Volleyball

In der 2. Liga Nord stottert der Motor

Der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga Nord geht weiter, allerdings nicht reibungslos. Das zeigt sich besonders an diesem Wochenende.
13.11.2020, 17:00
Lesedauer: 4 Min
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In der 2. Liga Nord stottert der Motor
Von Florian Cordes
In der 2. Liga Nord stottert der Motor

Die ausgeklügelten Hygeniekonzepte sollen den Spielbetrieb in der 2. Bundesliga sichern. Nun fallen aber einige Spiele aus.

Björn Hake

Amateursportler müssen im November pausieren, Profis hingegen nicht. So hatten es Bund und Länder beschlossen. Die Unterbrechung des Spielbetriebs gilt für die Teams der 2. Volleyball-Bundesliga nicht. Sie werden offiziell dem Profisport zugerechnet. Daher setzt der Dachverband Volleyball-Bundesliga (VBL) die Saison auch fort. Dort wo es behördlich zugelassen ist, wird fleißig trainiert und am Wochenende eben auch gespielt. Doch das Coronavirus macht vor den Profis nicht halt. Die Folge: Einen reibungslosen Spielbetrieb genießen die Volleyballer momentan nicht. Der Motor stottert. Das zeigt sich besonders an diesem Wochenende in der 2. Bundesliga Nord – der Liga des TV Baden.

Ein kleines Warndreieck zeigt es bei den Spielplänen auf der VBL-Homepage an, wenn Spiele ausfallen. In der 2. Liga Nord der Männer tauchen für den kommenden Spieltag gleich vier dieser Dreiecke auf. Zwei Begegnungen werden wegen positiver Coronafälle nicht wie vorgesehen ausgetragen und müssen neu terminiert werden. Betroffen ist unter anderem die Begegnung zwischen dem SV Warnemünde und dem SV Lindow-Gransee. Die Partie zwischen dem Tabellendritten und dem Spitzenreiter sollte das Topspiel des Wochenendes werden. Beim SVW sind laut der VBL aber gleich mehrere Teammitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Mannschaft betritt nun nicht am Sonntag das Feld in der OSPA-Arena, sondern befindet sich in Quarantäne. „Die Vorfreude war nach dem überzeugenden Sieg gegen Neustrelitz groß, aber jetzt geht die Gesundheit der Gäste und unserer Mannschaft vor“, teilt der Klub von der Ostsee auf seiner Homepage mit.

Warnemünde gewann am 1. November – einen Tag vor dem Beginn des bundesweiten Teil-Lockdowns – gegen den PSV Neustrelitz. Der Aufsteiger wird an diesem Wochenende wie der SVW nicht zu seinem Spiel antreten können. Der PSV hat sich ebenfalls in Quarantäne begeben. Laut der VBL ist bei einem Teammitglied der Corona-Test positiv ausgefallen. Neustrelitz sollte am Sonnabend beim ambitionierten Moerser SC auflaufen.

Probleme bei der Lieferung

Der TV Baden ist bisher von positiven Coronafällen verschont geblieben. Allerdings verlief die Vorbereitung auf das kommende Auswärtsspiel gegen den TuS Mondorf ebenfalls nicht wunschgemäß. Es gab Probleme bei der Lieferung der Schnelltests. Erst am Donnerstagabend kamen sie an. Zuvor hatte Badens Manager Peter-Michael Sagajewski bereits befürchtet, dass die Partie in Mondorf gefährdet sei. Schon einige Tage hatte er auf die Lieferung der Tests gewartet. Nachdem sich der TVB öffentlich über seine Facebookseite beim zuständigen Paketdienst beschwert hatte, sei alles sehr schnell gegangen. „Alles ist gut“, sagt Sagajewski. „Hätten wir die Tests aber nicht mehr rechtzeitig bekommen, hätten wir das Spiel straffrei verlegen können.“

Während der TV Baden seinen Spielbetrieb aufrechterhält, muss ein anderer Klub aus Niedersachsen eine Zwangspause einlegen: der USC Braunschweig. Der Tabellenelfte sollte am Sonnabend beim Kieler TV antreten, fährt nun aber nicht nach Schleswig-Holstein.

