Volleyball 2. Bundesliga

Ole Sagajewski und die Sehnsucht nach dem Ball

Ole Sagajewski muss verletzungsbedingt länger pausieren. Der Außenangreifer des TV Baden hat sich nach seiner Operation zum Ziel gesetzt, noch in dieser Saison wieder auf der Platte zu stehen.
19.11.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Ole Sagajewski und die Sehnsucht nach dem Ball
Von Maurice Reding
Ole Sagajewski und die Sehnsucht nach dem Ball

Ein fliegender Ole Sagajewski (Nummer 14), der im nächsten Moment den Ball über das Netz schmettert – so punktete der TV Baden schon häufig.

Björn Hake

Was Corona in der vergangenen Saison noch verhindert hat, ist jetzt ungewollt eingetreten: Der TV Baden muss längere Zeit auf Ole Sagajewski verzichten (wir berichteten). Der Außenangreifer fällt wegen eines Knorpelschadens im linken Knie vorerst aus. Eine echte Hiobsbotschaft für den Volleyball-Zweitligisten, schließlich gehört der 22-Jährige zu den besten Spielern des TV Baden. Es ist ein Szenario, das der TVB allerdings bereits kennt. Zumindest sah alles danach aus. Sagajewski hatte sich dazu entschlossen, zu Beginn des Jahres ein Auslandssemester in der Schweiz zu absolvieren. Doch die Pandemie verhinderte dieses Vorhaben und sorgte im März für einen vorzeitigen Saisonabbruch. Damit fehlte der Außenangreifer nur in einem Spiel. Diesmal werden es allerdings mehrere Partien sein, in denen der 22-Jährige nicht auf der Platte stehen kann. Denn Sagajewski musste sich am Mittwoch einer Operation unterziehen. Ausfallzeit: etwa drei Monate.

Die gute Laune ist dem Außenangreifer allerdings nicht vergangen. Angesprochen auf seinen Gesundheitszustand, sagt er: „Mir geht es ganz gut. Die Operation ist gut verlaufen. Ich habe keine Schmerzen.“ Es sind Worte, die beim TV Baden sicherlich für Erleichterung sorgen. Seit dem Heimspiel gegen den Kieler TV am 10. Oktober ist Sagajewski zum Zuschauen verdammt. Bereits vorher hatte der Außenangreifer leichte Probleme mit dem Knie. Mittels Physiotherapie gelang es aber, diese zunächst in den Griff zu kriegen. „Wir dachten, es wäre etwas Muskuläres. Es hat erst mal gut funktioniert“, sagt der 22-Jährige.

Bericht in Magazin überzeugt

Doch im Heimspiel gegen den Kieler TV stellten die Badener Verantwortlichen ein leichtes Humpeln bei Sagajewski fest. „Das habe ich gar nicht gemerkt. Da war klar, dass ich zum Arzt muss“, erzählt er. Es folgte die bittere Diagnose: Knorpelschaden im linken Knie. Für die nötige Operation suchte sich Sagajewski eine Spezialklinik in Hamburg aus. Kurios und glücklich zugleich: Ein Arzt der Spezialklinik wird in der aktuellen Ausgabe des Volleyball-Magazins erwähnt. „Mein Trainer Werner Kernebeck hat mir ein Foto davon geschickt“, erzählt Sagajewski. Der Facharzt überzeugte den Außenangreifer. Nach der OP steht vor dem 22-Jährigen ein längerer Weg, bis er wieder auf der Platte stehen kann. Zunächst muss das Knie sechs Wochen lang ruhig gestellt werden. „Danach kann ich es langsam belasten“, geht es für Sagajewski Schritt für Schritt vorwärts. Termine bei der Physiotherapie werden den Großteil seines Rehaplans bilden.

SPORT // 2. Liga-Volleyball: TV Baden - Kieler TV

Bis Ole Sagajewski wieder in einem Spiel auf der Platte jubeln darf, dauert es noch.

Foto: Björn Hake

Was Sagajewski am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass ihm sein Lieblingssport noch lange fehlen wird. „Bis auf das letzte Wochenende war ich bei den Spielen immer dabei und habe an der Seitenlinie alles für die Mannschaft getan. Das sagt einiges aus, wie sehr ich den Sport vermisse“, gibt der Außenangreifer offen und ehrlich zu. Hinzu komme der momentane Negativlauf des TVB. „Richtig rosig läuft es nicht. Neben mir fehlt auch Ole Seuberlich. Man sieht, dass man helfen kann und kann es wegen der Verletzung doch nicht“, würde Sagajewski nur zu gerne seine Mannschaftskameraden auf dem Feld unterstützen. Die kongeniale Flügelzange Ole Sagajewski/Ole Seuberlich ist somit fürs Erste gesprengt.

Auch Werner Kernebeck trifft die Verletzung seines Spielers hart. Badens Coach muss nun überlegen, wie er das Fehlen des Außenangreifers auffängt. „Es ist sehr schade. Man kann nicht sagen, dass man ihn einfach ersetzt. Ole ist ein zentraler Spieler von uns, dementsprechend schwer wiegt der Ausfall. Wir müssen die Lasten verteilen“, sagt Kernebeck. Das sei seiner Mannschaft bislang noch nicht so gelungen. „Wir müssen an der Aufgabe wachsen“, hofft Kernebeck, dass dies in den kommenden Spielen besser funktioniert. In den vergangenen beiden Spielen kam beispielsweise Alexander Decker als Außenangreifer zum Einsatz. Besonders beim Auswärtsspiel gegen den VC Bitterfeld-Wolfen zeigte Decker eine starke Vorstellung.

Comeback erst gegen Saisonende

Sollten sich die drei Monate Pause bewahrheiten, könnte Ole Sagajewski frühestens im Saisonendspurt dem TV Baden wieder helfen. In diesem könnte der Außenangreifer noch zu einem wichtigen Faktor werden, sollte es für die Badener noch um etwas gehen. Daher hofft der 22-Jährige, dass aus den knapp drei Monaten Ausfallzeit nicht noch mehr werden. „Genau sagen kann man das aber nicht“, weiß auch Sagajewski.

Der 22-Jährige, der sich vor allem durch seine harten Schmetterbälle auszeichnet, braucht nun vor allem eins – und zwar Geduld. In den kommenden Spielen drückt er seinen Teamkameraden von zu Hause aus die Daumen. Und wenn es wieder möglich ist, erscheint es nicht utopisch, dass Sagajewski bei den Heimspielen des TV Baden in der Lahofhalle auftaucht und die Mannschaft anfeuert. Denn ohne seinen Lieblingssport kann der Außenangreifer nicht.

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