Handball-Oberliga

„Überlebenswichtiger“ Sieg für die SG Achim/Baden

Arne von Seelen zeigte im Tor der SG Achim/Baden eine überragende Leistung. Auch aus diesem Grund gewann die SG mit 23:20 gegen die TSG Hatten-Sandkrug und verließ die Abstiegszone.
22.12.2019, 13:50
Lesedauer: 3 Min
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„Überlebenswichtiger“ Sieg für die SG Achim/Baden
Von Florian Cordes

Arne von Seelen hatte einen richtig guten Tag erwischt. Das sollte sich am Sonnabend im Heimspiel der SG Achim/Baden gegen die TSG Hatten-Sandkrug ziemlich früh zeigen. Gleich zu Beginn der Partie zeigte der Keeper des Handball-Oberligisten einige Paraden. Diese Form hielt er während der ersten Halbzeit, sodass die Gäste nur zu acht Treffern kamen. Nach einem kleinen Durchhänger nach der Pause wuchs von Seelen in den finalen 15 Minuten aber über sich hinaus und führte sein Team in dem Kellerduell zu einem 23:20 (9:8)-Erfolg.

Nach dem Schlusspfiff war auf Anhieb zu erkennen, wie wichtig der Sieg für die Achimer war. Denn Weihnachten und den Jahreswechsel verbringen sie nun nicht auf einem Abstiegsplatz. Die SG Achim/Baden hat mit der TSG Hatten-Sandkrug die Plätze in der Tabelle getauscht. SG-Trainer Tobias Naumann stand nach der Partie mit einem breiten Grinsen auf dem Spielfeld und beobachtete, wie sich seine Mannschaft von den Zuschauern feiern ließ. Naumann schaute dabei glücklich und zufrieden. Diesen Anblick gab es in dieser so schwierigen Saison bisher noch nicht nach einem Heimspiel der Achimer.

Dass Naumann so glücklich war, hatte aber seinen Grund. Denn nach dem Katastrophen-Start mit acht Niederlagen in Folge hat seine Sieben die erste Hälfte der Saison halbwegs noch gerettet: Aus den vergangenen fünf Spielen holten die Achimer sieben Punkte. „Und dieser Sieg war jetzt überlebenswichtig“, hob Naumann den Erfolg gegen Hatten besonders hervor. Mit einer Niederlage wären die Sorgen in der Gymnasiumhalle um ein Vielfaches größer geworden. Doch nun haben die Achimer weiterhin den Kontakt zum unteren Tabellenmittelfeld.

Kein Schönheitspreis zu vergeben

Von Anfang an war aber nicht nur zu erkennen, dass Arne von Seelen einen guten Tag erwischt hatte. Sondern auch, dass sich in Achim zwei Mannschaften duellierten, die gegen den Abstieg kämpfen. „Das Spiel war spannend und emotionsgeladen. Ob es aber schön war, dass weiß ich nicht“, sagte Naumann und grinste. Er wusste nur zu genau, dass weder seine Sieben noch die des Gegners einen Schönheitspreis verdient hatte. Doch darum ging es auch gar nicht: Für beide Mannschaft zählte einzig und allein der Sieg, um mit einem guten Gefühl ins neue Jahr zu gehen.

Mitte der zweiten Halbzeit deutete viel daraufhin, dass die TSG Hatten-Sandkrug nicht in die Abstiegszone abrutschen sollte. Denn in der 47. Minute traf Robert Langner zum 16:13 für die Gäste. Die Anzahl der geworfenen Tore zeigte, in welchem Bereich es bei den Achimer hakte – im Angriff. Bereits vor der Halbzeitpause leistete sich die SG in der Offensive einige Patzer und vergab so eine höhere Führung. Da die Gastgeber nach dem Seitenwechsel im Angriff weiter nachließen, bog die TSG die Partie um.

Doch die SG Achim/Baden hatte das Spiel beim 13:16 noch nicht aufgegeben: Nachdem sich Florian Block-Osmers und Mohamed Sibahi zuvor als Spielgestalter gegen die robuste 6:0-Deckung abgerackert hatten, brachte Naumann den jungen Hendrik Budelmann. Dass der Coach ihm die Regie im Angriff anvertraute, sollte sich auszahlen: Budelmann strahlte eine gewisse Coolness aus und spielte auch so. „Er hat unser Spiel sehr gut gesteuert“, lobte der Coach seinen Mittelmann. Nach Budelmanns Einwechslung erreichte die SG-Offensive die nötige Durchschlagskraft.

Ein weiterer Faktor stand auf der anderen Seite des Spielfeldes: Arne von Seelen. Er hatte sich in der Schlussphase dazu entschlossen, sein Tor förmlich zu „vernageln“. Die Gäste aus Hatten scheiterten mit ihren Würfen immer wieder an dem Keeper. „Was Arne in den letzten 15 Minuten gezeigt hat, war überragend“, sagte Naumann. Durch die Steigerungen in mehreren Bereichen drehte die SG das Spiel, das beim 22:19 durch Rechtsaußen Noah Zilz entschieden war.

Ein bescheidener Matchwinner

Nach dem Abpfiff durfte Arne von Seelen nicht nur feiern. Er nahm auch viele Glückwünsche für seine Leistung entgegen. Der Torhüter wollte sich selbst aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „So bin ich nicht“, sagte er lächelnd. „Wichtig war, dass heute auch die jungen Leute Verantwortung übernommen haben. Anfang der zweiten Halbzeit fehlte das Selbstvertrauen. Aber dann war eine gute Teamleistung.“

Obwohl von Seelen es nicht zugeben wollte: Er war nun einmal ein großer Faktor dafür, dass die SG Achim/Baden mit einem guten Gefühl ins neue Jahr und in die Rückrunde gehen darf. „Und die wird eine sehr aufreibende“, blickte Tobias Naumann schon einmal auf die kommenden Monate.

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