Volleyball

TV Baden startet in seine dritte Zweitliga-Saison

Es sind nur noch wenige Tage, bis der TV Baden in die neue Saison der 2. Bundesliga startet. Für den TVB ist es mittlerweile die dritte Spielzeit im Unterhaus.
15.09.2020, 17:21
Lesedauer: 6 Min
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TV Baden startet in seine dritte Zweitliga-Saison
Von Florian Cordes
TV Baden startet in seine dritte Zweitliga-Saison

In der vergangenen Saison haben es die Badener auf Rang sechs geschafft. Insgeheim hoffen sie auf eine Wiederholung.

Björn Hake

Einst war da dieser Traum. Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2018 träumten sie beim TV Baden davon, sich im Unterhaus zu etablieren. Der Traum ist mittlerweile keiner mehr. Denn die Schwarz-Weißen haben sich diesen Wunsch erfüllt. Die Saison 2020/2021 ist bereits ihre dritte in der Nordstaffel der 2. Bundesliga. Als etabliertes Team in Liga zwei streben die Badener zunächst den Klassenerhalt an, hoffen insgeheim darauf, den Erfolg aus der Vorsaison zu wiederholen. In der Abschlusstabelle der Serie 2019/2020 nahm das Team von Trainer Werner Kernebeck den sechsten Rang ein.

Ob den Badenern erfolgreiche Monate bevorstehen, ist ein Aspekt, der sich zeigen muss. Was jedoch schon jetzt Gewissheit ist: Erneut steht der Kernebeck-Crew eine besondere Saison ins Haus – wie die beiden vorangegangenen es ebenfalls waren. Die Saison 2018/2019 war besonders, weil die Badener ihr Premieren-Jahr in der 2. Bundesliga feierten. Damals noch mit Coach Fabio Bartolone an der Seitenlinie. Die vergangene Saison, in deren Verlauf Kernebeck für den Italiener übernommen hatte, bleibt aus zweierlei Gründen im Gedächtnis: Zum einen, weil sich der TVB in Liga zwei etablierte. Zum anderen aber, weil die Spielzeit wegen der Corona-Pandemie frühzeitig im März abgebrochen wurde.

Andere Rahmenbedingungen

Der Erreger bestimmt auch jetzt – sechs Monate später – den Alltag und wird dies noch eine ganze Weile tun. Daher werden auch die Spieltage der Badener anders ablaufen als in den vergangenen Jahren. „Komplett ausblenden können wir das natürlich nicht. Es ist schon eine Frage, wie ein Volleyballspiel nun abläuft“, sagt Kernebeck und denkt dabei unter anderem an die geringere Zuschauerzahl, die es künftig bei Heimspielen in der Badener Lahofhalle geben wird – und nicht nur dort. „Das ganze Prozedere wird anders sein. Zum Beispiel, wie die Mannschaften die Halle betreten. Wir können nicht sagen: Egal, alles läuft ab wie immer“, findet der TVB-Coach. Wie bei anderen Sportmannschaften gibt auch beim TV Baden ein erarbeitetes Hygienekonzept die Rahmenbedingungen bei den Heimspielen vor. „Wie alles genau abläuft, sehen wir am ersten Spieltag. Danach werden wir alle mehr Sicherheit haben“, hofft Kernebeck. Die erste Partie der neuen Saison bestreiten die Badener zu Hause: Der SV Warnemünde gastiert am kommenden Sonntag ab 16 Uhr in der Lahofhalle.

Das Drumherum werde anders sein, das Geschehen auf dem Feld hingegen nicht, meint der Coach: „Unser Sport läuft sicherlich wie immer ab.“ Das war zu Beginn der zwölfwöchigen Vorbereitung jedoch noch nicht der Fall. In dieser musste sein Team zunächst noch mit Einschränkungen umgehen, mittlerweile können die Badener ihrem Sport wie gewohnt nachgehen. „Anfangs durften wir nur ohne Kontakt trainieren. Trotzdem haben sich alle gefreut, dass wir uns wiedergesehen haben. Wir mussten uns da schon ein bisschen was in Sachen Trainingsgestaltung überlegen. Aber ich fand’s richtig gut, wie das Team das Training angenommen hat“, erinnert sich Kernebeck.

