Dirk Eylers gehörte zu den fünf finalen Herausforderern von Joey Kelly bei einer TV-Sendung / Unfreiwilliges Aus

Voller Einsatz in der afrikanischen Einöde

„Laufen lag mir eigentlich schon immer.“ Dirk Eylers Oyten.
13.02.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Voller Einsatz in der afrikanischen Einöde
Von Marius Merle
Voller Einsatz in der afrikanischen Einöde

Dirk Eylers unterwegs im afrikanischen Hochland bei „Wer ist so hart wie Joey Kelly?“. Für den Oytener war der Wettbewerb jedoch bereits frühzeitig zu Ende.

Thomas Stachelhaus, Copyright By Thomas Stachelhaus

Es war ein großes sportliches Abenteuer für Dirk Eylers aus Oyten. Ein Abenteuer, das aus seiner Sicht leider ein zu schnelles Ende gefunden hat. Der 39-Jährige hat an der zweiten Ausgabe des Fernsehformates „Wer ist so hart wie Joey Kelly?“ der RTL-Sendung „Stern TV“ teilgenommen und es aus den insgesamt rund 300 Bewerbern unter die letzten fünf Kandidaten geschafft, die letztlich gegen den Extremsportler Kelly zu einem mehr als 300 Kilometer langen Lauf durch das afrikanische Land Tansania antreten durften. Über die volle Distanz durfte Eylers letztlich aber nicht gehen.

Doch zunächst einmal zum Anfang der Geschichte: „Die erste Ausgabe der Sendung vor einem Jahr hatte ich im Fernsehen gesehen und fand das auf der einen Seite vom Bericht her gut gemacht und auf der anderen Seite war ich von der Challenge begeistert“, erzählt Eylers, der bis zur Teilnahme rund ein Dutzend Marathons absolviert hatte. Als er im Internet dann zufällig gesehen habe, dass die Sendung erneut stattfindet, habe er sich spontan beworben – und sich zu seiner eigenen Überraschung einige Wochen später unter den zehn Kandidaten befunden, die ins zweitägige sogenannte Bootcamp auf den Hof bei Joey Kelly zuhause eingeladen wurden – und das hatte es in sich.

„Wir wussten ja nicht, was uns dort erwartet“, beschreibt Eylers die Ausgangslage. Zunächst galt es bei einem längeren Lauf mit Gewicht Kelly zu folgen. Im Anschluss stand Boxtraining und Klettern auf dem Programm, bevor sich die bis dahin verbliebenen sieben Kandidaten auf Mountainbikes schwangen. „70 Kilometer lang war die Strecke und ging richtig die Berge hoch“, erinnert sich der 39-Jährige.

Was folgte war eine Übernachtung im Freien mit Schlafsack – aber an Schlafen war laut Eylers nicht zu denken. Und in den sehr frühen Morgenstunden habe dann auch schon die finale Aufgabe angestanden: ein Marathonlauf. „Und wir hatten noch Glück, eigentlich war statt der etwas mehr als 42 Kilometer die Teilnahme an einem 100-Kilometer-Lauf geplant gewesen“, merkt Eylers an, der nach Ende des Laufes mit fünf Mitstreitern übrig blieb. Da es aber insgesamt nur fünf Herausforderer in Tansania geben konnte, ließ Joey Kelly Streichhölzer ziehen – mit glücklichem Ende für den gebürtigen Bremer.

„In Oyten lebe ich seit 2008, inzwischen mit meiner Frau und unseren zwei Kindern“, erzählt Eylers. Ungefähr zu dieser Zeit habe er damit begonnen, sich mit dem Thema Ausdauerlauf intensiver auseinander zu setzen. Nach einem halben Jahr Vorbereitung sei er dann seinen ersten Marathon gelaufen. „Laufen lag mir eigentlich schon immer. Auch in den 20 Jahren, in denen ich Fußball gespielt habe“, blickt er zurück. Nachdem er in der Zeit, als das erste Kind unterwegs war, etwas kürzer getreten sei, habe er 2012 wieder so richtig angefangen. Ohne zu wissen, dass er im Dezember 2015 plötzlich nach Afrika reisen sollte, um gegen Joey Kelly anzutreten. Den Extremsportler, der nach der der musikalisch erfolgreichen Zeit mit der Kelly Family immer wieder durch seinen sportlichen Ehrgeiz von sich reden macht. Fast an allen harten Ausdauerwettbewerben auf der Welt hat er bereits teilgenommen.

An einem Mittwoch landeten die fünf Herausforderer und Kelly in Tansania, am darauffolgenden Sonnabend ging es los. „Ich habe schon früh gemerkt, dass das von klimatischen Bedingungen nicht meine Laufregion ist“, sagt Eylers. Die Temperaturen von 26 bis 32 Grad seien dabei noch weniger ein Problem gewesen, als die extrem hohe Luftfeuchtigkeit und die Lage in rund 2000 Meter Höhe. Außerdem habe er die drei kurzfristigen Impfungen im Vorfeld in Deutschland nicht so gut weggesteckt. „Insgesamt waren die zwei bis drei Tage Akklimatisierung einfach zu wenig für mich“, versucht Eylers eine Erklärung für das zu finden, was während des Wettkampfes passierte.

Zu Beginn habe es geheißen, am ersten Tag wolle man nur eine Marathondistanz durch das größtenteils Menschen verlassende Kilimandscharo-Hochland zurücklegen – natürlich mit mehreren Kilo Gepäck auf dem Rücken. „Diese rund fünf Stunden bis in das Camp gingen eigentlich auch noch, obwohl ich an dem Tag bereits gemerkt habe, das irgendwas anders ist als sonst“, sagt Eylers. Doch dann habe Kelly beschlossen, die Strecke um noch einmal fast 15 Kilometer zu verlängern. „Das Harte war, dass er ab dem Zeitpunkt richtig Gas gegeben hat“, erzählt er.

Und dann habe der Oytener erstmals den Kontakt zu Kelly verloren, sich zwar zwischenzeitlich wieder herangekämpft, aber am Ende das Ziel doch als letzter erreicht. Und so entschied Kelly, dass der Wettbewerb für Eylers bereits nach dem ersten Tag zu Ende ist – ganz zur Enttäuschung des 39-Jährigen.

„Ein Ziel der Teilnahme war es ja auch, an meine persönliche Grenze zu kommen“, sagt er. Leider habe sich durch das frühe unfreiwillige Aus diese Chance nicht ergeben. Zudem sei der Sportler in ihm natürlich enttäuscht, dass bereits nach dem ersten Tag Schluss war. „Ich habe mich danach oft gefragt, warum es nicht besser geklappt hat.“ Inzwischen schaue Eylers aber wieder nach vorne. „So etwas wie diese Show kommt im Endeffekt nicht wieder, aber ich werde natürlich weiter laufen“, kündigt er an. Im März etwa wolle er erstmals an einem Sechs-Stunden-Lauf teilnehmen. Auf die Zeit von „Wer ist so hart wie Joey Kelly?“ schaue er indes gerne zurück.

„Kelly ist ein sehr umgänglicher Mensch und auch das Filmen für die Sendung verlief in einer angenehmen Atmosphäre“, weiß er zu berichten. Insgesamt finde er weiterhin, dass das TV-Format eine gute Sache sei. Ein Format, von dessen Geschichte er nun selbst ein Teil geworden sei, wie Eylers nicht ohne Stolz betont.

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