Geschäftsbericht: Blumen Bruns in Achim

Vintage und „Boho“ liegen voll im Trend

Besonders liegen bei Blumen Bruns zurzeit Vintage und „Boho“ im Trend, also eine Abkehr von steifen Arrangements zu lockeren Sträußen. Chefin Jasmin Guse und sieben Mitarbeiterinnen setzen die Kundenwünsche um.
15.01.2020, 14:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Gisela Enders
Vintage und „Boho“ liegen voll im Trend

Jasmin Guse hat 2008 die Leitung des Badener Blumengeschäftes übernommen.

Björn Hake

Ein Blumengruß als Dankeschön, ein bunter Strauß für den Eigenbedarf oder besondere Arrangements für den schönsten Tag im Leben. Zusätzlich zum Alltagsgeschäft nimmt sich Jasmin Guse auch Zeit für die Verwirklichung individueller Kundenwünsche. Sie berät bei der Auswahl von Blüten und Farben, schmückt Kirchen, Hochzeitskarossen und Restaurants, kreiert zudem Trauersträuße und Kränze, die Trost und Zuversicht spenden sollen.

Nachdem die Weihnachtszeit mit Tannengrün, Gold und Glitter vorüber ist, setzen die Inhaberin von Blumen Bruns und ihre sieben Mitarbeiterinnen jetzt auf frisches Grün, Frühblüher und Tulpen. Schon seit langen Jahren ist die 37-Jährige in dem Geschäft an der Badener Bahnhofstraße tätig, hat im Jahre 2002 dort ihre Ausbildung beendet. Übernommen hat sie den Traditionsbetrieb sechs Jahre später, als sich die damalige Inhaberin, Roswitha Arndt, in den Ruhestand verabschiedete. Kurz zuvor hatte Jasmin Guse als Basis für ihre Selbstständigkeit den Meistertitel erworben. „Alle Mitglieder unserer Familie führen einen eigenen Betrieb“, begründete sie ihren Entschluss, sich bereits mit 25 Jahren in eine nicht vorhersehbare Zukunft zu begeben.

Branche kämpft mit Nachwuchssorgen

Die Situation in der Branche habe sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert. Gab es vor etwa 15 Jahren noch sieben Blumenläden in Achim, bieten mittlerweile nur noch drei Geschäfte Frisches für Vase und Übertopf an. Den Grund für den Rückzug der Unternehmen sieht Guse nicht allein im Pflanzenangebot, das seit Langem Supermärkte und Einkaufszentren überschwemmt, sondern besonders auch im Mangel an geeignetem Nachwuchs. Es werde immer schwerer, junge Menschen für den Beruf des Floristen zu begeistern, berichtete sie von ihren Erfahrungen im Umgang mit Auszubildenden. „Die Dienstzeiten sind unbequem, schmutzige Finger nicht jedermanns Sache, und männlichen Nachwuchs gibt es so gut wie gar nicht“. Schade eigentlich, findet die Unternehmerin, denn wer kreativ und erfolgsorientiert arbeite, könne durchaus recht gut verdienen.

Ihre Mitarbeiterinnen seien ausnahmslos ausgebildet, mit Leidenschaft bei der Sache und in der Lage, die Wünsche der Kunden geschmackvoll umzusetzen. Ganz besonders im Trend lägen zurzeit Vintage und „Boho“, erklärte die Fachfrau eine Abkehr von steifen Arrangements zu lockeren Sträußen, zartfarbig und fließend bis hin zu Bohemian, also ausgelassen, etwas wild und oft kombiniert mit Treibholz und bemalten Steinen. Zusammengestellt und gebunden werden die Blütenträume im hinteren Bereich der etwa 40 Quadratmeter großen Verkaufsfläche, auf der täglich frische Ware zu finden ist.

„Strauß der Woche“ als Angebot

Im Außenbereich vor dem Haus finden sich zudem Pflanzen, denen niedrige Temperaturen nichts anzuhaben vermögen. Ein kleines Kühlhaus und Lagerräume komplettieren das Platzangebot, das sich auf etwa 150 Quadratmeter verteilt.

„Mein Angebot ist jeweils tagesaktuell“, beschreibt Jasmin Guse ihr Sortiment, teils eingekauft auf dem Bremer Großmarkt und geliefert von einem niederländischen Händler. Sie legt nach eigenem Bekunden Wert auf fairen Handel und verarbeitet bevorzugt kleine Blüten der jeweiligen Saison. Als besonderes Angebot bietet die Mutter einer siebenjährigen Tochter seit etwa eineinhalb Jahren einen „Strauß der Woche“ an – in jeweils unterschiedlichen Farbstellungen und zwei Größen.

Obwohl sich das Kundenverhalten insgesamt verändert habe und lange Diskussionen gelegentlich den Spaß an der Arbeit beeinträchtigen würden, blickt Geschäftsfrau Jasmin Guse entspannt in die Zukunft. „Unser Ruf ist gut, die Leute kommen auch aus Bierden zu uns", sagt sie. Ihre Mitarbeiterinnen, unter ihnen eine Auszubildende und Teilzeitkräfte, seien jedenfalls hoch motiviert und leistungsstark.

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