Fachstelle des Diakonischen Werks legt Bilanz 2009 vor: 877 Menschen beraten Viel Arbeit für Suchttherapeuten

Verden·Achim. Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Verden hat im vergangenen Jahr 877 Hilfe suchende Menschen beraten. Die Gesamtzahl der Beratungen betrug 2767. Hinzu kamen 2631 Gruppenkontakte. Damit gab es im Vergleich zu 2008 nur geringe Schwankungen. Sie liegen im unteren einstelligen Prozentbereich.
13.07.2010, 10:50
Lesedauer: 2 Min
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Von angelika siepmann

Verden·Achim. Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Verden hat im vergangenen Jahr 877 Hilfe suchende Menschen beraten. Die Gesamtzahl der Beratungen betrug 2767. Hinzu kamen 2631 Gruppenkontakte. Damit gab es im Vergleich zu 2008 nur geringe Schwankungen. Sie liegen im unteren einstelligen Prozentbereich.

Diese und andere Zahlen gehen aus einer Pressemitteilung der in Achim angesiedelten Fachstelle hervor. Darin hat die Leiterin der Einrichtung, Imke Huntemann, den gerade erschienenen neuen Jahresbericht zusammengefasst. Die Bilanz trägt die Überschrift 'Weiter geht?s', und sie ist ganz bewusst gewählt. 'Der Titel soll unterstreichen, dass die Fachstelle sich nicht auf erreichten Zielen ausruht, sondern sich als lernende Organisation versteht, die in vielerlei Hinsicht in Bewegung ist', betont Huntemann.

Die Sozialpädagogin und Suchttherapeutin fügt hinzu: 'Der Jahresbericht ist für mich und meine Mitarbeitenden mehr als nur die reine Legitimation unserer Arbeit.' Es handele sich eher um einen 'Imagebericht', der zeigen solle, wie moderne Suchtkrankenhilfe heute aussieht. Imke Huntemann: 'Wir verstehen uns als Dienstleistungsunternehmen.'

Die Fachstelle war bei diversen Veranstaltungen vertreten, um auf ihre Arbeit und Angebote aufmerksam zu machen, unter anderem beim Kirchentag in Bremen, bei der Regionalmesse 'Verdener Schaufenster' und beim Präventionstag 'Fit, gesund und gut drauf' in Verden.

Außerdem gab es an der Realschule für alle Klassen der Jahrgänge sieben bis zehn eine besondere Aktion in Form eines Mitmachparcours. Dabei ging es um die altersangemessene Auseinandersetzung mit dem Thema 'Alkoholkonsum: Was ist normal?'

Fortgesetzt wurden die bereits bewährten Programme 'CLIC - clean ist clever' und 'realize-it'. Das Gruppenprogramm 'CLIC' richtet sich speziell an Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, die aufgrund ihrer Alkohol- und/oder-Drogenprobleme schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und eine Gerichtsauflage erhalten haben. Das Angebot 'Realize-it' ist auf 14- bis 30-Jährige zugeschnitten, die Cannabis konsumieren und davon loskommen möchten. Die Gespräche mit den Betroffenen finden in Einzelsitzungen statt.

Bei der intensiven Tätigkeit in der Suchtvorbeugung seien im vorigen Jahr durch fast 300 Veranstaltungen über 2850 Menschen erreicht worden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Personen, die sich darüber hinaus an vielen Info-Ständen informierten, konnten nicht mitgezählt werden.

Dass die Anzahl der Veranstaltungen stark gestiegen ist, hängt vornehmlich mit dem Präventionsprojekt 'HaLT - Hart am Limit' zusammen, das im Achimer Stadtgebiet angeboten wird. Bei diesem Netzwerkprojekt geht es darum, zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche in so immensem und gefährlichem Maße Alkohol zu sich nehmen, dass sie volltrunken ins Krankenhaus gebracht und stationär behandelt werden müssen.

Dies soll 2009 in Achim allein 27 Mal erforderlich gewesen sein. Einige der 14- bis 17-Jährigen sollen danach erste Beratungsangebote wahrgenommen haben. Um Risiken aufzuzeigen und Missbrauch vorzubeugen, sei eine enge Kooperation unter anderem mit Kliniken, Sportvereinen, Schulen und Geschäften nötig, erklärte Imke Huntemann.

Weitere Informationen zur Arbeit der Fachstelle, Anlaufstellen in Verden und Achim, Sprechzeiten sowie telefonische Kontaktmöglichkeiten gibt es im Internet unter der Adresse des Kirchenkreises Verden: www.kirche-verden.de.

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