CDU-Stadtverband Achim Parteiaustritt wegen Haltung zu Achim-West

Uwe Sprenger ist aus der CDU ausgetreten. Dies hat der ehemalige Pressesprecher des Achimer Stadtverbandes mit der Nominierung der Bürgermeisterkandidatin und mit der Haltung der CDU zu Achim-.West begründet.
30.06.2021, 11:40
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Parteiaustritt wegen Haltung zu Achim-West
Von Kai Purschke

Die CDU in Achim kommt nicht zur Ruhe. Nach dem plötzlichen Rücktritt ihres Vorsitzenden Martin Puls, der kürzlichen Wahl von Jürgen Striedieck zum neuen Stadtverbandsvorsitzenden (wir berichteten), hat nun der frühere Pressesprecher Uwe Sprenger seinen Parteiaustritt öffentlich verkündet. Er kritisiert die Entscheidung der CDU, die parteilose Nadine Fischer zur Bürgermeisterkandidatin gekürt und sich wegen ihr verbogen zu haben. Mit ihr habe die Achimer CDU "eine Art Söldnerin eingeladen, um ihren tief sitzenden Groll, der seit 2016 nicht vergessen ist, auf unseren amtierenden Bürgermeister Rainer Ditzfeld Ausdruck zu verleihen. Aus ihren Reihen höre ich nur: Ditzfeld muss weg."

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Sprenger nimmt in seinen Ausführungen kein Blatt vor den Mund: "Weiblich, als Mainstream, kommt somit gut an, die Kandidatin wird mit einem sehr hohen Geldbetrag aus der Parteikasse unterstützt und ist gegen Achim-West". Diese Kröte müsse der CDU-Stadtverband schlucken, "damit Frau Fischer modern und ökologisch bei den Wählern ankommt". Dafür aber würden grundsätzliche Leitlinien über Bord geworfen: "Wo ist die Grundeinstellung der CDU geblieben für die Zukunft Wachstum zu schaffen, Arbeitsplätze zu generieren und Achim Einnahmen zu ermöglichen, die der gesamten Achimer Bevölkerung zugutekommen? Achim-West sei von der CDU immer unterstützt und im Sinne des wirtschaftlich, ökologischen Weges für das Zukunftsprojekt von der Mehrheit getragen worden, "bis Frau Fischer kam". Wie berichtet, ist Nadine Fischer Mitglied der Bürgerinitiative Uphusen gegen Achim-West. 

"Arbeitsplätze sind wichtig"

Laut Sprenger zeigen allein "die berechtigten Interessen von Vitakraft und auch anderen Firmen", was Achim-West für die Zukunft bedeute. Die Behauptung der schädlichen Flächenversiegelung sei längst durch eine Vielzahl von Gutachten entkräftet worden. "Nicht jeder ist mit Bibliothek, Pferd und Klavier groß geworden. Klimaziele muss man sich leisten können. Arbeitsplätze für die Zukunft sind wichtig und müssen in Einklang mit dem Klimaschutz ausgerichtet werden", betont Sprenger.

Neben Kritik an Martin Puls und dessen Führungsstil erklärt Sprenger, dass die Mitglieder aus dem Ortsteil Baden bestimmten, was in der Achimer CDU laufe oder auch nicht. "Bei der Wahl zur Bürgermeisterkandidatin spielte sich das gleiche Abstimmungsverhältnis wie damals bei der Abwahl von Rainer Ditzfeld ab, Baden hat gesiegt!", kommentiert Sprenger den Ausgang der Nominierungsveranstaltung. Er jedenfalls könne mit der momentanen politischen Ausrichtung des Achimer CDU-Stadtverbandes, besonders der Fraktion, nicht leben. "Ich halte nichts von politischen Söldnerinnen und bin nicht bereit, dafür einen finanziellen Beitrag zu leisten." Sprenger könne seine Überzeugung nicht ablegen und sei am Dienstag aus der Partei ausgetreten. "Deshalb werde ich aber nicht einer anderen Partei beitreten. Meine politische Einstellung behalte ich!"

CDU bestreitet ein Umkippen

Kürzlich hatte bereits Herfried Meyer, Fraktionschef der Achimer SPD, den Christdemokraten unterstellt, dass sie mit der Nominierung von Nadine Fischer zur Bürgermeisterkandidatin in Bezug auf Achim-West umgekippt seien und nun das Projekt ablehnen. Darauf hatte nun die CDU erwidert, "dass sich insbesondere der Vorstand und die Kandidaten für die anstehende Kommunalwahl des CDU-Stadtverbandes zu dieser nach Sachlage ablehnenden Haltung bereits zum Ende des vergangenen Jahres verständigt hatten, "weit bevor Frau Fischer zur Bürgermeisterkandidatin gewählt wurde".

Die CDU sei für eine vorrangige Ansiedlung von Gewerbe des Mittelstandes, was für Achim-West aber nicht garantiert werden könne. Laut aktuellem Prognos-Gutachten betreffend Achim-West werde davon ausgegangen, dass 50 Prozent der Flächen an Lager- und Logistikunternehmen vergeben werden. Trotzdem sei es verpasst worden, einen Gleisanschluss sinnvoll einzuplanen, um den Lkw-Verkehr von den Straßen zu holen. Zudem sei die Finanzierung bis heute nicht gesichert.

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