Volleyball 2. Bundesliga Die Hoffnung von Simon Bischoff bestätigt sich

Simon Bischoff hat zuletzt oft auf der Libero-Position trainiert. Nun wurde er in einem Spiel für seine Mühen belohnt. Er wurde in Schüttorf zum wertvollsten Akteur des TV Baden ernannt.
11.02.2021, 18:00
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Die Hoffnung von Simon Bischoff bestätigt sich
Von Florian Cordes

Den passenden Platz hat sie noch nicht gefunden. „Noch liegt sie auf dem Schreibtisch“, sagt Simon Bischoff. Er spricht von seiner goldenen Medaille, die dem Volleyballer am vergangenen Sonntag überreicht wurde. An diesem Tag wurde Bischoff nach dem Auswärtssieg des TV Baden gegen den FC Schüttorf zum wertvollsten Spieler (MVP) bei den Gästen ausgezeichnet (wir berichteten).

Seitdem er die Auszeichnung bei sich zu Hause hat, schaut sich der Zweitligaspieler die Medaille immer mal wieder gerne an. Dass er sie in seinen Händen halten darf, war zunächst überhaupt nicht absehbar. Erst in der zweiten Hälfte des Fünfsatzkrimis, den der TVB für sich entschieden hat, spielte sich Simon Bischoff zunehmend in den Vordergrund – und das auf einer Position, von der aus keine spektakulären Punkte erzielt werden und auf der Bischoff eigentlich gar nicht beheimatet ist. Der 22-Jährige hat sich die MVP-Medaille geschnappt, weil er in Schüttorf als Libero eine beeindruckende Leistung zeigte. Bischoffs Stammposition ist eigentlich der Außenangriff. Auf dieser kam das Badener Eigengewächs zunächst auch in Schüttorf zu einem Kurzeinsatz. Gegen Ende des ersten Satzes brachte Werner Kernebeck den 1,86 Meter großen Bischoff für Außenangreifer Alexander Decker. Auf Anhieb zeigte Bischoff gute Annahmen. „Dabei hat man als Außenangreifer eher den Angriffsball oder den Block im Kopf“, beschreibt Bischoff. Es waren im späteren Verlauf aber eben die starken Annahmen, mit denen er sich die Medaille verdiente.

Im Training gut vorbereitet

Der Grund, dass er im zweiten Satz als Libero zum Einsatz gekommen ist, war jedoch kein schöner: Nachdem sich Jan-Henrik Radeke an der Hand verletzt hatte, tauschte Bischoff sein weißes Trikot gegen ein rotes. Im Volleyball trägt der Libero – der Annahme-Spezialist – ein andersfarbiges Jersey als seine Mitspieler. So schreiben es die Regeln vor.

Die Situation war für Bischoff neu und daher ungewohnt. Von seinem Coach wurde er aber nicht komplett ins kalte Wasser geworfen. Denn Werner Kernebeck hatte den 22-Jährigen im Training seit einiger Zeit auf diesen Moment vorbereitet. Diesen Moment, in dem er auf dem Feld in eine neue Rolle schlüpft. Zuletzt wurde die Vorbereitung intensiviert. „Von den drei letzten Trainingswochen habe ich mit Sicherheit zwei nur als Libero trainiert und hab mich gut angestellt“, sagt Simon Bischoff.

Der Grund für die Umschulung: Sein Trainer Werner Kernebeck wollte eine Alternative für den Libero-Posten haben. „Außerdem soll ich ein bisschen Druck auf Jan machen“, sagt Simon Bischoff schmunzelnd. Einen echten Konkurrenzkampf im Team musste Jan-Henrik Radeke in den zurückliegenden Monaten nicht fürchten. Schließlich ist er der einzig etatmäßige Libero im Team des TV Baden.

Dass Simon Bischoff in den Gedanken von Werner Kernebeck bereits seit einigen Wochen als Annahmespezialist eine Rolle spielt, zeigte sich schon in dem einen oder anderen Heimspiel. Denn Bischoff wartete in diesen Partien in einem andersfarbigen Trikot auf einen Einsatz. „Im Training hat sich zunehmend angedeutet, dass Simon eine Option als Libero sein könnte“, erklärt Kernebeck seinen Entschluss, den Außenangreifer ebenso auf einer anderen Position einzusetzen. „Denn es kann ja auch immer mal passieren, dass Jan einen schlechten Tag erwischt“, sagt der Coach.

Lob vom Coach

Zur Premiere in der neuen Rolle kam es für den 22-Jährigen aber erst jetzt in Schüttorf – nachdem sich Radeke die Handverletzung zugezogen hatte. Simon Bischoff überzeugte jedoch auf Anhieb. „Besser konnte es für Simon gar nicht laufen. Er hat seine Sache mehr als ordentlich gemacht“, lobte der Trainer. „In solch einem Moment muss er auch erst mal seine Nerven im Griff haben. Auch das ist Simon gelungen.“

Bischoff fühlte sich in seiner neuen Rolle sichtlich wohl. Obwohl es ihm vorrangig darum ging, mit seiner Mannschaft den Sieg zu holen, hatte er bereits während des Niedersachsen-Duells ein gutes Gefühl, dass sein Name bei der MVP-Auswahl genannt werden könnte. Er habe gespürt, dass seine Leistung auf dem Feld stimmte. „Insgeheim habe ich schon auf die Auszeichnung gehofft und habe darüber nachgedacht“, gesteht der Neu-Libero. Schließlich bestätigte sich die Hoffnung. Nun hat er sie – die Goldmedaille, die in seinem Zuhause noch auf ihren finalen Platz wartet.

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