Gemeinde Oyten stellt Pläne der Deutschen Bahn für den neuen Standort des Bahnhofs Sagehorn vor

Verlegung um rund 800 Meter

Oyten. Rund neun Monate ist es her, dass der Gemeinderat Oyten nach langjährigen Diskussionen der von der Deutschen Bahn AG geforderten Verlegung des Bahnhof Sagehorn zustimmte. Damals versprach die Gemeinde, die Bürger frühstmöglich über die Planungen zu informieren.
19.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Verlegung um rund 800 Meter
Von Marius Merle
Verlegung um rund 800 Meter

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Rund neun Monate ist es her, dass der Gemeinderat Oyten nach langjährigen Diskussionen der von der Deutschen Bahn AG geforderten Verlegung des Bahnhof Sagehorn zustimmte. Damals versprach die Gemeinde, die Bürger frühstmöglich über die Planungen zu informieren. Und sie hielt Wort: Am Donnerstagabend stellte die Verwaltung den von der Deutschen Bahn gestalteten ersten Entwurf für den neuen Standort vor. „Ein Plan, der so vor allem im Detail noch nicht wörtlich zu nehmen ist“, erklärte Architekt Roland Neumann von der Agentur Bahnstadt, der als Experte vor Ort war.

Doch der erste Entwurf zeigt vieles bereits recht deutlich. So soll der neue Bahnhof im Vergleich zum aktuellen Standort rund 800 Meter weiter westlich am Schwarzen Weg liegen. Die beiden Bahnsteige (rot markiert in der Grafik) sollen leicht versetzt zueinander liegen und ungefähr 200 Meter lang sein. Die vorhandene Zick-Zack-Brücke (violett markiert auf der linken Seite) soll in ihrer Form bestehen bleiben und laut Neumann „einen Zugang zum südlichen Bahnsteig bieten“.

Zusätzlich sieht die Planung den Bau einer weiteren Brücke am anderen Ende der Bahnsteige vor (violett markiert in der Mitte der Grafik). Neben einer Treppe soll es dort auch einen Aufzug geben, um den Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Die Brücke und Treppe würde die Bahn bezahlen, für den Aufzug müsste die Gemeinde Oyten Haushaltsmittel zur Verfügung stellen – wobei die Verwaltung mit Zuschüssen vom Land rechnen könnte.

Auf beiden Seiten der Gleise ist sowohl ein Parkplatz für Autos als auch ein Abstellbereich für Fahrräder geplant. Zudem ist eine leichte Verschwenkung der Fahrbahn des Schwarzen Weges möglich (orange markierter Straßenbereich) – für mehr Platz im Bereich des neuen Brückenzugangs. Neumann hielt dies für sinnvoll, „im derzeitigen Plan der Bahn ist die Verschwenkung jedoch nicht vorgesehen“.

Sowieso steht eine Umfeldplanung erst noch aus und soll bald in Auftrag gegeben werden, hieß es von Verwaltungsseite. Denn für diese ist, wie für alles – mit Ausnahme der Brücke – hinter der Bahnsteigkante, die Gemeinde verantwortlich. „Die Deutsche Bahn AG sieht sich dafür nicht zuständig und wird nur soviel bauen wie sie muss“, erklärte Neumann. Das bedeute etwa auch, dass von Seiten der Bahn keine sanitären Anlagen geplant sind.

Detailplanung steht noch aus

Vage blieben an diesem Abend auch die Antworten auf Fragen der Bürger bezüglich des Schallschutzes. Dafür müsse man laut Angaben der Verwaltung auch erst noch Gutachten abwarten. Auf eine grundsätzliche Diskussion über den Sinn oder Unsinn der Verlegung des Sagehorner Bahnhofes im Allgemeinen, wollte man sich von Gemeindeseite indes nicht mehr einlassen. „Wir hätten gerne den Bahnhof am jetzigen Standort behalten“, betonte Bürgermeister Manfred Cordes und verwies noch einmal auf die Diskussionen zu diesem Thema vor dem Ratsbeschluss vom Juni vergangenen Jahres, der quasi das Ende für den aktuellen Bahnhof Sagehorn besiegelte. „Wir können nun nur nach vorne blicken“, erklärte Cordes.

Wann denn mit den Bauarbeiten begonnen werden solle und wann dort die ersten Züge fahren werden, wollte ein Besucher der Informationsveranstaltung wissen. Ein weiterer Punkt, zu dem von Seiten der Verwaltung bisher nur vage Angaben gemacht werden können, da es von Seiten der Bahn noch keine konkreten Aussagen gibt. „Mit dem Baubeginn rechne ich frühestens 2019 – eher später“, mutmaßte Cordes vorsichtig.

Klar ist hingegen das weitere politische Vorgehen mit dem Thema in der Gemeinde Oyten. Zunächst wird es als Tagungsordnungspunkt in der zuständigen Fachausschusssitzung auftauchen, bevor die Beratungen in der darauffolgenden öffentlichen Sitzung des Rates am 30. Mai abgeschlossen werden sollen. In dieser Sitzung ist dann auch ein endgültiger Beschluss von Seiten der Gemeinde zu fassen, ob der Bahnhof Sagehorn den Plänen der Deutschen Bahn entsprechend tatsächlich verlegt wird. Spätestens dann beginnen auch die Detailplanungen.

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