diese Tatsache war Ahlers-Ceglarek nicht gerade erbaut. „Wir kriegen viel zu viele Gegentore. Da müssen wir den Hebel ansetzen und die Balance finden.“ Ursachen machte er dabei mehrere aus. „Ich hatte den Eindruck, dass die Körpersprache nicht gepasst hat. Bei einigen Spielern hingen die Köpfe unten, das will ich nicht sehen. Ich will Leidenschaft und Wille sehen, sonst wird es schwierig“, sagte er und erklärte außerdem: „Wir hatten eklatante Ballverluste im Zentrum, waren mit dem Ball nicht klar genug.“

Darüber hinaus präsentierte sich der Oberligist im Stadion am Berliner Ring häufiger unsicher im Aufbauspiel. Einmal führte das auch zu einem Gegentreffer. Moritz Schmökel eroberte einen Fehlpass von Innenverteidiger Marco Wahlers und bediente Toni Fahrner, der den Ball nur noch zum 1:1-Ausgleich einschieben musste (45.). Es war ein Tor mit großer Wirkung, berichtete Verdens Kapitän Katip Tavan: „Mit dem 1:1 haben wir gemerkt: Hier geht etwas.“

Das ließ sich dann auch in den zweiten 45 Minuten beobachten. Der FC Verden 04 präsentierte sich selbstbewusst und dominierte fortan das Spiel. Folgerichtig überwand das Team von Trainer Frank Neubarth dreimal den TBU-Keeper Maximilian Hentrich. Während Tavan das zwischenzeitliche 3:1 als Stürmer beisteuerte (70.), schnürte der vom VfL Visselhövede gekommene Robert Posilek einen Doppelpack (68./88.). Besonders sehenswert war dabei sein erster Treffer, als er den Ball in den Winkel zirkelte. „Robert ist definitiv ein Gewinn für uns“, lobte Tavan.

Er selbst hat es jedoch auch verdient, Komplimente zu erhalten. So brilliert er mit seiner Flexibilität und stellt den Mannschaftserfolg über seine eigenen Interessen. Demnach spielte Tavan am Sonnabend mal wieder auf mehreren Positionen, erst als Linksverteidiger, dann als Stürmer – eine Rolle, mit der er sich identifiziert. „In der vergangenen Saison habe ich auf neun verschiedenen Positionen gespielt, alle haben Spaß gemacht. Ich bin nicht nur Kapitän, sondern auch Allrounder und spiele da, wo ich am wichtigsten bin. Das hat eine große Bedeutung für die jungen Spieler, die binden sich an solche Menschen und ziehen sich an ihnen hoch“, beschrieb Tavan.

Glücklich machte die Verdener, dass sich die intensive Trainingsarbeit im taktischen Bereich auszuzahlen scheint. „Wir spielen jetzt Pressing im vorderen Bereich. Da steckt die Idee dahinter, den Gegner im Aufbau zu stören und dann nur noch einen kurzen Weg zum Tor zu haben. Vorher haben wir im Mittelfeld gepresst“, skizzierte Tavan.

In der zweiten Halbzeit hat der Landesligist das jedenfalls hervorragend umgesetzt: gegen einen Gegner, der den Faden verlor und aus der Sicht Tavans nicht mehr als Team funktionierte. Ahlers-Ceglarek stimmt das nachdenklich, Unruhe verspürt er aber nicht. Denn: „Wir sind am Testen und haben keine schlechten 90 Minuten gespielt, die erste Halbzeit war in Ordnung. Mit besserer Chancenverwertung führen wir 3:0.“ In der Tat: Der anfangs sehr offensiv ausgerichtete TB Uphusen begeisterte vor allem in den ersten 20 Minuten mit tollem Offensivfußball und ging nach feiner Kombination unter anderem über den zu Beginn sehr agilen Bastian Helms verdientermaßen durch einen schönen Abschluss von Kai Schmidt in Führung (8.). Es war eine Phase, die dem Oberligisten Mut machen kann, aber von dem schlechten Eindruck der zweiten Halbzeit überstrahlt wurde.

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