Volleyball 2. Bundesliga

Für Ole Seuberlich und den TV Baden rückt das Saisonende näher

Zwei Partien bestreitet der TV Baden in dieser Spielzeit noch, dann ist sie abgeschlossen. Die Saison war wegen der Pandemie eine andere. Für Ole Seuberlich war sie zudem persönlich schwierig.
09.04.2021, 18:00
Lesedauer: 4 Min
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Für Ole Seuberlich und den TV Baden rückt das Saisonende näher
Von Florian Cordes
Für Ole Seuberlich und den TV Baden rückt das Saisonende näher

Ole Seuberlich fiel in der Saison verletzungsbedingt einige Male aus. Mit dem sportlichen Abschneiden zeigt er sich nicht komplett zufrieden.

Björn Hake

Wenn der Mai kommt, werden es 22 Spiele sein, die der TV Baden während der Saison 2020/2021 in der 2. Volleyball-Bundesliga absolviert hat. Eine recht kurze Spielzeit – besonders mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass eigentlich vier Spiele mehr auf dem Programm standen. Aus verschiedenen – coronabedingten – Gründen kamen die jeweils zwei Partien gegen den VV Humann Essen und USC Braunschweig jedoch nicht zur Austragung. Gefühlt war die Saison 2020/2021 jedoch eine lange. Wohl auch deshalb, weil sie im Zeichen einer Pandemie steht. Davon abgesehen, hätte sie laut Badens Diagonalangreifer Ole Seuberlich für sein Team sportlich besser verlaufen können. Und auch für ihn persönlich war es eine schwierige Saison, deren Ende sich nun am Horizont abzeichnet. Zwei Begegnung muss der TV Baden noch austragen.

Ein spielfreies Wochenende – es ist das dritte in Folge – wartet noch auf den TVB. Danach stehen die beiden noch ausstehenden Partien an: Auswärts geht’s gegen den SV Warnemünde (17. April) und in der heimischen Lahofhalle gegen den PSV Neustrelitz (24. April). „Dieser Schlussspurt der Saison ist schon ein recht langwieriger, weil die Pause nun schon so lang ist“, findet Ole Seuberlich. „Natürlich trainieren wir die gesamte Zeit. Wenn aber keine Spiele anstehen, fühlt sich so eine Saison doch schon recht lang an.“ Klagen wolle er aber nicht. Wie seine Mitspieler weiß Ole Seuberlich nur zu genau, dass er sich in einer privilegierten Situation befindet. Schließlich gilt die 2. Volleyball-Bundesliga als Profiliga, wodurch der TV Baden seine Saison fortsetzen durfte, nachdem der Amateursport im November ausgebremst worden war. Ohne Einschränkungen kommen aber eben auch die Zweitligisten nicht aus. Zuschauer sind bei den Spielen nicht zugelassen, Corona-Tests sind für die Spieler fast alltäglich geworden.

Testkonzept funktioniert

„Ein paar Leute haben es ja schon richtig auf den Punkt gebracht: Wir können froh sein, dass wir unseren Sport ausüben dürfen. Und wir haben es zum Glück ja auch geschafft, dass es bei uns im Team über konsequentes Testen und Kontaktbeschränkungen keinen Corona-Fall gegeben hat“, verdeutlicht der Diagonalangreifer des TV Baden. Einerseits freue er sich, dass die Spielzeit 2020/2021 kurz vor ihrem Abschluss steht, „aber es ist auch nicht so, dass ich das Saisonende herbeisehne“, sagt Seuberlich.

Beim Blick zurück kommt der 26-jährige Linkshänder nicht daran vorbei, über seine persönlichen Erfahrungen der vergangenen Monate zu sprechen. Denn die Saison verlief für Seuberlich keineswegs optimal – sie war geprägt von Verletzungen. In mehreren Spielen musste sein Trainer Werner Kernebeck auf den Leistungsträger verzichten. „Mal war es das Knie, dann die Wade. Vor allem die Hinrunde war für mich persönlich schwierig mit der Verletzungszeit. Ich glaube, fünf Wochen war ich komplett raus“, erinnert sich Seuberlich. Es sei wegen der Pandemie zudem nicht einfach gewesen, wieder auf das nötige Fitnesslevel zu kommen. Krafttraining habe wegen der geschlossen Fitnessstudios vor allem in den eigenen vier Wänden stattgefunden, erzählt er.

