Volleyball-Oberliga

VG Delmenhorst-Stenum: Unverhoffte Relegation

Die VG Delmenhorst-Stenum hat am letzten Spieltag einen unerwarteten Sieg gegen den Aufstiegsaspiranten TV Baden II geholt und nun doch noch die Chance auf dem Klassenerhalt.
17.03.2019, 15:58
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Von Gerhard Göldenitz
VG Delmenhorst-Stenum: Unverhoffte Relegation

Die VG Delmenhorst-Stenum bejubelt den Sieg und die damit verbundene Chance, die Klasse über die Relegation zu halten.

Björn Hake

Achim. In einem wahren Herzschlagfinale haben sich die Volleyballer der VG Delmenhorst-Stenum mit einem knappen 3:2-Sieg beim TV Baden II den Relegationsplatz sieben erkämpft. So haben die Schützlinge von Trainerin Susanne Schalk doch noch die Chance, den Klassenerhalt in der Oberliga zu schaffen.

TV Baden II – VfL Wildeshausen 3:0 (25:21, 25:13, 25:19). Mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft angereist, hatten die Gäste des VfL Wildeshausen in Baden beim neuen Vizemeister keine Chance. Trotz einer kurzfristigen 3:1-Führung im ersten Satz, merkte man dem Team die fehlende Bereitschaft, sich noch einmal aufzuraffen und dem Favoriten Paroli zu bieten. Die Hausherren punkteten mit ihren Schnellangriffen immer wieder, weil der VfL-Block diese einfach nicht verhindern konnte. Am Ende siegte Baden souverän und konnte sogar noch jede Menge Kraft sparen, um im zweiten Spiel mit einem möglichen Sieg sogar noch die Meisterschaft zu feiern.

TV Baden II – VG Delmenhorst-Stenum 2:3 (29:31, 25:22, 25:23, 19:25, 10:15). Das beste Spiel der Saison haben sich die Schalk-Schützlinge bis zum Schluss aufgehoben. Nach vielen Tiefen und nur wenigen Höhen sollte es in der Lahofhalle in Achim-Baden, wo sonst die erste Mannschaft der Badener in der zweiten Bundesliga um Punkte kämpft, zu einem der wenigen Saisonhöhepunkte für die Oberligavolleyballer kommen. Zwar ohne die Leistungsträger Florian Süßmuth, Marcel Marks und Zuspieler Aaron Bode, aber mit viel Herz und Siegeswillen angereist, war es an den Gästen, dem Spiel gegen den Titelaspiranten TV Baden II ihren Stempel aufzudrücken.

Die Hausherren, die nach dem Sieg gegen Wildeshausen auch im zweiten Spiel des Tages einen Dreier benötigten, um in der Tabelle noch an Ammerland und Osnabrück vorbeizuziehen, begannen druckvoller und drängten die VG-Herren ein ums andere Mal in die Defensive. Die wiederum ließen sich auch von zwei hohen Rückständen, sowohl beim 7:13 als auch beim 18:22, nicht aus dem Konzept bringen, konterten jeweils stark und glichen aus. In der Verlängerung hatten sie dann die besseren Argumente und schafften am Ende die zwei entscheidenden Punkte zum äußerst knappen 31:29-Satzgewinn.

Angespornt von diesem Erfolg waren sie auch im zweiten Abschnitt zunächst das bessere Team. Eine 4:0-Führung hatte aber keinen Bestand, denn Baden glich zum 10:10 aus und übernahm ab da die Initiative. Dem hatten die Gäste dann nicht mehr viel entgegenzubringen und mussten den 1:1-Satzausgleich hinnehmen. Weil in dieser Phase vor allem die Annahme große Probleme hatte, den ersten Ball sauber nach vorne zu bringen, blieb der VG-Angriff entsprechend blass. Matthias Sanders, der für den verhinderten Bode das Zuspiel übernahm, konnte in dieser Schwächephase dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.

Dies sollte sich dann erst im dritten Durchgang ändern, den die Gäste lange Zeit dominierten und auch schon wie der sichere Sieger aussahen. Als sie zum Ende hin mit 22:19 in Führung lagen, schafften die Gastgeber doch noch die Wende und holten sich auch diesen Satz, wenn auch durchaus überraschend. „Eigentlich hatten wir Baden im Griff und es selber in der Hand, wenn wir überlegter und eindeutigere Bälle gespielt hätten“, monierte Schalk die mangelnde Chancenverwertung ihrer Mannschaft. Diese reagierte und trat fortan disziplinierter und mit deutlich gesteigertem Kampfeswillen an. Die Angst vor dem direkten Abstieg beflügelte das Team und brachte es hochkonzentriert zurück ins Match. Vor allem der starke Block sollte am Ende der Schlüssel zum Erfolg sein. An diesem verzweifelten die Badener Angreifer ein ums andere Mal. Selbst eine Knöchelverletzung von Maik Hägemann, der bei einer Spielaktion umgeknickt war und nicht mehr weitermachen konnte, brachte die Gäste nur kurz aus dem Konzept. Ihr Siegeszug war nicht mehr aufzuhalten, weil jetzt die Verbindung zwischen Annahme, Zuspiel und Angriff hundertprozentig passte und sie auch im Block weiter aggressiv und aufmerksam agierten.

Am Ende jubelten die Gäste umso mehr, als sie erfuhren, dass Rivale Wiesmoor ebenfalls nur zwei Punkte in Bremen-Walle holte und somit bei Punktgleichheit mit dem schlechteren Satzverhältnis auf Rang acht zurückblieben und so den Gang in die Verbandsliga antreten müssen, die VG Delmenhorst-Stenum aber über die Relegation noch den Klassenerhalt schaffen kann. Gegner wird aller Voraussicht der VfL Lintorf II als Vizemeister der Verbandsliga 1 sein.

VfL Wildeshausen: F. Gravel, Dannemann, Mildes, Maik Backhus, Schütte, Bartelt, Nguyen.

VG Delmenhorst-Stenum: Schröder, Sanders, Carus, Wahle, Rüdiger, Müller, Förstermann, Hägemann, Doig, Riewe, Hoffmann, Thiel.

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