Grundschule Baden

Tüfteln wie die Profis

Bereits seit zehn Jahren basteln Ehrenamtliche im Rahmen das Ganztagsangebotes mit Schülern der Grundschule Baden solarbetriebene Holzautos. Das Angebot kommt bei den Kindern gut an.
16.12.2019, 17:15
Lesedauer: 3 Min
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Tüfteln wie die Profis
Von Elina Hoepken
Tüfteln wie die Profis

Unter den wachsamen Augen von Walter Meinking (li.) und Harry Koschitzke-Precht sägen, löten und leimen die Grundschüler.

Björn Hake

Im Werkraum der Grundschule Baden herrscht geschäftiges Treiben. In der einen Ecke des Raumes qualmt ein Lötkolben, in der anderen Ecke surrt eine Schleifmaschine und kleine Laubsägen fressen sich durch das Holz. Und mittendrin acht Grundschüler, die hoch konzentriert bei der Arbeit sind. Denn sie alle wollen schließlich bald ihr erstes eigenes Auto fertigstellen. Natürlich kein großes aus Stahl, aber immerhin ein Miniatur-Auto aus Holz – und noch dazu eines, das mit Solarenergie angetrieben wird.

Dazu treffen sich die Grundschüler seit Beginn des Schulhalbjahres im Rahmen des Ganztagsangebotes und lassen an insgesamt zehn Terminen Schritt für Schritt ihr Auto entstehen. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Ehrenamtlichen Harry Koschitzke-Precht und Walter Meinking. Bereits seit zehn Jahren bieten die Senioren dieses Angebot für die Badener Zweit- bis Viertklässler an. „Und das Interesse ist bei den Kindern immer sehr groß“, freut sich Schulleiterin Ingrid Thieke. Jedes Halbjahr können bis zu zehn Kinder teilnehmen. „In manchem Jahr hatten wir aber schon eine Warteliste, weil die Nachfrage so groß war.“

Spaß an handwerklicher Arbeit

Die Idee zu dem Angebot hatte Walter Meinking damals selbst. „Ich hatte früher in Achim ein Radio- und Fernsehgeschäft und als ich in den Ruhestand gegangen bin, hatte ich noch unglaublich viel Material und Messgeräte übrig“, erinnert sich der 79-Jährige. Also fragte er kurzerhand bei der Grundschule an, ob dort Bedarf besteht, eine Technik-AG zu gründen. Und die Schule musste da natürlich nicht lange überlegen. Da Meinkings früherer Mitstreiter Günter Schlake gelernter Tischler war, fügten die beiden ihre Kenntnisse zusammen und kamen auf die Idee, solarbetriebene Holzautos mit den Kindern zu bauen.

„Die Kinder sägen die Autos selbst aus einem Stück Holz heraus, danach wird geleimt und gelötet“, erklärt Koschitzke-Precht, der dann Schlakes Position im Zweier-Gespann einnahm. Die Arbeiten erfolgen natürlich unter der Aufsicht der beiden Rentner. „Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob Kinder in dem Alter die einzelnen Schritte schon umsetzen können“, sagt Meinking. Doch die Grundschüler haben schnell gezeigt, dass alle Sorgen unbegründet waren. „Die Kinder gehen ganz selbstverständlich an die Aufgaben heran und freuen sich, dass sie hier auch mal Sachen ausprobieren dürfen, die sie zu Hause vielleicht noch nicht machen dürfen“, sagt Meinking. Er selbst hofft, dass einige der Teilnehmer dadurch den Spaß am handwerklichen Arbeiten entdecken. „Es wäre natürlich schön, wenn der ein oder andere von ihnen Handwerker wird.“

Mit der Kraft der Sonne

Zu Beginn des Angebotes vor zehn Jahren waren ausschließlich Jungen dabei. Mittlerweile ist die Gruppe allerdings stets gut gemischt. „Und die Mädchen können es meistens sogar besser“, sagt Meinking und muss grinsen. Doch nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die beiden Ehrenamtlichen haben dazugelernt. „Anfangs haben wir die Solarzellen auf das Dach des Autos montiert“, berichtet Meinking. Im Sommerhalbjahr sei man damit gut zurechtgekommen. Doch spätestens im Winter habe die Sonne häufig gefehlt und das Auto habe sich nicht bewegt. „Mittlerweile bauen wir zusätzlich zu dem Auto auch noch eine kleine Ladestation, auf der sich die Solarzellen befinden und an der das Auto aufgeladen werden kann.“

Das Material für die Arbeiten besorgen die beiden Rentner. „Unsere Garagen sind voll mit allen möglichen Utensilien“, berichtet Koschitzke-Precht. Finanziell gefördert wird das Angebot vom Schulförderverein MaSch. Seit Sommer dieses Jahres unterstützen die Stadtwerke Achim den Verein mit einer Spende in Höhe von 500 Euro, die für dieses Angebot zur Verfügung gestellt werden.

Bis Anfang Januar muss die Gruppe von Schülern ihre Autos fertig haben, denn zum neuen Halbjahr stehen schon wieder die nächsten Teilnehmer in der Warteschlange. Auch Meinking und Koschitzke-Precht werden dann wieder mit von der Partie sei – so wie jedes Jahr. „Ich habe immer gesagt, wenn eines der Kinder irgendwann Opa zu mir sagt, ist die Zeit gekommen aufzuhören“, sagt Meinking und lacht verschmitzt. Bisher sei das aber zum Glück noch nicht passiert.

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