Zwei Männer stehen wegen Marihuanahandel im großen Stil vor Gericht

Verdacht auf Drogen im Partykeller

Achim. Wohin verteilten sich fünf Kilogramm Marihuana in Achim – und wer ist dafür verantwortlich? Um diese Fragen drehte sich am Montag ein Prozess am Amtsgericht Achim. Fest stand für den Richter immerhin schon einmal, woher die Drogen kamen.
10.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tina Hayessen

Achim. Wohin verteilten sich fünf Kilogramm Marihuana in Achim – und wer ist dafür verantwortlich? Um diese Fragen drehte sich am Montag ein Prozess am Amtsgericht Achim. Fest stand für den Richter immerhin schon einmal, woher die Drogen kamen. Denn der Haupttäter, der bereits vor knapp einem Jahr vor dem Landgericht Verden stand, ist seit Sommer des vergangenen Jahres rechtskräftig verurteilt. Drei Jahre und sechs Monate Gefängnisstrafe bekam er. Vor dem Amtsgericht stand er lediglich als Zeuge. Er sollte zu der Frage Stellung nehmen, in wie weit ein 49-Jähriger aus Thedinghausen und ein 29-Jähriger aus Achim mit der Tat in Verbindung stehen.

Die Männer sollen laut Anklage einen Teil des Marihuanas, das 2014 aus der Bremer Neustadt kam, angenommen haben, damit es von Achim aus weiterverkauft werden kann. Der jüngere der Beiden ließ von seinem Anwalt ausrichten, dass er sich nicht zur Tat äußere. Der ältere Mann stritt jede Beteiligung ab. Zwar habe er einen Anruf von einem alten Bekannten auf der Arbeit bekommen und sei auch zum Treffpunkt erschienen, aber als man ihn bat, ein Paket aufzubewahren, habe er sofort abgelehnt. „Ich wusste nicht, um was es geht, aber ich bin ja nicht blöd. Das konnte ich mir denken.“ Er sei daraufhin zur Lebensgefährtin und den drei Kindern nach Hause gefahren. „Das war's dann für mich.“ Der bereits verurteilte Drogendealer, der als Zeuge geladen war, sah das anders. Er oder ein Com­pa­g­non – sicher schien er sich nicht – hätte beiden Männern die Drogen gegeben. Wie viel, wisse er nicht mehr und auch den beiden Männern traute er zu, nicht gewusst zu haben, wie viel Gramm sie genau für ihn aufbewahrten. Den jüngeren der Angeklagten, sagte der Zeuge, kenne er schon seit vielen Jahren. „Wir haben zusammen Fußball gespielt.“ Auch ein zweiter bereits verurteilter Mann, derjenige, der die Drogen aus Bremen nach Achim fuhr, erinnerte sich nur bruchstückhaft an die Übergabe. Diese fand übrigens dem Vernehmen nach in einem Partykeller in Uesen statt. Ein Polizist, der ebenfalls aussagte und betraut mit der Telefonüberwachung war, gab zu bedenken, dass die Telefonate nur bedingt genaue Schlüsse dahingehend zuließen, wer wann wem die Tür öffnete oder überhaupt anwesend war. Denn einige Tatverdächtige wohnen so dicht zusammen, dass „es nur wenige Gespräche am Telefon gab, das zieht sich durch das ganze Verfahren“. Am kommenden Montag um 9 Uhr wird der Prozess am Amtsgericht Achim in öffentlicher Verhandlung fortgesetzt.

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