Neue Gesichter im Team

Überhaupt sei die Vorbereitung „durchweg positiv verlaufen“, freut sich Kernebeck über intensive und erfolgreiche Einheiten, die er mit seiner Mannschaft absolviert hat. Die hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert. Das Gros bleibt dem TV Baden erhalten. Verlassen haben das Team lediglich Lewin Probst, der wieder für das Oberliga-Team des TVB spielt, sowie der Italiener Alessandro Blasi. Der Zuspieler hatte im Herbst 2019 sein Auslandssemester in Bremen begonnen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wusste Badens Manager Peter-Michael Sagajewski, dass Blasi nur ein einjähriges Gastspiel geben wird. Wegen des Saisonabbruchs fiel dies dann noch kürzer aus, als ursprünglich geplant.

Neu im Team sind hingegen zwei Männer, die die Fans in Baden bereits kennen, sowie zwei Volleyballer, die mit dem Verein zuvor keine Berührungspunkte hatten. Die bekannten Gesichter sind Benedikt Gerken sowie Balint Bencsik. Letzterer zählte in der Vorsaison zum Stammkader der zweiten Mannschaft. Der 25-jährige Ungar schnupperte vor der Corona-Pause allerdings bereits ein wenig Zweitliga-Luft. Nun will Kernebeck Bencsik die Chance geben, sich im Kader der ersten Mannschaft zu etablieren.

Benedikt Gerken ist hingegen eines der größten Talente, die der TV Baden hervorgebracht hatte. Die drei vergangenen Jahre hat der Zuspieler jedoch nicht an der Weser, sondern an der Spree verbracht. Er wurde zuletzt im Internat des VCO Berlin ausgebildet. „Und Benedikt hat in Berlin extrem viel gelernt. Sein technisches und taktisches Verhalten ist top“, sagt Kernebeck. In der Saison 2019/2020 traf Gerken mit den Berlinern auf seinen Heimatklub. Die 2. Bundesliga ist dem 19-Jährigen somit nicht fremd.

Vertrauen in Angriffszange

Gleiches gilt für Patrick Pfeffer. Der Mittelblocker, der bereits bei Bremen 1860 für die neue Saison eingeplant war, sich dann aber zum Wechsel nach Baden entschieden hat, hat schon einige Zweitligapartien auf dem Buckel – allerdings in der Südstaffel. Bevor es den 1,96 Meter großen Volleyballer beruflich in den Norden verschlug, spielte er für den SV Fellbach. „Bei Patrick ist deutlich zu erkennen, dass er in der 2. Liga gespielt hat – sowohl an der Athletik als auch am Spielverständnis“, lobt Kernebeck seinen Neuen. Zu dieser Riege zählt auch Jan Markiefka. Der Diagonalangreifer kam vom Drittligisten VG Halstenbek-Pinneberg und will sich nun eine Klasse höher beweisen. Kernebeck lobt auch ihn: „Er ist ein sehr motivierter Kerl und bringt sich toll ins Team ein.“

Durch die Zugänge haben die Badener nicht nur an Qualität gewonnen, sondern eben auch an Quantität. „Wir sind nun breiter aufgestellt. Mich als Trainer freut das natürlich, weil ich so mehr Wechselmöglichkeiten habe. Es geht aber auch darum, dass alle Spieler unseren Weg mitgehen“, sagt Kernebeck, der trotz des vergrößerten Kaders auf erprobte Konstellationen auf dem Feld nicht verzichten will, „ohne die es einfach nicht geht.“ Als Beispiel nennt er die Angriffszange Ole Sagajewski/Ole Seuberlich. „Die Positionen im Team sind klar verteilt. Jeder kennt seine Rolle“, verdeutlicht Werner Kernebeck, der sich jedoch noch nicht dazu hinreißen lassen will, eine konkrete Platzierung als Ziel zu nennen: „Auch diese Saison wird lang. Jede Woche wird es ordentlich zur Sache gehen. Zudem haben einige Teams massiv aufgerüstet.“

