Achimer Weihnachtsmarkt

Unterwegs im Budendorf

Das Wetter zur Eröffnung des Achimer Weihnachtsmarktes war mies, das Gebotene ist es nicht. Ob Karussell, Schlemmereien oder Unterhaltungsprogramm - für jedes Alter wird in der Innenstadt etwas geboten.
09.12.2019, 15:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Gisela Enders
Unterwegs im Budendorf

Fahrspaß gehört natürlich dazu – bis zum 22. Dezember gibt es ihn beim Achimer Weihnachtsmarkt.

Fotos: Michael Galian

Mieses Wetter zur Eröffnung, Wolken und ein ganz wenig Sonne am zweiten Tag. Angesichts der schlechten Prognosen habe von Anfang nicht allzu viel Hoffnung auf gute Geschäfte bestanden, erklärte Andreas Weber vom Achimer Mühlengrill an seinem Stand auf dem Achimer Weihnachtsmarkt. So freue man sich allgemein über trockene Abschnitte, während derer das Geschäft sofort spürbar anziehe. Überwiegend Familien mit Kindern waren am späten Samstagnachmittag unterwegs; das Karussell drehte sich im Minutentakt, heiße Schmalzkuchen, Bratwurst und Glühwein sorgten für Wärme von innen, während Heizpilze und ein großer Feuerkorb ein wenig Behaglichkeit auf dem Bibliotheksplatz verbreiteten.

Als ausgesprochenen Hingucker lassen sich die beiden kupfernen Kessel bezeichnen, die auf einem ebenfalls mit dem rötlichen Metall verkleideten Herd stehen. Eine Feuerzangenbowle wartet in den attraktiven Gefäßen auf Abnehmer; mit oder ohne „Schuss“ zu haben, wie Standbetreiberin Marcella Karow aus Hamburg erklärt. Über die Zutaten möchte sie sich nicht näher äußern, Betriebsgeheimnis, wie sie sagt. Sie hoffe jedoch, dass sich die Investition gelohnt habe, denn die kostspielige Anlage sei ausschließlich für den Weihnachtsmarkt in Achim konzipiert und gebaut worden.

Am Rande des vorweihnachtlichen Geschehens hatten sich Tierfreunde positioniert. Petra Niemann verrichtete dort freiwilligen Dienst und verkaufte selbstgestrickte Socken, Handschuhe und Loops. Der Erlös kommt dem Verein „Rumänische Findelhunde“ zugute, der sich um das Wohl und Wehe der Vierbeiner bemüht, die auf den Straßen des südosteuropäischen Landes, oft hungrig und krank, umherstreunen. Einige von ihnen würden mittlerweile in Deutschland, sogar in Achim, tierärztlich versorgt und aufgepäppelt, anderen erhielten Hilfe vor Ort. Als Mitglied könne man viel dazu beitragen, das Leid der Tiere zu lindern, sagte Petra Niemann, und „wer sich für unsere Arbeit interessiert, der wird im Internet fündig“.

Ein Häuschen weiter gab’s bei der Unternehmergemeinschaft Achim, die den Weihnachtsmarkt veranstaltet, etwas „auf die Ohren“. Nicht unmittelbar, aber in Form von Zukunftsmusik, gespielt im Frühling des kommenden Jahres. Dann werde DJ Ötzi anlässlich der Achimer Fachausstellung die Weserstadt besuchen, und eine Capitol-Revival-Party wohl ebenfalls Anklang finden, glaubt Standbesetzung Tim Feldmann. Karten sind bereits zu haben (www.messe-achim.de) und auch für Vorabinformationen stehe er zur Verfügung. Gleich zum Mitnehmen empfahlen sich jedoch die Erzeugnisse aus der Zuckerbäckerei, die Janine Hanstein-Dräger anzubieten hatte. Lebkuchenherzen seien immer noch gefragt, informierte sie auf Nachfrage, Mandeln würden in verschiedenen Ausführungen per Hand gebrannt. Auch die Liebesäpfel, knallrot und glänzend, sind selbstgemacht und sollten möglichst am Tag ihrer Herstellung verzehrt werden. Unterstützt wird die Händlerin aus Stolzenau durch Tochter Sidney, die für die Dauer des Weihnachtsmarktes Gastschülerin an einem hiesigen Gymnasium ist.

Manfred Rinn ist jedes Jahr fast täglich in dem Budendorf unterwegs. „Ich treffe Bekannte, mag gerne Bratwurst und Glühwein und genieße das Treiben“, erklärte der gut gelaunte Rentner. Auch die fünfjährige Lina Klinge zeigte sich zufrieden, wollte jedoch vor der Fahrt im Karussell erst einmal testen, ob die Bratwurst schmeckt. Weniger angetan waren Claus-Dieter Schulze und Jutta Spitznagel, die Kritik an dem Angebot übten. „Fischerhude und sogar das kleine Etelsen bieten auf jeden Fall deutlich mehr“, waren sie sich einig und regten an, sich dort einmal umzuschauen.

Ein wenig Kälte müsste her und ein paar dicke Schneeflocken, waren sich ein paar Marktbesucher einig: „Richtig gute Stimmung kommt dann ganz von alleine“. Alle Stände sind bis einschließlich 22. Dezember geöffnet.

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