Volleyball 2. Bundesliga

TV Baden: Der verfrühte Blick zurück

Werner Kernebeck schaut nach dem Saisonabbruch zufrieden auf die vergangenen Monate.
15.03.2020, 16:07
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TV Baden: Der verfrühte Blick zurück
Von Florian Cordes
TV Baden: Der verfrühte Blick zurück

Werner Kernebeck hat mit dem TV Baden eine sehr erfolgreiche Saison hingelegt, die nun rund einen Monat früher vom Verband beendet wurde.

Björn Hake

Saisonende – das ist auch der Moment, an dem ein Trainer zurückschaut. Zurück auf die vergangenen Monate, die geprägt sein können von Erfolgen und Misserfolgen. Den Blick zurück wirft nun auch Werner Kernebeck. Allerdings verfrüht. Eigentlich wäre dieser Moment für den Trainer des Volleyball-Zweitligisten TV Baden Mitte April gekommen. Doch die Verbreitung des Coronavirus hat alles verändert. Am Donnerstag hat die Volleyball-Bundesliga (VBL) den Spielbetrieb eingestellt (wir berichteten). Die Saison 2019/2020 ist abgeschlossen worden, rund einen Monat vor ihrem eigentlichen Ende.

Kernebeck wusste bereits von dem abrupten Ende, bevor die VBL es öffentlich machte. Durch seine guten Kontakte habe er schon vorher davon erfahren. Kein Wunder, dass dem Trainer mehrere Gedanken durch den Kopf geschossen sind. Das Coronavirus hat das alltägliche Leben nun mal verändert. Dass die Saison abgebrochen wurde, befürwortet der Coach. „Die Verbreitung des Virus muss, so weit es geht, kontrolliert werden“, findet Kernebeck. Die Gesundheit gehe jetzt vor.

Bei allem Verständnis bedauert er aber auch die Absage der noch vier ausstehenden Saisonspiele. Drei Partien hätte der TV Baden in der Lahofhalle ausgetragen. „Mindestens zwei Spiele hätten für uns noch sehr schön werden können. Da hätten wir uns zwei Wochen in Folge sehr gut präsentieren können.“ Werner Kernebeck spricht damit die geplanten Heimspiele gegen den SV Warnemünde und den VV Humann Essen an. Für die Badener wären in diesen Partien durchaus Siege möglich gewesen. Zum Abschluss der Saison wäre dann noch der amtierende Meister der 2. Liga Nord, der CV Mitteldeutschland, in die Lahofhalle gekommen. Für den vorletzten Spieltag war die Partie in Braunschweig geplant. „Das Spiel gegen Mitteldeutschland hätte noch einmal ein richtig schöner Abend für uns werden können“, sagt Nils Mallon, der vor Saisonbeginn das Kapitänsamt von Stefan Baum übernommen hatte.

Stefan Baum war neben Alexander Decker einer der beiden Stammspieler, die den TV Baden nach der Premieren-Saison in der 2. Bundesliga Nord verlassen hatten. Vor dem Beginn der zweiten Spielzeit, in die die Badener noch mit Coach Fabio Bartolone gegangen waren, kam bei dem einen oder anderen Beobachter durchaus der Gedanke auf, dass die beiden Abgänge nur schwer zu verkraften sein könnten. Schließlich waren Baum und Decker zwei Garanten für den Klassenerhalt. Auch Mallon selbst dachte so. „Doch dann haben wir es ja doch sehr gut hinbekommen.“ Auf Platz sechs liegend beendet der TV Baden die abgebrochene Saison. In echte Abstiegsgefahr ist das Team im Grunde zu keinem Zeitpunkt geraten.

Der Saisonstart sollte dem TVB jedoch nicht gelingen. Nach vier Spielen standen drei Niederlagen einem Sieg gegenüber. Nach der vierten Partie trennte sich der Klub von der Weser von Bartolone. Werner Kernebeck übernahm den Job. Und besser hätte die Saison für Baden danach im Grunde nicht verlaufen können. Unter dem Coach, der in der Vorsaison noch für die zweite Mannschaft des TVB zuständig war, wurden acht Siege und 26 Punkte eingefahren. Mit den vier Zählern aus den ersten vier Spielen kommt der TV Baden auf insgesamt 30 Punkte. „Die Liga war in diesem Jahr noch ausgeglichener. Daher können wir mit unserem Resultat alle sehr zufrieden sein“, bilanziert Trainer Kernebeck. „Die Mannschaft hat einfach eine gute Entwicklung genommen.“

Die Saison sei von vielen Höhepunkten geprägt gewesen. „Ein paar negative Dinge hat es aber auch gegeben“, sagt Kernebeck. Als Beispiel nennt er das Hinspiel gegen den SV Lindow-Gransee. Für Kernebeck war es damals das erste Spiel als verantwortlicher Trainer. Sein Team unterlag mit 1:3. „Da haben wir dann doch gemerkt, dass die Trauben gegen solche Mannschaften doch zu hoch für uns hängen. Da kommen wir noch nicht ran.“

Doch am Ende steht nun einmal der sechste Platz und der Klassenerhalt. „Den haben wir auch trotz des Abbruchs geschafft“, freut sich Mallon. „Wenn mir vor der Saison jemand den sechsten Platz angeboten hätte, hätte ich gar nicht schnell genug unterschreiben können.“ Nun gehen Nils Mallon, Werner Kernebeck und das gesamte TVB-Team erst einmal in die Pause – und das rund einen Monat früher als ursprünglich vorgesehen.

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