Volleyball

Nach dem Schock gibt es die Challenge

Die U16 des TV Baden darf die DM wegen des Coronavirus nicht vor eigenem Publikum spielen, daher stehen nun andere Aufgaben an.
02.04.2020, 18:30
Lesedauer: 2 Min
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Nach dem Schock gibt es die Challenge
Von Florian Cordes
Nach dem Schock gibt es die Challenge

Im Juni 2017 richtete der TV Baden bereits erfolgreich die Deutsche Volleyball-Meisterschaft der U14 aus. Auch bei der U16-DM hätte in der Lahofhalle gespielt werden sollen.

Björn Hake

Es sollte der sportliche Höhepunkt des Jahres für die U16-Volleyballer des TV Baden werden. Eigentlich sollten sie am kommenden Wochenende Gastgeber der deutschen Meisterschaft sein. Doch die Corona-Pandemie hat alles über den Haufen geworfen. Die DM wurde abgesagt (wir berichteten). Beim TVB hinterließ dies enttäuschte junge Sportler und Organisatoren. Doch der Blick geht auch wieder nach vorne. Für die Jungs, die bei der DM um eine gute Platzierung kämpfen wollten, stehen nun andere Aufgaben an.

16 Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet wollten sich in der Lahofhalle in Baden und in der Gymnasiumhalle messen und ihren neuen deutschen Meister ermitteln. Die Entscheidung, die Titelkämpfe abzusagen, hat beim TVB zwar für Enttäuschung gesorgt, allerdings ist sie auch auf Verständnis getroffen. „Das Herz blutet, aber der Kopf sagt ja“, meint Peter-Michael Sagajewski, Volleyballchef beim TV Baden. Vor allem seine Spieler seien geschockt gewesen, als sie die Nachricht erreichte, dass sie die DM vor eigenem Publikum in diesem Jahr nicht spielen dürfen. „Für die Jungs war das ein Schock, denn sie waren emotional noch auf 180. Schließlich hatten sie gerade erst den nordwestdeutschen Meistertitel der U16 gegen ihren Erzrivalen Oldenburger TB gewonnen“, erzählt Sagajewski, der Badens U16 trainiert. Vier Tage nach dem Titelgewinn sickerte die Information durch, dass die Corona-Krise eine Austragung der DM nicht möglich macht.

Doch nicht nur sportlich hat die Absage Auswirkungen – auch finanziell. Rund 3500 Euro habe das Organisationsteam aus der privaten Kasse für die Meisterschaft vorgeschossen. Mit dem Geld wurden zum Beispiel eigens für die DM kreierte T-Shirts sowie Werbematerial besorgt. „Die Bestellungen konnten wir nicht mehr zurücknehmen“, bedauert Sagajewski. Noch hoffen er und seine Mitstreiter darauf, dass die Lotto Sportstiftung die Organisatoren unterstützt. Sagajewski: „Diese Hoffnung besteht auch zu Recht.“

Hinzu kommt dann noch die Menge an Zeit, die für die Planung investiert worden war. Genau beziffern könne Sagajewski die Anzahl der Stunden nicht, „aber sie ist auf jeden Fall im vierstelligen Bereich.“ In der ersten Planungsphase hätten zehn Menschen über sechs Monate gearbeitet. „Als wir dann den Zuschlag bekommen hatten, ging es sofort in die Vollen. Die Stunden haben wir aber nicht gezählt, weil wir die Organisation gerne machen“, sagt Sagajewski.

Dass die DM in diesem Jahr nicht in der Stadt Achim stattfindet, heißt jedoch nicht, dass sie gar nicht an der Weser ausgetragen wird. „Noch ist nichts fix, aber wir können davon ausgehen, dass wir die U16-DM im kommenden Jahr ausrichten können. Der Verband hat gesagt, dass die Vereine, die in diesem Jahr am Zug sind, bevorzugt behandelt werden sollen“, kommt in Sagajewski dann doch ein wenig Freude auf.

Die kommt auch in ihm auf, wenn er an seine Mannschaft denkt. Derzeit darf der Nachwuchs zwar nicht in der Halle trainieren, hat dafür aber einige Hausaufgaben bekommen. „Wir haben eine Teamchallenge gestartet. Die Jungs sollen ihre Trainingsübungen auf Video aufzeichnen und zu uns schicken“, erzählt Sagajewski. Einige dieser Videos werden dann auf der TVB-Facebookseite veröffentlicht. Die Challenge ähnelt ein wenig dem Spiel „Ich packe meinen Koffer“. Denn jeder Spieler muss die Übung seines Vorgängers nachmachen und um eine weitere ergänzen.

Und auch sozial engagieren sich die jungen Volleyballer aus Baden während der Corona-Krise. „Die Jungs beteiligen sich derzeit an einer Hilfsaktion. Jeweils ein Spieler fährt nun mehrmals in der Woche mit seinem Vater mit unserem Vereinsbus für die Menschen zum Einkaufen, die jetzt Hilfe benötigen“, freut sich Sagajewski über den Einsatz seiner jungen Spieler.

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