Volleyball 2. Bundesliga

Ole Sagajewski ist zurück im Training

Ole Sagajewski vom Zweitligisten TV Baden macht nach seiner Knieoperation große Fortschritte. Ein Comeback in der laufenden Saison schließen er und sein Trainer Werner Kernebeck aber aus.
05.03.2021, 19:30
Lesedauer: 3 Min
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Ole Sagajewski ist zurück im Training
Von Florian Cordes

Nur wenige Meter trennten Ole Saga­jewski während der jüngsten Heimauftritte des TV Baden vom Spielfeldrand. Er saß meist auf der Bank des Volleyball-Zweitligisten. Sagajewski war dadurch nahe dran am Geschehen – aber dennoch so weit weg. Denn Ole Sagajewski – einer der großen Leistungsträger des TVB – hatte während der Partien nie als Spieler auf der Bank Platz genommen. Eher nahm er die Rolle des Co-Trainers ein. Wegen einer Knieoperation fällt der Außenspieler, der für seine wuchtigen Angriffsschläge bekannt ist, seit Monaten aus. Ein Foto, das der TV Baden auf Instagram veröffentlicht hat, verrät nun aber, dass der Heilungsprozess bei Sagajewski gut verläuft. Er nimmt wieder am Training des Zweitligisten teil – jedoch sehr dosiert.

Hoch springen, kräftig auf den Ball schlagen und dadurch die Mitspieler zu schwierigen Annahmen zwingen – solche Szenen spielen sich mit Ole Sagajewski während der Einheiten noch nicht wieder ab. Ganz langsam wieder reinkommen, das ist das Motto, unter dem die Trainings-Rückkehr des 22-jährigen Studenten steht. Das erste Mal in der Halle stand Sagajewski am Montag. „Dass ich wieder was machen kann, macht mich natürlich glücklich“, freute sich der Führungsspieler des TVB im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wobei man sagen muss, dass ich nur ganz wenig mitgemacht habe. Ich habe mich mit aufgewärmt und war bei kleineren Spielchen dabei.“ Hektische Bewegungen und Sprünge seien noch tabu. „Die Handbremse ist noch angezogen“, zeichnet Sagajewski ein Bild des Status quo. Leichtes Joggen, Fahrrad fahren und viel Arbeit mit den Physios Annika Schröder und Jan Kahrs stünden zudem auf dem Programm. „Schließlich soll der Muskel merken, dass wieder etwas passiert“, sagt Sagajewski.

Letzter Einsatz gegen Kiel

Dass er Fortschritte machen darf, hänge auch mit dem guten Heilungsprozess zusammen, erklärt er: „Vor eineinhalb Wochen bei der MRT-Nachbesprechung hat der behandelnde Arzt noch einmal gesagt, dass es für ihn eine der besten Operationen war und die Heilung gut verläuft.“ Das hätten auch die MRT-Bilder gezeigt. Sagajewski hofft, dass der komplette Heilungsprozess schneller verläuft, als ursprünglich vorgesehen. „Schließlich mache ich bereits riesige Schritte nach vorne.“

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Bereits seit Oktober ist Ole Sagajewski zum Zuschauen verdammt. Nach vielen Behandlungen am Knie wurde er im November operiert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass auf ihn eine lange Ausfallzeit wartet. Sein bislang letztes Spiel für den TV Baden absolvierte Ole Sagajewski im Lahof gegen den Kieler TV. Gleichzeitig war dies das bislang letzte Heimspiel, das die Schwarz-Weißen vor Publikum ausgetragen haben. Probleme am Knie hatte der Außenangreifer schon vor der Partie gegen die Schleswig-Holsteiner. Im Lager des TVB hatten sie gehofft, die Blessur in den Griff zu bekommen. Doch gegen Kiel wurde die Verletzung schlimmer. Es folgte die bittere Diagnose: Knorpelschaden im linken Knie. Für die nötige Operation suchte sich Sagajewski eine Spezialklinik in Hamburg aus. Nach nun mehr knapp vier Monaten ist für Ole Sagajewski aber das ersehnte Licht am Ende des Tunnels aufgetaucht.

Die Freude des Trainers

Glücklich ist aber eben nicht nur Ole Sagajewski. Seinem Trainer geht es da nicht anders. „Natürlich bin ich froh, dass er wieder dabei ist. Das ist auch wichtig für den Spirit in unserem Team“, sagt Werner Kernebeck. In den vergangenen Monate habe Ole Sa­gajewski zwar immer mal wieder bei den Trainingseinheiten vorbeigeschaut, „doch wenn er da plötzlich mit seiner Sporttasche steht, ist das doch noch etwas anderes“, erzählt der Coach des TV Baden. So mancher Spieler sei vielleicht sogar davon überrascht gewesen, als Sagajewski wieder in Trainingskleidung in der Lahofhalle auftauchte. „Wobei unserer Community so was eigentlich nie verborgen bleibt“, sagt Werner Kernebeck schmunzelnd. Der Spieler selbst bestätigt, dass er in das eine oder andere überraschte Gesicht geblickt habe. „Schließlich bin ich einfach in die Halle gestapft. Da haben mich die anderen Jungs schon ein bisschen schief angeschaut. Aber mit den Physios war die Sache natürlich abgesprochen.“

Die Frage, ob Ole Sagajewski in der laufenden Saison noch sein Comeback auf dem Feld gibt, wiegeln Trainer und Spieler vehement ab. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in dieser Saison noch einmal spiele. Ich will da auch gar nicht die Pferde scheu machen. Vielmehr freue ich mich über die Gewissheit, dass der Heilungsprozess so gut verläuft.“

Werner Kernebeck wird sogar noch deutlicher: „Nein, nein, nein. Es wird zu keinem Einsatz von Ole kommen. Daran verlieren wir überhaupt keinen Gedanken. Er soll ganz langsam anfangen, wieder mehr Kontakt zur Mannschaft haben, nur bei überschaubaren Übungen mitmachen und sein persönliches Programm absolvieren.“

Dieser Ansatz und die Tatsache, dass Ole Sagajewski mit seinem Auftauchen in Sportkleidung für Freude im Training gesorgt habe, seien aktuell wichtig genug. Verläuft der Heilungsprozess dann weiterhin so gut, legt Ole Sagajewski auch noch die wenigen Meter zurück, die ihn zuletzt vom Spielfeldrand getrennt haben.

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