Geomagnetische Untersuchung

Zwei Flüsse früher in Uphusen

Auch wenn sichere Nachweise fehlen, dass es auf einem Acker in Achim-Uphusen vor 2000 Jahren eine Siedlung gab, deuten die Ergebnisse der geomagnetischen Untersuchung drauf hin. Sowie auf eine Überraschung.
14.08.2020, 16:03
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Zwei Flüsse früher in Uphusen
Von Kai Purschke
Zwei Flüsse früher in Uphusen

Ein früherer Fluss wurde vermutet, aber es gab dort offenbar zwei.

Björn Hake

Nach den geomagnetischen Messungen, die – wie berichtet – am Donnerstag auf einem Acker in Uphusen stattgefunden haben, stehen nun die Ergebnisse fest, die für eine Überraschung gesorgt haben. Nach Angaben der Kreisverwaltung zeichnet sich zusätzlich zu dem erwarteten noch ein zweiter Flussarm im Messbild ab, „der im Luftbild und an der Erdoberfläche nicht zu erkennen ist“.

Er sei deutlich größer und verzweigter als der Flussarm, der in verschiedenen Luftbildern zu erahnen war und der die rasante Untersuchung mit einem Quad überhaupt erst ausgelöst hatte. Allerdings: „Sichere Nachweise für Häuser blieben aus.“ Einzelne Anomalien am Rand des mit der geomagnetischen Prospektion erzeugten Messbildes ließen jedoch vermuten, dass sich diese wohl schwerpunktmäßig in dem noch nicht untersuchten Teil in der Fundstelle verbergen. Aber eins zeichne sich ab: „Die Siedlung lag nicht an einem, sondern zwischen zwei Flüssen. Eine ideale verkehrstopografische Lage.“

Schon am Donnerstag hatten Kreisarchäologin Jutta Precht und und Annette Siegmüller vom Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung aus Wilhelmshaven deutlich gemacht, dass die Weser und Aller früher sehr viele Nebenarme hatten. Für die Menschen in der römischen Kaiserzeit vor 2000 Jahren sei es wichtig gewesen, in der Nähe der Flüsse zu siedeln. Bereits auf normalen Luftbildern hatte sich ein Flussverlauf als helle Linie abgezeichnet. „An der Stelle ist auch eine deutliche Senke im Boden“, hatte Annette Siegmüller nach der Begehung erklärt. Da auf dem Acker in Uphusen eine Menge historische Scherben gefunden worden waren, gilt eine frühere Siedlung an dieser Stelle als sehr wahrscheinlich.

Um deren Existenz nachzuweisen, war das Institut mit dem Quad vor Ort, mit dem der Acker abgefahren wurde, um mit einem sogenannten Magnetometer Metall im Boden und magnetische Veränderungen nachweisen zu können. Mit der verwendeten Technik ist es den Forschern möglich, an nur einem Tag ein etwa 18 Hektar großes Gebiet auf Funde im Erdreich zu untersuchen, während ansonsten aufwendig gegraben werden müsste.

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