Verwaltung legt Konzept vor Stadtarchiv Achim soll modernisiert werden

Das Stadtarchiv steht vor großen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem personelle und räumliche Engpässe. Die Verwaltung hat nun ein Konzept vorgelegt, wie das Archiv zukunftsfähig gemacht werden kann.
18.01.2022, 16:07
Lesedauer: 3 Min
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Von Elina Hoepken

Als "Gedächtnis der Stadt" wird das Achimer Stadtarchiv immer mal wieder gerne bezeichnet. Und diesem Gedächtnis soll nun offenbar etwas auf die Sprünge geholfen werden. Und zwar mit einem Konzept zur "Sicherung des Fortbestandes und zur Modernisierung des Stadtarchivs", wie es in den entsprechenden Unterlagen der Achimer Verwaltung heißt. Denn eine Frischekur hat das Archiv offenbar dringend nötig. Der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Stephan Leenen, der, wie berichtet, seit Oktober 2020 mit einer halben Stelle dem Archiv zur Unterstützung zugeordnet ist, findet in seiner Bestandsaufnahme deutliche Worte.

So sei die "aktuelle räumliche Unterbringung der Archivalien unzureichend" und aufgrund der fehlenden Klimatisierung in den aktuellen Räumlichkeiten "eine sichere und dauerhafte Aufbewahrung und Benutzbarkeit der Archivalien nicht sichergestellt". Doch nicht nur bei der Unterbringung des Archivmaterials sieht Leenen Handlungsbedarf. Auch bei der personellen Ausstattung. "Während das Aktenlager der Stadtverwaltung im Untergeschoss des Rathauses schier aus den Nähten platzt, ist das Stadtarchiv weder personell noch räumlich in der Lage, die eigentlich zu den genannten Stichtagen zu übergebenden Akten nach archivfachlichen Kriterien zu bewerten und entsprechend weiter aufzubewahren", heißt es in dem Konzept.

Personeller Engpass

Das Stadtarchiv sehe sich somit in Zukunft mit gleich mehreren Herausforderungen konfrontiert. Mit Blick auf die Bestände seien das vor allem ein fehlendes professionelles Archivsystem sowie ein fehlendes elektronisches System zur Sicherung und Katalogisierung elektronischer Akten. Personell könne es mittelfristig einen Engpass geben, weil kein Nachwuchs in den Vereinen zur Übernahme der Aufgaben der Archivare zur Verfügung steht. Aktuell wird das Archiv bekanntlich ehrenamtlich von Günter Schnakenberg und Helmut Köhler betreut.

Um das Archiv trotz der großen Herausforderungen zukunftsfähig zu machen, ist nach Ansicht von Leenen ein konkreter Maßnahmen- und Umsetzungsplan für die nächsten drei bis fünf Jahre erforderlich. Dieser soll verschiedene Teilaspekte behandeln. Dazu zählen neben der Schaffung technischer Voraussetzungen wie der Implementierung des Archivsystems "Arcinsys" zur Modernisierung der verschiedenen archivischen Arbeitsbereiche auch die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen. "Dies umfasst die mittelfristige Sicherstellung der Personalbesetzung, perspektivisch mit einer hauptamtlichen Stelle, da ehrenamtliche Lösungen nicht nachhaltig gesichert sind", heißt es in dem Konzept. Eine Weiterführung der erprobten Kooperation mit der Geschichtswerkstatt und dem Heimatverein sei zur Abdeckung wachsender Aufgaben allerdings dennoch sinnvoll und wünschenswert.

Anbindung an Stadtbibliothek

Darüber hinaus wird laut dem Konzept eine Anbindung des Archivs an die Stadtbibliothek angestrebt. "Eine personelle und räumliche Anbindung an die Stadtbibliothek bietet Synergieeffekte und ermöglicht erst wichtige Schritte einer nachhaltigen Weiterentwicklung." Mit der Besetzung einer hauptamtlichen Archivstelle schaffe man Kontinuität. Diese könne perspektivisch auch fachlich über die Stadtbibliothek ausgebildet werden. "Zumindest könnten aber Praktika für Auszubildende angeboten werden", lautet ein Vorschlag im Konzept. Das Archiv werde durch die Zusammenarbeit als Rechercheeinrichtung aufgewertet und könne zum Beispiel von Schulklassen vermehrt und vertiefend genutzt werden.

Doch auch die Raumproblematik und die Frage einer Klimatisierung im Magazin müssen nach Ansicht von Leenen zeitnah angegangen und geklärt werden. So schlägt er vor, bereits im ersten Jahr eine grundsätzliche Kontrolle der baulichen und klimatischen Bedingungen im Magazin vorzunehmen und gegebenenfalls notwendige bauliche und räumliche Anpassungen zu entwickeln. Das Konzept zur Modernisierung des Archivs steht in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Sport und Kultur am Dienstag, 25. Januar, auf der Tagesordnung.

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