Volleyball

Der Serienmeister zieht sich zurück

Der CV Mitteldeutschland geht freiwillig in die 3. Liga und trifft in der neuen Saison nicht mehr auf den TV Baden
20.05.2020, 15:31
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Der Serienmeister zieht sich zurück
Von Florian Cordes
Der Serienmeister zieht sich zurück

Der CV Mitteldeutschland war in der Lahofhalle zweimal zu Gast. In dieser Saison konnte der CVM sein Auswärtsspiel in Baden nicht austragen, weil die Saison zuvor bereits unterbrochen worden war.

Björn Hake

In den Jahren 2017, 2018 und 2019 trug der Meister der 2. Volleyball-Bundesliga Nord stets denselben Namen – CV Mitteldeutschland. Den Aufstieg wagte der Klub aus Sachsen-Anhalt jedoch nach keinem dieser drei Titelgewinne. Auch in der Saison 2019/2020, die aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste und in der von der Volleyball Bundesliga (VBL) kein Meister gekürt wurde, hat der CVM weit oben in der Tabelle mitgemischt. Beim Abbruch der Spielzeit belegte der Abo-Meister hinter dem SV Lindow-Gransee den zweiten Tabellenplatz. In der neuen Saison sucht man Mitteldeutschland im Starterfeld der 2. Bundesliga allerdings vergeblich. Der Grund: Der Klub zieht sich aus dem Unterhaus zurück. „Aufgrund der aktuellen Situation und dem intensiven Austausch mit unseren Partnern müssen wir mitteilen, dass sich die erste Mannschaft des CV Mitteldeutschland aus der 2. Bundesliga Nord zurückziehen muss und in der Saison 2020/2021 in Liga drei aufschlagen wird“, teilt der Verein auf seiner Internetseite mit.

„Es ist schon schade, dass sich Mitteldeutschland zurückzieht“, beurteilt Peter-Michael Sagajewski, Manager des TV Baden, den Entschluss der Sachsen-Anhaltiner. Schließlich geht der 2. Liga mit dem CVM eine echte Top-Mannschaft verloren. Viel mehr wollte Sagajewski zu dem Rückzug von Mitteldeutschland, das im Gegensatz zum TV Baden auf den Einsatz von Profis gesetzt hat, nicht sagen. Während die Badener die Lizenz für das Unterhaus eingereicht haben, will sich der Nord-Meister der vergangenen drei Jahre in der 3. Liga neu aufstellen. „In diesem bitteren Schritt sehen wir auch die Chance und den Auftrag an uns als Nachwuchsleistungsstützpunkt des Landes Sachsen-Anhalt Jugendliche für den Spitzensport auszubilden und Perspektiven in den eigenen Mannschaften zu bieten. Der freiwillige Rückzug soll nicht unsere Zielstellung beeinflussen, Bundesligavolleyball in der Region zu etablieren. Dies womöglich mit einem Kader aus Spielern aus der Region und vor allem vielen jungen Talenten des CVM-Nachwuchses“, heißt es auf der Homepage des Klubs.

In Baden wird das Projekt 2. Bundesliga hingegen fortgesetzt. Vor der Beantragung der Lizenz konnte Sagajewski beim Vorstand des TVB letzte Zweifel beseitigen: „Wir haben uns mit dem Vorstand zusammengesetzt, und es wurde von ihm zugestimmt, dass wir die Lizenz beantragen.“

Neben dem TV Baden haben noch 29 weitere Vereine eine Lizenz beantragt, um in einer der beiden Staffeln der 2. Bundesliga aufgenommen zu werden. Sehr zur Freude der VBL, die die Lizenzbedingungen für die kommende Saison gelockert hat (wir berichteten). „Ich bin sehr froh, dass unsere Zweitligavereine nicht den Mut verloren haben, in dieser schwierigen Lage und angesichts der vielen Fragezeichen hinsichtlich des Saisonstarts einen Lizenzantrag zu stellen. Unser Maßnahmenpaket zeigt die erhoffte Wirkung. Jetzt geht es darum, gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu schaffen“, sagt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung.

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