Blick in die Vergangenheit Achims

Ulrich Budler schreibt Buch über Rittergut Embsen

Ulrich Budler ist ein Fan von alten Gemäuern und ihren Geschichten. Regelmäßig hält er diese auch in seinen Büchern fest. In seinem neuen Werk beschäftigt er sich mit dem Rittergut in Embsen.
06.05.2021, 05:00
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Ulrich Budler schreibt Buch über Rittergut Embsen
Von Elina Hoepken
Ulrich Budler schreibt Buch über Rittergut Embsen

Ulrich Budler mit seinem neuen Werk. Darin beschäftigt er sich mit dem Rittergut in Embsen.

Björn Hake

Achim. Aller guten Dinge sind drei. Dieses Sprichwort kommt einem als erstes in den Sinn, wenn man einen Blick auf das neue Buch des Achimers Ulrich Budler wirft. Zumindest, wenn man die bisherige Historie seiner zahlreichen Veröffentlichungen kennt. In seinem neuen Werk beschäftigt sich der Rentner, der schon seit vielen Jahren Mitglied im Heimatverein Achim ist, nämlich bereits zum dritten Mal mit der Ortschaft Embsen und ebenfalls schon zum dritten Mal mit einem Rittergut. Standen in seinen letzten Veröffentlichungen das Gut Clüverswerder und das Rittergut Mandelsenborstel im Fokus, beschäftigt er sich nun mit ebenjenem in Embsen.

„Ich habe damals angefangen, über die Bauernhöfe in Achim zu schreiben“, erinnert sich Budler. Darüber sei er dann auf das Thema Rittergüter gekommen und habe sich so auch erstmals mit dem Adel beschäftigt. „Nach Clüverswerder und Mandelsenborstel bot sich nun als nächstes Embsen einfach an.“ Eine erste Erwähnung des Rittergutes in „Hemese“, wie Embsen in den alten Aufzeichnungen heißt, hat Budler in einer Lehnrolle von 1294 gefunden. Damals war der Graf von Schwerin der Besitzer. Doch das Rittergut in Embsen war offenbar nur eines seiner Besitztümer in der Region. „Allein im Herzogtum Bremen hatte er über 20“, hat Budler bei seiner Recherche herausgefunden.

Verschiedene Besitzer

In den folgenden Jahrhunderten hatte das Rittergut dann viele verschiedene Besitzer. „Rittergüter wurden in der Regel immer vererbt“, erklärt Budler. Wenn es allerdings keinen Erben gab oder die Familie pleite war, musste ein anderer Käufer gefunden werden. Zu den Besitzern des Rittergutes in Embsen gehörten unter anderem die Familie von Düring, der Graf Johann von Reventlow, dem auch das Schloss in Etelsen gehörte, und die Familie Bischoff. 1902 brannte das Rittergut ab und musste neu wieder aufgebaut werden. Reventlow, der zu dieser Zeit der Besitzer war, ließ es jedoch als Wohnhaus und nicht mehr als Rittergut neu aufbauen.

Heute ist allerdings auch von diesem alten Wohnhaus nichts mehr zu sehen. „Eine genaue Information darüber, wann auch das Wohnhaus abgerissen wurde, habe ich nicht gefunden“, sagt Budler. Die Reste einer Zugbrücke des Rittergutes waren allerdings auch noch ein paar Jahre nach dem großen Brand zu sehen. „Und die zum Gut gehörende Zehntscheune in Embsen wurde sogar erst 2007 abgerissen.“

Ein kleines Relikt, das zumindest noch an die ehemaligen Besitzer des Rittergutes in Embsen erinnert, gibt es allerdings auch heute noch: das Grab der Brüder Düring. Das wurde vor einigen Jahren vom Heimatverein sogar restauriert. „Der Legende nach sind nicht nur die beiden Brüder, sondern auch ihre Pferde dort begraben.“ Einen Beweis dafür konnte Budler bei seiner Recherche allerdings nicht finden.

Recherche im Internet

Das Material, das er genutzt hat, um der Geschichte des Rittergutes in Embsen auf die Spur zu kommen, stammt größtenteils aus Archiven. „Die Suche ist mittlerweile relativ einfach geworden, weil es Online-Suchmaschinen für die niedersächsischen Archive gibt.“ Mit Unterlagen aus dem vergangenen Jahrhundert wie Verkaufsurkunden konnte ihm allerdings auch die Familie Mindermann helfen, in deren Besitz das Grundstück nun ist. „Man muss einfach wissen, wen man fragen kann“, beschreibt Budler den Erfolg seiner Recherchearbeit.

Und die geht auch nach der Veröffentlichung seines neuen Buches weiter - wenn auch mit einem anderen Schwerpunkt. Als Nächstes will Budler sich nämlich nach eigenen Angaben mit dem Rittergut Holzbaden auseinandersetzen. Doch danach neige sich die Liste der Rittergüter, deren Geschichten er auf den Grund gehen kann, dann auch dem Ende entgegen. „Noch weiß ich nicht, welches Thema ich danach aufgreifen möchte, aber irgendwas finde ich bestimmt“, ist Budler zuversichtlich.

Ulrich Budlers Buch „Das Rittergut Embsen“ hat 269 Seiten und ist in den kommenden Tagen für 15 Euro beim Bücherwurm in Achim, Herbergstraße 12, erhältlich.

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