FOTO (C): Bjoern Hake: SPORT // Volleyball 2. Liga TV Baden - FC Schüttorf 09

Nick Sörensen (rechts) und der TV Baden treten beim TuS Mondorf an.

Foto: Björn Hake

Der Grund für den Spielausfall ist zwar kein positiver Coronafall, aber dennoch auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. „Anders als der größte Teil der Liga dürfen wir vonseiten der Stadt Braunschweig seit Beginn des ,Lockdown light’ trotz Einstufung der Liga als sogenannte Profiliga nicht trainieren. Wir hoffen seit zwei Wochen auf eine Sonderregelung, damit wir das Training aufnehmen dürfen und wir somit auch wettkampffähig die Spiele bestreiten können, ein Erfolg ist jedoch aktuell nicht in Sicht“, teilt der Verein aus der Löwenstadt auf seiner Facebookseite mit. Wegen der behördlichen Einschränkungen hat der USC eine Verlegung des Spiels beantragt. Die VBL winkte den Antrag durch.

Essen will im November nicht spielen

Einer weiteren Spielverlegung stimmte die VBL vor Wochenfrist zu. Diese hatte der VV Humann Essen beantragt. Der Klub wollte wegen des behördlich untersagten Trainings nicht gegen den Kieler TV antreten. Das Spiel soll nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Die Essener hatten jedoch vor einer Woche auch erklärt, dass sie im November überhaupt keine Partie bestreiten wollen. Der Klub vertritt in der aktuellen Pandemie-Lage eine klare Position. Nach Ansicht der Essener müsse Volleyball im Hinblick auf die hohen Infektionszahlen zurückstecken. „Wir Humänner haben auch ein Verantwortungsgefühl und sollten eine Vorbildfunktion erfüllen. Daher jetzt eine Pause, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder anzugreifen“, teilte Klub bereits am 5. November auf seiner Internetseite mit. Darüber hinaus sehen sich die Essener selbst als reine Amateurmannschaft an.

Eine Woche später hat sich an der Einstellung des VV Humann nichts geändert. In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erklärt Essens Coach Peter Bach, dass sein Team nicht zum Auswärtsspiel gegen den VC Bitterfeld-Wolfen fahren werde. Eine Verlegung wurde beantragt. „Wir wollen uns später keine Vorwürfe machen müssen, dass wir jemanden gefährden oder angesteckt haben“, wird Bach in der WAZ zitiert. Zudem habe das Team weiterhin keine Trainingserlaubnis von der Stadt Essen erhalten. Laut WAZ-Bericht dürfen hingegen die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Allbau Essen trainieren.

Ob die VBL einer Verlegung der Humann-Partie aus diesem Grund nicht zugestimmt hat, gibt der Dachverband in seiner Begründung nicht preis. Um ein Spiel straffrei verlegen zu dürfen, seien diverse Situationen definiert worden, heißt es in einer Mitteilung der VBL: „Unter diesen Voraussetzungen haben sich die Klubs der 2. Volleyball-Bundesliga mit deutlicher Mehrheit für die Fortführung des Spielbetriebs ausgesprochen.“ Die Spielleitung hat den Antrag der Essener nun abgelehnt, „da die Verlegung in keinem der definierten Szenarien begründet ist“. Über die Konsequenzen des Nichtantretens wollen die Spielleitung und der VBL-Vorstand zeitnah entscheiden.

Im November stehen für den VV Humann Essen noch die Partien gegen Schüttorf und Mondorf auf dem Programm. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Klub seiner Linie treu bleibt und somit Strafen seitens der VBL in Kauf nimmt.

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