Weit vorne im Titelrennen erwartet Kernebeck den Moerser SC. Genauso rechnet er dem FC Schüttorf, SV Lindow-Gransee und dem SV Bitterfeld-Wolfen gute Chancen zu. Dahinter erwarte er ein breites Feld, zudem werde es keinen krassen Außenseiter geben, denkt Kernebeck. Dass es sein Team am Ende ist, das sich hinter des Trainers Favoriten einreiht, dagegen hätte der Coach der Schwarz-Weißen nichts einzuwenden. „Ich werde die Jungs jedenfalls nicht bremsen“, sagt Kernebeck wenige Tage vor dem Start in die dritte Zweitliga-Saison des TV Baden, die erneut eine besondere werden dürfte.

Info

Zur Sache

Spielplan

1. Spieltag: TV Baden - SV Warnemünde (So., 20 September, 16 Uhr)

2. Spieltag: Moerser SC - TV Baden (So., 27. September, 16 Uhr)

3. Spieltag: TV Baden - Kieler TV (Sbd., 10. Oktober, 19 Uhr)

4. Spieltag: VC Bitterfeld-Wolfen - TV Baden (So., 25. Oktober, 16 Uhr)

5. Spieltag: TV Baden - FC Schüttorf 09 (So., 1. November, 16 Uhr)

6. Spieltag: TuS Mondorf - TV Baden (Sbd., 14. November, 19.30 Uhr)

7. Spieltag: SV Lindow-Gransee - TV Baden (Sbd., 21. November, 18 Uhr)

8. Spieltag: TV Baden - TuB Bocholt (So., 29. November, 16 Uhr)

9. Spieltag: VV Humann Essen - TV Baden (Sbd., 5. Dezember, 20 Uhr)

10. Spieltag: Juniors Frankfurt - TV Baden (So., 6. Dezember, 16 Uhr)

11. Spieltag: TV Baden - USC Braunschweig (Sbd., 12. Dezember, 19 Uhr)

12. Spieltag: PSV Neustrelitz - TV Baden (Sbd., 19. Dezember, 19 Uhr)

13. Spieltag: SV Warnemünde - TV Baden (Sbd., 9. Januar, 18.30 Uhr)

14. Spieltag: TV Baden - Moerser SC (Sbd., 16. Januar, 20 Uhr)

15. Spieltag: Kieler TV - TV Baden (Sbd., 23. Januar, 20 Uhr)

16. Spieltag: TV Baden - VC Bitterfeld-Wolfen (Sbd., 30. Januar, 19 Uhr)

17. Spieltag: FC Schüttorf 09 - TV Baden (So., 7. Februar, 16 Uhr)

18. Spieltag: TV Baden - TuS Mondorf (Sbd., 13. Februar, 20 Uhr)

19. Spieltag: TV Baden - Juniors Frankfurt (Sbd., 20. Februar, 15 Uhr)

20. Spieltag: TV Baden - SV Lindow-Gransee (So., 21. Februar, 16 Uhr)

21. Spieltag: TuB Bocholt - TV Baden (Sbd., 13. März, 19 Uhr)

22. Spieltag: TV Baden - VV Humann Essen (Sbd., 27. März, 19 Uhr)

23. Spieltag: USC Braunschweig - TV Baden (Sbd., 10. April, 19.30 Uhr)

24. Spieltag: TV Baden - PSV Neustrelitz (Sbd., 24. April, 19 Uhr)

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