Nicht oft genug gewonnen

Doch nicht nur persönlich hatte er sich von der bald endenden Saison mehr erhofft – mit seiner Mannschaft hätte Seuberlich gerne mehr erreicht. „Wenn ich die Saison sportlich einordne, ist sie doch eher enttäuschend verlaufen. In der letzten Saison, die abgebrochen wurde, sind wir Sechster geworden. Daher hätten wir gerne wieder weiter oben angegriffen. Wir haben bisher aber leider nicht oft gewonnen“, bedauert der Führungsspieler der Schwarz-Weißen. Viermal hat der TVB in dieser Saison bislang das Spielfeld als Sieger verlassen. Hinzu kommen noch die beiden kampflos gewonnenen Partien gegen Essen. Die Spiele gegen Braunschweig sind gar nicht gewertet worden. Die Saison wird Baden auf Rang zehn abschließen. „Das ist insgesamt zu wenig. Da sind wir alle viel zu ehrgeizig“, gibt Seuberlich zu Verstehen.

In einigen Begegnungen unterlagen die Badener jedoch knapp. Vor allem seit dem Jahreswechsel spielte das Team konstant gut. Mit Leistungsträger Ole Sagajewski, der nur die ersten drei Partien bestritten hat und seitdem verletzt ausfällt, hätte es wahrscheinlich mehr Siege für den TVB gegeben. „Natürlich ist es kaum möglich, diese Lücke komplett zu füllen. Aber positiv ist, dass wir auch ohne Ole Schritte nach vorne gemacht haben“, meint Ole Seuberlich. „Wir sind als Team spielerisch immer besser geworden, und viele von uns haben sich gut entwickelt.“ Zudem hat es der Kernebeck-Crew geholfen, dass Alexander Decker sein Zweitliga-Comeback gegeben hat und seitdem meist als Außenangreifer überzeugt.

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Sorgen um den Klassenverbleib müssen sich Seuberlich und Co. allerdings schon länger keine mehr machen. Weil Essen und Braunschweig seit November pandemiebedingt kein Spiel mehr bestritten haben und es darüber hinaus keine Aufsteiger aus der 3. Liga gibt, wurde der Abstieg aus dem Unterhaus in diesem Jahr ausgesetzt. Es sei schade, dass in diesem Jahr ausgerechnet die Spiele ausgefallen sind, in denen es gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf gegangen wäre, sagt Seuberlich: „Diese Spiele gegen Braunschweig und Essen wäre die gewesen, die wir unbedingt hätten gewinnen müssen. Da hätte es sicher Spitz auf Knopf gestanden.“

Er sei jedoch überzeugt, dass der TVB die Humänner aus Essen sowie Braunschweig auch hinter sich gelassen hätten, wenn die beiden Klubs die Saison wie ursprünglich geplant gespielt hätten. Seuberlich: „Wobei das natürlich nur Spekulation ist.“ Insgesamt habe der TV Baden in dieser etwas anderen Spielzeit jedoch gezeigt, dass das Team im Unterhaus konkurrenzfähig ist. „Wir haben auf jeden Fall die Berechtigung, in der zweiten Liga zu spielen“, urteilt Seuberlich.

Guter Abschluss soll her

Nun sollen aus den beiden finalen Saisonspielen in Warnemünde und zu Hause gegen Neustrelitz im besten Fall noch zwei Siege her, hofft Ole Seuberlich. „Die Fahrt nach Warnemünde wird für uns als Team noch einmal ein schönes Event.“ Und im Heimspiel gegen Neustrelitz werde man auch noch die passende Idee haben, um die Saison zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Allerdings wird die Atmosphäre in der Lahofhalle komplett anders sein als bei vorigen Saisonabschlüssen: Die Ränge bleiben ein weiteres Mal leer. „Die Zuschauer fehlen einem unfassbar. Daran werde ich mich nie gewöhnen“, sagt Seuberlich.

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