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Recherchen über ein Rittergut

Ulrich Budler hat schon viele historische Bücher über Achim geschrieben. In seinem neuesten setzt er sich mit der Geschiche des Rittergutes in Borstel auseinander. Und die hat auch ihn gelegentlich überrascht.
07.10.2020, 16:38
Lesedauer: 2 Min
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Von Eina Hoepken
Recherchen über ein Rittergut

Ulrich Budler mit seinem neusten Werk. Auf 380 Seiten hat er die Geschichte des Rittergutes in Borstel zusammengefasst.

FOCKE STRANGMANN

Ganz schön dick ist es dieses Mal geworden. Auf ganze 380 Seiten schafft es das neue Buch von Ulrich Budler. Darin beschäftigt er sich mit dem Rittergut in Borstel. Der Achimer mit einem Faible für alte Gebäude und ihre Geschichte veröffentlicht seine Recherchen in regelmäßigen Abständen in einzelnen Büchern. Und die sind eben mal mehr und mal weniger umfangreich – je nachdem wie ergiebig seine Suche in den Archiven war. Dieses Mal war sie ganz offensichtlich sehr ergiebig. „Ich habe wirklich viel über das Gut gefunden und stand hinterher eher vor dem Problem, welche Informationen ich aussortiere, damit es nicht zu viel wird“, berichtet Budler von seiner Arbeit.

Denn dieses Mal hatte der Achimer auch noch ein weiteres Ass im Ärmel. Dadurch, dass das Gut auch heute immer noch in Borstel steht und bewohnt wird, konnte er auch vom jetzigen Besitzer noch einige interessante historische Dokumente und somit unerwartete Unterstützung bei seiner Recherche bekommen. „Das war ein echter Glücksfall. Er hatte zum Beispiel noch einige Urkunden oder auch Grundrisse für mich.“

Das erste Mal erwähnt wurde das Gut Mandelsenborstel, wie es richtig heißt, im Jahr 1515. „Das eigentliche Gut stand dann bis 1851 auf einer Burginsel“, erzählt Budler. „Der neue Besitzer wollte es allerdings abreißen lassen, weil eine Renovierung zu teuer gewesen wäre und hat es dann komplett neu gebaut.“ So wie es damals errichtet wurde, sieht es im Prinzip auch heute noch aus. „Das Haus hat den Krieg gut überstanden und nur zwei oder drei Einschüsse abbekommen“, weiß Budler aus seiner Recherche.

Zahlreiche adlige Besitzer

14 Besitzer hatte das Rittergut in seiner langjährigen Geschichte. Der erste war von Mandelsloh, weshalb das Gut auch seinen Namen Mandelsenborstel bekam. Es folgten unter anderem ein Domherr von Magdeburg und der Hauptmann von Petersen. „Das Gut hatten bis auf eine Ausnahme eigentlich immer Adlige in Besitz“, berichtet Budler. „Claus von der Decken war dann schließlich Ende des 17. Jahrhunderts der letzte Adlige, dem das Gut gehörte.“

Bei seiner Recherche zur Geschichte des Gutes ist Budler auch auf die ein oder andere Sache gestoßen, die ihn selbst überrascht hat. So hat er beispielsweise seitenlange Auflistungen gefunden, auf denen Lebensmittel und Getränke mit genauen Mengenangaben aufgelistet waren. „Anfang des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Napoleonische Kriege hatten die Franzosen in Achim ein großes Lager und die Offiziere wurden immer in den Gütern versorgt“, erklärt Budler seinen Fund. Alles, was sie verspeisten und tranken, wurde dann notiert. „Und das war eine ganze Menge.“ So viel, dass das Rittergut wegen der ganzen Einquartierungen fast in Konkurs gebracht wurde.

Solche Geschichten und Entdeckungen sind für Budler selbst immer wieder ein Ansporn, weiter zu recherchieren. „Mir macht es einfach unheimlich viel Spaß und ich lerne bei jedem Buch selbst ganz viel dazu“, sagt er. Da versteht es sich fast von selbst, dass Budler aktuell schon wieder an seinem nächsten Buch arbeitet. Darin will er sich dann mit dem Rittergut in Embsen beschäftigen.

Weitere Informationen

Das Buch „Mandelsenborstel – ein altes bremisches Rittergut“ gibt es für 15 Euro beim Bücherwurm in Achim, Herbergstraße 12.

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